DRA Newsletter November 2010


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Planungstreffen für Zivilgesellschaftsforum EU-Russland fand in Berlin statt

Zur Vorbereitung eines Zivilgesellschaftsforums EU-Russland trafen sich am 20. November in Berlin Vertreter von rund 30 führenden Nichtregierungsorganisationen (NGOs) aus Russland sowie aus 10 EU-Ländern. Vereinbart wurde, das EU-Russland- Zivilgesellschaftsforum auf einem Nachfolgetreffen in Prag im Frühjahr 2011 offiziell zu gründen. Vorbereitet wird es durch ein Organisationskomitee mit Vertreter_innen aus Moskau, Prag, Berlin und Brüssel, darunter auch Stefan Melle vom DRA. Bis dahin wird der Kreis der beteiligten Organisationen erheblich erweitert und sollen Vorlagen für eine Satzung sowie zu Strukturen, Teilnahme- und Beschlussmechanismen erarbeitet werden. Grundsätzlich verfolgt das Forum zwei Ziele: eine Intensivierung der thematischen Kooperation zwischen den NGOs beider Seiten sowie mehr Einfluss der Zivilgesellschaft auf die Entscheidungsbildung bei staatlichen Verhandlungen. Der Vorschlag zu dem Zivilgesellschaftsforum EU-Russland war Teil des im März 2010 von zahlreichen NGOs und Stiftungen aus Deutschland und der EU veröffentlichten Positionspapiers "Für einen Neustart in der zivilgesellschaftlichen Zusammenarbeit mit Russland". Dessen Initiatoren – der Deutsch-Russische Austausch und der Europäische Austausch – waren auch die Organisatoren des jetzigen Treffens in den Räumen der „Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ in Berlin. Unterstützt wurde es auch von der Robert Bosch-, der Bertelsmann- und der Heinrich-Böll-Stiftung. Weitere Details siehe unter www.austausch.org.

2) Umweltportal RNEI bietet deutsch-russisches Klimadossier zu Cancun

Das deutsch-russische Umweltportal des DRA www.RNEI.de / www.RNEI.ru hat zum 16. UN-Klimagipfel in Cancun (Mexiko) ein Dossier zum Gipfel und zur Klimapolitik in Deutschland und Russland gestartet, u.a. mit Analysen der russischen Position von der RNEI-Mitarbeiterin Angelina Davydova, Stellungnahmen deutscher, russischer und internationaler Umweltorganisationen sowie thematischen Links. Die zweisprachige Materialsammlung wird während der UN-Verhandlungen fortlaufend erweitert. Das im vorigen Monat gestartete Webportal RNEI wurde unterdessen mehrfach bei Umweltveranstaltungen vorgestellt: Am 25./26. Oktober nahmen Angelina Davydova, Stefan Melle und Grigory Pasko am Jahreskongress der russischen Umweltbewegung in Dubrovskij bei Moskau teil, wo der DRA die Sektion zu Umweltjournalismus mit mehr als 30 VertreterInnen russischer Medien und der wichtigsten russischen Umweltorganisationen organisierte. Am 17. November präsentierte RNEI-Redakteur Alexej Gorin das Portal in Hamburg beim Umweltseminar des MitOst e.V. „ECHTZEIT – junges projektlabor“ . Den jugendlichen Teilnehmer_innen aus St. Petersburg, Kaliningrad, Hamburg, Dresden und Stuttgart wurde die Spezifik des Umweltjournalismus nahe gebracht. Zugleich waren sie eingeladen, die Öffentlichkeitsarbeit für von ihnen erarbeitete Umwelt-Projekte zu besprechen und diese künftig auf RNEI.de / RNEI.ru vorzustellen und zu vernetzen.

3) Journalismus-Workshop zum Thema „Frei?Willig?Arbeiten?“ in Berlin

Einen einwöchigen Workshop zum Thema „Freiwilligenarbeit: Kompetenzgewinn oder unprofessioneller Umweg?“ veranstaltete der DRA vom 16. bis 22. November gemeinsam mit dem Deutschen Zentrum der Russischen Staatlichen Geisteswissenschaftlichen Universität (RGGU) in Moskau. Je zehn Jugendliche aus Russland und Deutschland, die sich bereits journalistisch betätigen, befassten sich unter Anleitung des DRA-Vorstandsmitglieds und erfahrenen Radio- und Webjournalisten Jörg Albinsky zunächst mit den Grundregeln publizistischen Arbeitens. Danach recherchierten sie in fünf deutsch-russischen Teams zwei Tage lang bei Organisationen vor Ort zu verschiedenen Aspekten des freiwilligen Engagements, um in noch einmal zwei Tagen anhand des gewonnenen Materials Beiträge in unterschiedlichen Genres zu verfassen: Schrift- und Audiobeiträge, Bildergalerien, Filme. Die Ergebnisse werden als Top-Thema auf dem deutsch-russischen Internetportal www.to4ka-treff.de veröffentlicht. Der Workshop wurde von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch www.stiftung-drja.de gefördert.

