26./27. Juni in Bonn: RNEI und DRA auf der Gründungskonferenz der NGO "World Heritage Watch" (WHW) zum UNESCO-Welterbe und Rolle der Zivilgesellschaft |

Ein Zoom-Gespräch des DRA e. V. und der Fem-Gruppe im Koordinierungsrat zur Überwindung der politischen Krise in Belarus

Online-Diskussion am 31. Mai 2021,18:00 bis 19:30 Uhr (CET), mit Simultanübersetzung (Deutsch und Russisch)

Die Fotos von den Frauen-Märschen gegen die gefälschte Präsidentschaftswahl in Belarus gingen 2020 um die Welt. Vor allem die Bilder von jungen Frauen, die mit Blumen und in weißen Kleidern gegen die Staatsgewalt protestierten, weckten bei vielen im Ausland Empathie und Solidarität.. Doch es scheint so,  dass diese Frauen-Märsche bei vielen Feministinnen in Deutschland gar keine Solidarität geweckt haben. Dagegen schrieb aber die einstige Gruppe der „Frauen für den Frieden“ einen Solidaritätsbrief an die belarusischen Frauen und beteiligte sich aktiv an den Demonstrationen der belarusichen Diaspora.  Diese Frauen ahnten, was die Frauen in Belarus durchmachten, denn die „Frauen für den Frieden“ gehörten in den 1980ern zur Opposition in der DDR.

Seit vergangenem Herbst greift das Regime von Alexander Lukaschenko rigoros gegen die neue Selbstermächtigungsbewegung durch. Die großen Straßenproteste wurden vorerst niedergeschlagen, viele Aktivistinnen wurden festgenommen oder mussten ins Ausland fliehen. Maria Kalesnikava, eine der zentralen Vertreterinnen der belarusichen Protestbewegung, drohen bis zu 12 Jahren Haft. Seit vergangenen Sommer hat der Staatfast 3000 Strafprozesse auf den Weg gebracht, fast täglich gibt es weitere Festnahmen. Größere Protestaktionen scheinen unmöglich zu sein.

In unserem Zoom-Gespräch wollen wir über die aktuelle Lage der Aktivistinnen in Belarus diskutieren und  Formen möglicher Solidarität erörtern:

Welche Rolle spielten die Frauen beim politischen Wandel damals in der DDR und heute in Belarus? Wie versucht Lukaschenkos Regime, Frauen mundtot zu machen? Welche Formen der Unterstützung und Solidarität können den Frauen in Belarus helfen, diese repressive Zeit durchzustehen? Können sie aus den Erfahrungen und Strategien der Frauenbewegung in der DDR lernen?

Begrüßung: Andrea Gotzes, stellvertretende Geschäftsführerin und Alesja Belanovich-Petz, Projektkoordinatorin „Gegenseitig gemeinsam: Empowerment für Frauen in Belarus“, DRA e. V.

Unsere Expertinnen:

  • Simone Brunner (Moderation) ist freie Journalistin mit Osteuropa-Fokus.
  • Almut Ilsen, Chemikerin und Fotografin, Mitbegründerin und Mitglied der Ost-Berliner Oppositionsgruppe "Frauen für den Frieden". Sie ist Mitherausgeberin des Buches „Seid doch laut! Die Frauen für den Frieden in Ost-Berlin".
  • Jessica Bock, Historikerin, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Digitalen Deutschen Frauenarchiv. Ihre Dissertation widmet sich der Geschichte der Frauenbewegung in Leipzig zwischen 1980 und 2000 auf Basis narrativer Zeitzeuginnen-Interviews und veröffentlichter und unveröffentlichter Quellen.
  • Julia Mitskevich, Gender-Expertin, Aktivistin und Mitglied der Fem-Gruppe im Koordinierungsrat zur Überwindung der politischen Krise in Belarus. Sie war bei vielen Frauen-Märschen aktiv dabei und wurde im Oktober 2020 bei einem Frauen-Marsch verhaftet und zu 15 Tagen Haft verurteilt. Nach der Entlassung verließ sie Belarus und arbeitet seitdem im Exil in Vilnius, Litauen.
  • Karina Wulff-Woesten, geboren und aufgewachsen in Pinsk/Belarus, studierte belarusische, englische und deutsche Sprachwissenschaft in Minsk und absolvierte ein Studium der Polonistik und Kunstgeschichte in Dresden. Sie engagiert sich ehrenamtlich für Menschen in Krisengebieten (Ukraine und Belarus) und koordiniert eine Initiative zur Übersetzung von Texten über Posttraumatische Belastungsstörung ins Russische.

Zu dieser Veranstaltung laden wir Sie und Euch herzlich ein! Zur Anmeldung: https://forms.gle/Y88LWFYXkUWREa2h9

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