DRA Newsletter September 2006


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Einladung: „Herbstgespräche“ zum Thema Xenophobie

Die 11. Deutsch-Russischen Herbstgespräche widmen sich in diesem Jahr dem Thema „Xenophobie – Fremdenfeindlichkeit, Gewalt und Identitätspolitik in Russland und Deutschland“. Wissenschaftler_innen, Politiker_innen und NGO-Vertreter_innen werden bei der Tagung am 17.-18.11. in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt die wachsenden fremdenfeindlichen Tendenzen in beiden Ländern und Konzepte zur Bekämpfung von Rassismus und Gewalt untersuchen. Zu den Teilnehmer_innen gehören u.a. der Leiter der Moskauer Bürgerrechtsorganisation Memorial, Arsenij Roginskij, die Jugendsoziologin Elena Omeltschenko, der Politologe Hajo Funke und der SPD-Fraktionschef im Sächsischen Landtag, Prof. Cornelius Weiss. Moderieren werden Markus Wehner (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung), Sabine Adler (Deutschlandfunk) und Jens Siegert (Heinrich-Böll-Stiftung Moskau). Zur Teilnahme an der vom DRA, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Evangelischen Akademie Berlin organisierten Tagung sind alle Interessierten herzlich eingeladen. Am 17.11. um 19 Uhr findet im Rahmen der Konferenz außerdem der Empfang der Stiftung Deutsch-Russischer Austausch statt. Weitere Informationen zu Programm und Anmeldung unter www.austausch.org.

2) DRA gibt Russlanderfahrung an Lehrer_innen und Schüler_innen weiter

Am 1.10. beginnt der DRA ein einjähriges Programm, mit dem neue Interessent_innen für deutsch-russische Jugendkontakte gewonnen werden sollen. Im Auftrag der unlängst gegründeten Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch in Hamburg wird der Verein mit Infoveranstaltungen bei Lehrer_innen und Schüler_innen für die Beschäftigung mit der russischen Sprache und für Partnerschaften mit Schulen in Russland werben sowie die Fördermöglichkeiten der Stiftung vorstellen. Der Arbeitsschwerpunkt wird dabei in den neuen Bundesländern liegen. Beteiligt sind auch ehemalige Freiwillige, die durch Vermittlung des DRA in russischen NGOs gearbeitet haben und den Jugendlichen von ihren Erfahrungen berichten werden, sowie die ostdeutsche Schülerzeitschrift „Spiesser“, die den Aktivitäten zusätzliche Öffentlichkeit verschaffen wird. Projektleiterin ist Susanne Müller, die 2001 bis 2003 für den DRA bereits ein EU-Projekt zur Entwicklung der Zivilgesellschaft in Belarus koordinierte.

3) Studie zu Demokratie an Schulen in der Ukraine und Belarus

Für die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ und im Auftrag der Europäischer Austausch gGmbH erstellt der DRA gegenwärtig eine Studie zu Formen der Demokratiebildung an Schulen in Belarus und der Ukraine. Konkret geht es dabei um Möglichkeiten und Formen der Mitbestimmung, um die Öffnung der Schule für das gesellschaftliche Umfeld und um das Lernen in Projekten. Wichtiger Bezugspunkt der Analyse sind die Diskussionen, die in letzter Zeit durch Initiativen wie das Europaratsjahr 2005 „Education for Democratic Citizenship“ oder das Programm der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung „Leben und Lernen von Demokratie“ angestoßen wurden. Die Veröffentlichung der Studie ist für Anfang 2007 vorgesehen.

4) DRA kooperiert mit der britischen Stiftung Charities Aid Foundation

Die Moskauer Vertretung der britischen Wohltätigkeitsorganisation Charities Aid Foundation (CAF) und der DRA haben eine aktive Zusammenarbeit vereinbart. Erstes gemeinsames Projekt ist eine Studienreise, die der DRA für die CAF organisiert und die Ende November eine Gruppe von Mitarbeiter_innen russischer NGOs nach Berlin und Jena führen wird. Dort werden sie Mechanismen der Zusammenarbeit zivilgesellschaftlicher Organisationen und kommunaler Behörden in Deutschland kennen lernen und erfahren, auf welche Weise NGOs in der deutschen Öffentlichkeit und Politik Gehör finden. In Vorbereitung der Reise werden Ende Oktober werden zwei Mitarbeiterinnen der CAF beim DRA in Berlin erwartet.

