DRA Newsletter Oktober 2007


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder Fördermitgliedschaft! Der Verein finanziert sich ausschließlich durch projektgebundene Zuwendungen, Mitgliedsbeiträge und private Spenden. Ohne Ihre Unterstützung ist unsere Arbeit unmöglich. Herzlichen Dank!    

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Inhalt

1) Spenden für den DRA - jetzt auch im Internet

Ihre Einzelspenden sind eine unverzichtbare Hilfe bei der Finanzierung des Vereins. Ab sofort haben Sie auch die Möglichkeit der Online-Spende per Lastschrift. Unter dem Link „Spenden“ auf der Homepage des DRA e.V. haben wir ein Formular installiert, mit dem Sie unsere Arbeit per Internet stärken können. Die Anwendung läuft über einen hochsicheren, verschlüsselten Server der Bank für Sozialwirtschaft. Allen, die die Arbeit des Vereins unterstützen, möchten wir an dieser Stelle sehr herzlich danken!

2) Freiwilligendienste in Belarus! Präsentationsabend am 31.10. in Berlin

Über Möglichkeiten zu Freiwilligendiensten in Belarus informiert der DRA am 31. Oktober, 20 Uhr, in einer Veranstaltung im Berliner Kino „Krokodil“ (Greifenhagenerstr.32, 10437 Berlin). Anschließend werden zwei kurze Dokumentarfilme zu sehen sein: In „Bosche moi - Oh, mein Gott“ (BY 2005) porträtiert Galina Adamowitsch die 84-jährige Julite Karmasa, die in ihrem Heimatdorf Peligrinda an der Grenze von Belarus und Litauen Betonskulpturen fertigt und so zu einer lokalen Berühmtheit wurde. In „Monology“ (BY 2005) begleitet der Regisseur Aleh Daschkewitsch einen Boxer und eine Journalistin einen Tag lang; zwei Menschen, denen ansonsten im autoritären Belarus die Stimme verweigert wird, melden sich hier eindrucksvoll zu Wort. Alle Interessierten sind zu der Veranstaltung herzlich eingeladen! Das Projekt wird von der Robert Bosch Stiftung im Rahmen des „Kontaktprogramms Belarus“ gefördert.

3) Große Resonanz auf Deutsch-Russische Herbstgespräche zur Umweltkooperation

Etwa 120 Teilnehmer_innen verfolgten die Diskussionen deutscher und russischer Umweltexperten über gemeinsame Wege zu einer ökologischen Modernisierung in Russland auf den Deutsch-Russischen Herbstgesprächen des DRA, der Evangelischen Akademie und der Heinrich-Böll-Stiftung am 26. und 27. Oktober 2007. Bisher stehen Umweltbelange in Russland nur selten in der öffentlichen Diskussion. Dennoch steigt in vielen Unternehmen das Umweltbewusstsein, doch scheitern notwendige Investitionen (z.B. in den Ausbau erneuerbarer Energieträger u.a.m.) oft an politischen Rahmenbedingungen und fehlenden Finanzierungsinstrumenten. Referenten der Tagung in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt waren u.a. Michael Harms (Delegierter der Deutschen Wirtschaft in Moskau), Tobias Münchmeyer und Igor Podgorny (Greenpeace Deutschland bzw. Russland), Prof. Alexander Maximow (Leiter der Nationalen Bioenergieagentur Moskau) und Jürgen Keinhorst (Russland-Referent des Bundesumweltministeriums). Der bekannte Moskauer Umweltjournalist Grigori Pasko stellte seine Idee zum Aufbau eines deutsch-russischen Umweltinformationszentrums vor. Spontan initiiert wurde ein Netzwerk von Interessierten an der bilateralen Umweltzusammenarbeit. Weitere Mitstreiter_innen sind herzlich eingeladen, sich per E-Mail an info@austausch.org in den Verteiler aufnehmen zu lassen.