4) Streitschlichter_innen für Gomel

Im belarussischen Gomel führte der DRA am 13. Oktober das Seminar „Ältere Menschen engagiert in Schulen“ durch, an dem ältere Menschen und Vertreter_innen unterschiedlicher Organisationen und Einrichtungen teilnahmen. Die Bildungsveranstaltung im Rahmen des von der Stiftung EVZ geförderten DRA-Projekts „Ältere Menschen für Ältere“ wurde von der Geschäftsführerin des Berliner Vereins „Seniorpartner in School“, Christiane Richter, geleitet. Die Organisation bildet ältere Menschen zu Schulmediatoren aus, die anschließend Kindern und Jugendlichen helfen, Konflikte gewaltfrei zu lösen. In Arbeitsgruppen diskutierten die Seminarteilnehmer_innen diese Idee lebhaft und praxisbezogen. Sind ältere Menschen in Gomel bereit, ehrenamtlich als Konfliktmanager in Schulen zu arbeiten? Würden sie in dieser neuen Funktion von Lehrern und Eltern überhaupt akzeptiert? Und welche gesetzlichen Grundlagen sind in Belarus für ein solches bürgerschaftliches Engagement gegeben? Wie lässt sich die 80-stündige Mediatorenausbildung verwirklichen? Thematisiert wurde auch, dass Deutschland und Belarus gleichermaßen vom demografischen Wandel betroffen sind und daher das große Potential der „jungen Alten“ für die Gesellschaft besser nutzen sollte. Es wurde aber auch deutlich, dass ältere Menschen in Belarus erheblich schlechter versorgt sind als in Deutschland. Sie müssen sich viel mehr um lebensnotwendige Dinge des Alltags kümmern und haben daher wesentlich weniger Zeit und Kraft für ein ehrenamtliches Engagement.

5) Beim neuen Berliner Partizipations- und Integrationsgesetz mitreden

Am 10. November fand in Berlin auf Initiative des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) ein „Gedankenaustausch Integration“ statt, zu dem auch die Leiterin des DRA-Projekts „professija.DE – Deutsch-russische Unternehmen engagiert für Integration und Ausbildung“, Evelyn Scheer, eingeladen war. Die etwa 40 Teilnehmer_innen der Gesprächsrunde hatten Gelegenheit, den Entwurf des neuen Partizipations- und Integrationsgesetz des Berliner Senats zu diskutieren und Vorschläge direkt an den Bürgermeister zu richten. Insgesamt haben 25 Prozent der Berliner_innen einen Migrationshintergrund. Mit dem neuen Gesetz will der Senat für mehr Chancengleichheit sorgen. Wowereit betonte, dass es dabei nicht um eine Bevorzugung von Migrant_innen, sondern um den Abbau von Benachteiligungen gehe, wie sie für diese Bevölkerungsgruppe immer noch bestehen, so im Bildungswesen, im Erwerbsleben oder auf dem Wohnungsmarkt. Ein wichtiger Aspekt der aktuellen Integrationsdebatte ist auch die Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse. Die Bundesregierung hat in dieser Frage Eckpunkte für ein neues Gesetz vorgelegt. Danach soll jeder Zugewanderte das Recht auf ein Anerkennungsverfahren bekommen, ferner sind Möglichkeiten der Teilanerkennungen und Nachqualifizierung vorgesehen.

6) Schüleraustausch Frühjahr 2011: Bewerbungen noch bis 15. Dezember möglich!

Für das ein- bis zweimonatige Schüleraustauschprogramm, das im April 2011 mit dem Besuch der deutschen Schüler_innen in St. Petersburg oder Petrosavodsk beginnt und im Juni mit dem Gegenbesuch der russischen Austauschpartner_innen in Deutschland fortgesetzt wird, sind Bewerbungen noch bis zum 15. Dezember möglich. Die teilnehmenden Schüler_innen leben in Russland in der Familie ihres Austauschpartners und gehen dort zur Schule oder absolvieren ein Sozialpraktikum in einer gemeinnützigen Organisation.

7) Petersburg: Zwischenseminar für deutsche Freiwillige in GUS-Staaten

22 deutsche Teilnehmer_innen von »kulturweit«, dem Freiwilligendienst des Auswärtigen Amts in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission e.V., absolvierten vom 30. Oktober bis zum 3. November in St. Peterburg ein Zwischenseminar, dessen Durchführung zum dritten Mal der dortige DRA übernommen hatte. Hinter ihnen lagen die ersten sechs Wochen ihres Freiwilligendienstes in Kasachstan, Armenien, Usbekistan, Belarus oder Russland, wo sie 6 bis 12 Monate an deutschen Schulen, Goethe-Instituten oder in DAAD-Niederlassungen mitarbeiten. Wichtig war ihnen allen der Austausch ihrer Eindrücke und Ideen. Zum Programm gehörte aber sehr viel mehr: Treffen mit Expert_innen zu Themen wie z.B. „Massenmedien in Russland und der GUS“, das Kennenlernen verschiedener Jugendinitiativen, ferner ein Kulturprogramm und vor allem das so genannte Reflexionstraining, das immer außerhalb der Stadt stattfindet und auch gemeinsame Aktivitäten in der Natur umfasst. Ein Teil dieses Trainings galt der Fortentwicklung eigener Projektideen in spielerisch-kreativer Form, die während des weiteren Freiwilligenaufenthalts nach Möglichkeit verwirklicht werden sollen. Die Trainerinnen waren Grit Gierth von „kulturweit“, die Leiterin der europäischen Freiwilligenagentur des DRA, Natalia Kudryavtseva, und Olga Skobina, Seminarleiterin aus dem Programm des Theodor-Heuss-Kollegs.