5) Kongress der SPD-Bundestagsfraktion zu Freiwilligendiensten

Unter dem Motto „Unser Engagement für das Engagement – Freiwilligendienste fördern“ fand am 20.9. im Deutschen Bundestag in Berlin ein Kongress der SPD-Bundestagsfraktion statt, an dem seitens des DRA Geschäftsführer Stefan Melle und die bisherige Projektleiterin der Europäischen Freiwilligenagentur, Eveline Odermatt, teilnahmen. Die Europäische Freiwilligenagentur des DRA Berlin präsentierte zudem ihre Arbeit auf einem „Markt der Möglichkeiten“ im Bundestag. Als wichtige Lernorte zwischen Schule und Beruf sind Jugendfreiwilligendienste im In- und Ausland derzeit so begehrt wie noch nie. Auf dem Kongress wurden Möglichkeiten zur Weiterentwicklung solcher Dienste, aber auch die verstärkte Beteiligung älterer Menschen, spezielle Angebote für sie sowie die Förderung einer Kultur der selbstverständlichen Freiwilligkeit diskutiert. Erörtert wurden auch die allgemeine Verbesserung der Rahmenbedingungen für solches ehrenamtliches Engagement, die Chancen für ein spezielles Gesetz sowie eine erste Bilanz des Modell-Programms „Generationsübergreifende Freiwilligendienste“ des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Weitere Informationen (Programm und Dokumentation) sind auf Anfrage per Mail beim DRA erhältlich bei assistenz@austausch.org.

6) Europäische Freiwilligenagentur St. Petersburg gegründet

Am 1.9. fiel der Startschuss für die Europäische Freiwilligenagentur St. Petersburg, die der DRA St. Petersburg mit Unterstützung der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“  und der Schmitz-Stiftung einrichten konnte. Die internationale Freiwilligenarbeit des DRA St. Petersburg wird damit quantitativ und qualitativ weiter entwickelt. Ziel ist zugleich eine verstärkte Wahrnehmung in der Öffentlichkeit, unter anderem durch Kooperationsangebote für westliche Freiwilligenorganisationen, die vor Ort selbst kein Büro besitzen. Zu den neuen Tätigkeitsbereichen der Petersburger Freiwilligenagentur gehören der Aufbau eines Alumninetzwerks, Initiativen zur Popularisierung des freiwilligen Engagements in der Stadt sowie die intensivere Zusammenarbeit mit Aufnahme-NGOs vor allem in der Nordwestregion Russlands.

7) Petersburger Hosting-Programme starten ins Austauschjahr 06/07

7 Schüler_innen, 12 Freiwillige und 6 Zivildienstleistende sind im September durch Vermittlung des DRA St. Petersburg in der nördlichen russischen Metropole eingetroffen. Die meisten von ihnen werden ein ganzes Jahr lang bleiben. Auf ihre Begegnung mit Russland, ihre Arbeit in russischen NGOs bzw. ihren Alltag in russischen Familien und Schulen wurden sie mit mehrtägigen Seminaren vorbereitet. Bei der Betreuung der Schüler_innen und Freiwilligen greift der DRA St. Petersburg auf ein wachsendes Netz russischer Freiwilliger zurück, die an der Begegnung mit den Gästen aus dem Ausland interessiert sind und sie beim Einstieg in das Petersburger Leben gern unterstützen. Finanziert werden die Aufenthalte zum Teil von den Programmteilnehmer_innen selbst, zum Teil durch Stipendien der Europäischen Kommission, der Stiftung „Erinnerung und Zukunft“ und der ZEIT-Stiftung.