4) Teilweise hitzige Debatten beim Petersburger Dialog

In der Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft des Petersburger Dialogs gehörte in diesem Jahr erneut der Geschäftsführer des DRA, Stefan Melle, zu den eingeladenen Experten. Wie 2006 in Dresden konnten zu diesem Treffen am 13.-15. Oktober in Wiesbaden auch Vertreter_innen kritischer russischer Bürgerrechtsorganisationen anreisen. Vor allem in den Arbeitsgruppen Politik und Medien kam es zu teilweise heftigen Diskussionen um die in Deutschland meist kritische Einschätzung der politischen Entwicklung in Russland unter Präsident Putin. In diesem Sinne äußerte sich die Mehrheit der anwesenden deutschen, aber auch der russischen Journalist_innen und PolitologInnen, während einige russische Gäste von einer unumgänglichen Etappe auf dem Weg zu einem stabilen, demokratischen Staatswesen sprachen und in der Kritik traditionelle Vorurteile gegenüber Russland fortleben sahen. Die Arbeitsgruppe Zivilgesellschaft konstatierte die übermäßige bürokratische Belastung von nichtkommerziellen Organisationen (NKO) auf Basis des neuen NKO-Gesetzes von 2006, die etliche zur Aufgabe ihrer registrierten Tätigkeit gezwungen habe; die Verfolgung kritischer NKO sei allerdings bisher geringer als befürchtet. Auf Initiative des DRA beschloss die Arbeitsgruppe, Besuchsreisen für Mitarbeiter_innen der russischen Registrierungsbehörde Rosregistrazija bei deutschen Amtsgerichten - den hiesigen Registerstellen - zu organisieren. Außerdem soll die auf Zwischenkonferenzen im Juli begonnene Arbeit zu Problemen der Xenophobie und zur Aufarbeitung der Geschichte fortgesetzt und sollen Städtepartnerschaften stärker auch für bürgerrechtliche Projekte genutzt werden.

5) Unterstützung für Sozialprojekte in Nischni Nowgorod

Fünf vom DRA entsandte junge deutsche Freiwillige begannen Anfang Oktober ihren sechsmonatigen „Europäischen Freiwilligendienst“ in Nischni Nowgorod. Aufgrund von Problemen bei der Visaerteilung hatte sich die Ausreise um drei Wochen verzögert. Die Partnerorganisation des DRA vor Ort, das überregionale Netzwerk zur Förderung des zivilgesellschaftlichen Engagements „Sfera“ („Sphäre“), lud die Freiwilligen zunächst zu einem einwöchigen Einführungsseminar ein. Mittlerweile arbeiten sie in vier Jugendeinrichtungen und betreuen die Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen mit Lernschwächen und leichten Behinderungen.

6) Konzept für Zusammenarbeit von NGOs und Behörden in Petersburg

Einen Katalog von Vorschlägen für eine effektive Zusammenarbeit von Nichtregierungsorganisationen (NGO) und Behörden in St. Petersburg entwirft derzeit die gemeinnützige Organisation „Strategija“ für die Verwaltung der Stadt. Der DRA St. Petersburg hat dazu eine Analyse der Erfahrung aus Westeuropa beigetragen. Konkret wurden die Kooperationsstrategien, rechtlichen Grundlagen und praktischen Verfahren in der Zusammenarbeit von NGOs mit supranationalen Organisationen wie der Europäischen Kommission oder dem Europarat und mit den nationalen und Regionalregierungen untersucht. Die Recherche wird von „Strategija“ veröffentlicht. Das Gesamtkonzept wurde in der St. Petersburger Gesellschaftskammer (dem beratenden Gremium für die Zusammenarbeit von Staat und Bürgerinitiativen auf regionaler Ebene) angenommen und steht nun auf der Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen der Petersburger Stadtregierung. Weitere Informationen unter hier.

7) DRA-Freiwillige in Petersburg unterstützen Obdachlosenprojekt

Mit einer Straßenaktion in Nähe des Newski-Prospekts haben rund 40 Freiwillige des DRA Petersburg zum „Internationalen Tag des Kampfes gegen die Armut“ am 17. Oktober die Schaffung von Notunterkünften für Obdachlose durch die Organisation „Notschleschka“ („Nachtlager“) unterstützt. Jeden Winter sterben etliche der derzeit etwa 8.000 Obdachlosen in der Stadt, weil die Übernachtungsplätze nicht ausreichen. „Notschleschka“ errichtet und betreut Armeezelte, die von November bis April als Aufwärmorte dienen. Der Beitrag der Stadtverwaltung deckt jedoch nur drei dieser sechs Monate ab. Die DRA-Freiwilligen unterstützten eine SMS-Spendenaktion, mit der „Notschleschka“ die finanzielle Lücke schließen will. Trotz Dauerregens schufen sie eine warme Atmosphäre, die die Passanten einlud, über Hilfe für Obdachlose nachzudenken. Die international berühmte Künstlergruppe „Mitki“ verwandelte ein weißes Zelt symbolisch mit „warmen Farben“ in ein bemaltes Kunstobjekt und spendete es für eine Verkaufsaktion. Beidseits der Malaja Konjuschennaja-Straße konnten Passanten auf Bändern Erwartungen an Präsident Putin im Kampf gegen die Armut formulieren. Vorausgegangen war am 13. Oktober ein Besuch der Freiwilligen bei „Notschleschka“.

