DRA Newsletter November 2009


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder Fördermitgliedschaft! Der Verein finanziert sich ausschließlich durch projektgebundene Zuwendungen, Mitgliedsbeiträge und private Spenden. Ohne Ihre Unterstützung ist unsere Arbeit unmöglich. Herzlichen Dank!    

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Inhalt

1) Gesucht: neue Fördermitglieder für den DRA!

Vom Freiwilligendienst über Medien-, Umwelt- und Sozialprojekte bis zum politischen Diskurs reicht das Engagement des DRA für einen lebendigen Austausch. Im Laufe von 18 Jahren haben Tausende Menschen durch die in Deutschland, Russland, der Ukraine und Belarus angesiedelten Programme des Vereins Zugang zur Ost-West-Kooperation gefunden, hinzugelernt, anderen geholfen. Durchführen können wir diese Programme einerseits dank der Förderung durch Stiftungen und die öffentliche Hand - und andererseits dank Spenden sowie Beiträgen unserer Mitglieder und Fördermitglieder. Ohne diese individuellen Unterstützer_innen, die unsere Ziele teilen, wäre unsere Arbeit schlicht unmöglich. Nur durch sie können wir zum Beispiel die fast immer obligatorischen Eigenteile für Projekte aufbringen oder eigenständig Veranstaltungen im Ost-West-Dialog initiieren. Werden auch Sie Fördermitglied des DRA! Ihr Beitrag, dessen Höhe Sie selbst bestimmen, verleiht der Arbeit des Vereins die Stabilität, die er dringend braucht, um sich auch weiterhin sachkundig, konsequent und nachhaltig engagieren zu können - für eine vielseitige demokratische Zusammenarbeit mit Osteuropa! Schon jetzt danken wir Ihnen sehr herzlich für Ihre Unterstützung! Aufnahmeformular/ weitere Informationen: www.austausch.org/spenden

2) Journalistenaustausch Berlin - St. Petersburg 2009 erfolgreich abgeschlossen

Wie baut man Energiesparhäuser, wann funktioniert Mülltrennung, wie arbeiten Umwelt-NGOs mit Medien, welche deutsch-russischen Ökoprojekte gibt es? Antworten auf diese und viele andere Fragen erhielten fünf Fernseh-, Radio- und Zeitungsredakteur_innen aus St. Petersburg bei einem Berlin-Aufenthalt vom 23.-28. November im Rahmen des diesjährigen DRA-Journalistenaustauschs zwischen beiden Städten. Sie besuchten u.a. die Agentur für Erneuerbare Energien und die Deutsche Energieagentur (DENA), die Initiative Wohnungswirtschaft Osteuropa (IWO), Greenpeace, die Klimaschutzinitiative Germanwatch, das Bundesumweltministerium und den Russlandbeauftragten des Auswärtigen Amtes. Zuvor hatten sich fünf Kolleg_innen aus Berlin vom 9.-14. November in St. Petersburg aufgehalten. Sie besuchten dort u.a. eine Vorbereitungstagung russischer, ukrainischer und belarussischer Umwelt-NGOs zur bevorstehenden UN-Klimakonferenz und befragten das Ölunternehmen Gasprom-Neft nach ersten Folgen der seit kurzem in Russland proklamierten Energieeffizienzpolitik sowie die Behörde Rosatom nach ihren Plänen mit dem deutschen Siemens-Konzern. Im Deutschen Generalkonsulat, das den Austausch finanziell förderte, hielt Michael Bauchmüller von der Süddeutschen Zeitung einen öffentlichen Vortrag zu den divergierenden Klimaschutzpositionen innerhalb Deutschlands und den Herausforderungen, vor denen die Konferenz in Kopenhagen steht.

