DRA Newsletter September 2004


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Memorial erhält alternativen Nobelpreis

Die russische Organisation Memorial gehört zu den drei Preisträgern des diesjährigen Right Livelihood Award, der auch als der alternative Nobelpreis bekannt ist. Memorial wird dafür ausgezeichnet, dass die Organisation, ihre Mitglieder und Mitarbeiter_innen „unter sehr schwierigen Bedingungen und mit großem persönlichen Mut zeigen, dass Geschichte aufgezeichnet und verstanden werden muss und die Menschenrechte überall geachtet werden müssen...“. Memorial ist einer der ältesten Kooperationspartner des DRA in Russland (seit 1992) und wird auf den 9. Deutsch-Russischen Herbstgesprächen im Oktober mit Arsenij Roginskij, Elena Schemkowa, Irina Scherbakowa und Alexander Tscherkassow vertreten sein.

2) Einladung zum Empfang der Stiftung Deutsch-Russischer Austausch am 24.10. in Berlin

Die Stiftung Deutsch-Russischer Austausch lädt ein zu ihrem Jahresempfang am Sonntag, 24. Oktober 2004 um 18 Uhr in die Französische Friedrichstadtkirche am Gendarmenmarkt in Berlin. Joachim Gauck, Gasan Guseinov, Irina Scherbakowa und Myroslaw Marynowitsch diskutieren im Anschluss an die 9. Deutsch-Russischen Herbstgespräche das Thema „Historisches Gedächtnis und politische Symbolik“. Nach der Veranstaltung findet ein Empfang in den Räumen der Friedrichstadtkirche statt. Bitte melden Sie Ihre Teilnahme an der Veranstaltung an assistenz@austausch.org.

3) Trinationales Schulprojekt zu Menschenrechtsfragen

Die Einbindung von Menschenrechtsbildung in den Geschichtsunterricht ist Thema eines neuen trinationalen Projekts des DRA St. Petersburg, an dem Lehrer_innen und SchülerInnen aus Russland, Belarus und Deutschland teilnehmen werden. In Trainings und Schulprojekten werden sie sich mit dem Verhältnis von Staat und Bürger, den Menschenrechten und der heutigen Bedeutung der eigenen totalitären Vergangenheit auseinandersetzen. Im Mittelpunkt steht das sowohl historisch als auch aktuell verstandene Thema der Zwangsarbeit. Die Veröffentlichung neuer einschlägiger Unterrichtsmaterialien ist ebenfalls vorgesehen. Das Projekt wird von der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert. Als Partner des DRA beteiligen sich das Moskauer Jugendzentum für Menschenrechte und die Organisation Open Society aus Minsk.

4) Erste Trainings für Betreuungsdienste in Kiew

Mit zwei Seminaren beginnt Ende Oktober das vom DRA im Auftrag der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ koordinierte Weiterbildungsprogramm, das sich an MitarbeiterInnen von Betreuungsdiensten für ehemalige Zwangsarbeiter_innen wendet. Ursprünglich waren als Seminarorte Minsk und Kiew geplant und als Trainer Jochen Töpfer (Berlin) und Bohdan Maslych (Kiew) vorgesehen, mit denen der DRA seit langem zusammenarbeitet. Leider hat die Belarussische Botschaft in Berlin Jochen Töpfer ohne Angabe von Gründen die Einreise nach Belarus verweigert. Deshalb werden beide Seminare in Kiew stattfinden. Die Teilnehmer_innen aus Tallin, Moskau, Tyumen, Minsk, Krakau und fünf Städten der Ukraine werden sich mit Organisationsentwicklung sowie Freiwilligen- und Projektmanagment befassen und Gelegenheit zu intensivem Erfahrungsaustausch haben.

5) Radio Multikulti sendete Live-Interviews mit DRA-Freiwilligen

Am 25.8. waren die DRA-Freiwilligen Anastasiya Romanyk (Ukraine) und Valentina Shipovskaya (Russland) und die Projektassistentin Juliane Juergensohn bei dem RBB-Kanal Radio Multikulti live in der Sendung „Metro“ zu Gast. Die Moderatorin Brigitta Gabrin ging auf die DRA-Austauschprogramme ein und befragte dann die beiden Freiwilligen zu ihrem 6-monatigen Einsatz bei der Drogenberatungsstelle Misfit e.V. bzw. dem Bund gegen ethnische Diskriminierung (BDB) in Berlin. Valentina Shipovskaya berichtete über die Unterschiede der Drogenhilfearbeit in Russland und Deutschland, Anastasiya Romanyk über ihr Projekt zum Thema illegaler ukrainischer Flüchtlinge in Deutschland.

6) DRA-Freiwillige als Beobachterin bei Landtagswahlen

Das MenschenRechtsZentrum der Universität Potsdam ist einer der Einsatzorte des diesjährigen DRA-Freiwilligenprogramms. Sein Tätigkeitsschwerpunkt ist die Dokumentation und Aufarbeitung einschlägiger Materialien (insbesondere zur Rechtsprechung), die so einer breiten juristischen Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden sollen. Im Rahmen ihres Freiwilligendienstes im Potsdamer MRZ nahm die 26-jährige Galina Filatowa als Wahlbeobachterin an den Landtagswahlen in Brandenburg und Sachsen teil. Sie arbeitet in Kaliningrad als Rundfunk- und TV-Journalistin zu regionalpolitischen Themen und konnte Einblicke gewinnen, die im Hinblick auf ihre Tätigkeit von großem Interesse sind.

7) Diskussion zu NGO-Arbeitsbedingungen ergänzt Petersburger Dialog

In Ergänzung des offiziellen Petersburger Dialogs luden am 9.9. der DRA, die Heinrich Böll Stiftung, amnesty international, die Robert Bosch Stiftung und das Maecenata Institut interessierte NGOs und Stiftungen zu einer Diskussion über die rechtlichen und steuerlichen Rahmenbedingungen der internationalen zivilgesellschaftlichen Kooperation mit Russland nach Hamburg ein. Eine abschließende Erklärung der Veranstalter, die auf gravierende Mängel der aktuellen Gesetzgebung hinweist, kann von anderen betroffenen und interessierten Organisationen mitunterschrieben werden.

8) Anmeldung zu Deutsch-Russischen Herbstgesprächen noch möglich

Noch bis zum 7.10. ist es möglich, sich zu den 9. Deutsch-Russischen Herbstgesprächen am 22.–24.10. in Berlin anzumelden. Wie berichtet widmet sich die gemeinsame Veranstaltung des DRA, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Evangelischen Akademie Berlin und von Memorial / Moskau dieses Mal dem Thema: “Welche Geschichte formt die Gegenwart? Erinnerungskultur sechzig Jahre nach Kriegsende“. Anmeldungen bei der Evangelischen Akademie zu Berlin.