8) DRA auf Trägerkonferenz zum deutsch-russischen Jugendaustausch

Fast 100 Vertreter_innen deutscher und russischer Initiativen und Verbände trafen sich vom 26.-28. September in Stuttgart zur 1. Bilateralen Trägerkonferenz der Hamburger „Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch“ (DJRA). Julia Abrams und Robert Sperfeld vom DRA stellten im Rahmen einer „Langen Nacht der Partnerschaften“ die Freiwilligenprogramme des DRA in Berlin und Petersburg vor und knüpften Kontakte zu möglichen neuen Partnerorganisationen. Zur Sprache kamen auf der Konferenz u. a. die nach wie vor unzureichende finanzielle Ausstattung des russischen Büros für internationalen Jugendaustausch, das die Kooperation von Moskau aus begleiten soll, sowie die Visaprobleme, die den Jugendaustausch trotz der im Juni in Kraft getretenen neuen Vereinbarungen zwischen der EU und Russland weiterhin erheblich behindern. Der DRA wurde u.a. eingeladen, weil er derzeit mit der Stiftung DJRA das Schulprojekt „Vom anderen erfahren“ durchführt, das durch Veranstaltungen für LehrerInnen und SchülerInnen in den neuen Bundesländern das Interesse an Kontakten nach Russland und an der russischen Sprache stärken soll.

9) Tagung zur Situation der Kriegsgeneration in den neuen EU-Ländern

In Kooperation mit der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ veranstaltet der Europäische Austausch gGmbH vom 16.-18. November 2007 in Berlin eine Tagung zur Lebenssituation älterer Menschen in den neuen EU-Ländern. Dabei sollen insbesondere die Lage und die gesellschaftliche Stellung der NS-Verfolgten in den Blick genommen werden. In Workshops werden Wissenschaftler_innen und Vertreter_innen der Zivilgesellschaft unterschiedliche praktische Ansätze zur Unterstützung von Angehörigen der Kriegsgeneration diskutieren (häusliche Betreuung, Generationendialog, Aktivierung von Senioren, Fragen der europäischen Zusammenarbeit). Das Abschlusspodium wird die Auseinandersetzung mit der Geschichte als Voraussetzung für die Anerkennung der Lebensleistung dieser Generation in den Mittelpunkt rücken. Weitere Informationen und Anmeldung: Europäischer Austausch gGmbH, Erkelenzdamm 59, 10999 Berlin, Tel. +49 30 61671464-0; Sabine Erdmann-Kutnevic: erdmann@european-exchange.org; André Grabinski: grabinski@european-exchange.org; www.european-exchange.org

10) Stipendien für deutsch-russischen Masterstudiengang „Interkulturelle Sozialarbeit“

Einen deutsch-russischen Doppelmasterstudiengang „Interkulturelle Sozialarbeit“ bietet erstmals der langjährige Partner des DRA, die Berliner Alice Salomon-Fachhochschule für Soziale Arbeit, Gesundheit, Erziehung und Bildung (ASFH) in Kooperation mit der Moskauer Humanistischen Universität (MHU) an. Für die dreisemestrige Ausbildung vom 1. Februrar 2008 bis 30. Juni 2009 in Moskau (1. Semester) und Berlin (2./3. Semester) stehen 25 Studienplätze mit einem monatlichen Stipendium von 875,- € bereit. Bewerber_innen müssen über einen ersten Studienabschluss in Sozialarbeit oder in Human-, Sozial- oder Kulturwissenschaften sowie Russisch- und sehr gute Deutschkenntnisse verfügen. Als spätere Arbeitsfelder gelten u.a. der Jugend- und Kulturaustausch, die Beratung von Migrant_innen und die Tätigkeit in Forschungsprojekten.