3) Verbraucher als Träger der Demokratie? – Eindrücke von den 14. Herbstgesprächen

Die Weltwirtschaftskrise hat in Deutschland und Russland etliche, sehr unterschiedliche Probleme noch stärker sichtbar gemacht – deren Bewältigung aber nimmt bisher niemand ernsthaft in Angriff. Dies ist das Fazit der 14. Deutsch-Russischen Herbstgespräche des DRA, der Evangelischen Akademie und der Heinrich-Böll-Stiftung zum Thema „Brauchen wir neue Gesellschaftsverträge?“, die am 20./21. November am Berliner Gendarmenmarkt stattfanden. In Russland, so erklärte der Volkswirt Jevgenij Gontmacher, gebe es trotz jüngster Aufrufe von Präsident Medvedev noch lange keine Mehrheit für eine Modernisierung der Gesellschaft. Die Beamtenschaft erhoffe Abhilfe erneut durch hohe Rohstoffpreise, eine echte politische Pluralität sei weder auf föderaler noch auf regionaler Ebene gewollt. Kontrovers aufgenommen wurde die These der Soziologin Tatjana Worozhejkina, wonach sogar Medvedevs Appelle nur Fassade seien. Ihr Kollege Alexander Auzan erwartet Besserung nur, wenn die Verbraucher_innen die seit 1991 zum Alltag gewordene Wahlmöglichkeit beim Konsum auch in ein Anspruchsverhalten in Politik- und Rechtsfragen übertragen. Dies werde aber noch ein bis zwei Generationen dauern. Mit Bezug auf die Bundesrepublik kritisierten die deutschen Referenten v.a. die ungeklärte Finanzmarktregulierung. Zugleich werde immer wieder in anfällige Banken und Firmen anstatt in die Bildung als Innovationsvoraussetzung investiert. Auch werde das notwendige Ausmaß der ökologischen Umorientierung weithin unterschätzt.

4) DRA ermöglicht russischen Journalist_innen Fahrt zur Weltklimakonferenz

Durch eine Initiative des DRA und der Heinrich-Böll-Stiftung werden sechs Redakteur_innen russlandweiter Medien aus Moskau und St. Petersburg im Dezember zur UN-Klimaschutzkonferenz in Kopenhagen reisen und direkt von dort berichten können. Die beteiligten Mitarbeiter_innen der Nachrichtenagentur RIA Novosti, des Radiosenders Echo Moskvy sowie der Zeitungen Kommersant, Rossijskaja Gaseta, RBK Daily und Bolschoj Gorod erhielten dafür Ende November bereits eine fachliche Einführung, an dem auch Expert_innen russischer Umwelt-NGOs mitwirkten. Weitere Treffen von Medien und NGOs sind nach der Klimakonferenz sowie zu den UN-Nachfolgetreffen 2010 vorgesehen. Ermöglicht werden all diese Maßnahmen durch eine Förderung des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche. Sie ergänzen zugleich das Umweltbildungsprogramm, das der DRA mit Unterstützung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und weiterer Partner seit Anfang 2009 für russische Journalist_innen organisiert. Die russische Regierung hat sich unterdessen erstmals von einer bloßen Wachstumsstrategie verabschiedet und angekündigt, die Treibhausgas-Emissionen wie die EU bis 2020 um rund ein Viertel gegenüber 1990 mindern zu wollen. Klimaexperten kritisieren dies als unzureichend: Der Wirtschaftseinbruch nach Zerfall der Sowjetunion habe seinerzeit den Ausstoß von Klimagasen gesenkt, der jetzt in Aussicht gestellte Effekt sei daher unwesentlich.

5) Austausch mit Udmurtien: DRA organisierte Studienaufenthalt

Neues Wissen, viele Anregungen und einen großen Motivationsschub nahmen nach eigenem Bekunden sechs Mitarbeiter_innen der Jugendsozialarbeit aus Udmurtien von ihrem Berlin-Aufenthalt mit, der im November zu Ende ging. Drei Monate lang hatten die Gäste aus der westlich des Ural gelegenen russischen Teilrepublik in Einrichtungen der Jugendarbeit, der Behindertenhilfe und der schulischen Bildung hospitiert. Beeindruckt zeigten sich die Programmteilnehmer_innen auch von den wöchentlichen Vor-Ort-Besuchen und Begegnungen, die ihnen Einblicke in die politische und gesellschaftliche Praxis der Bundesrepublik, in Methoden der Behinderten- und Freiwilligenarbeit sowie in den deutschen Umgang mit der eigenen Geschichte boten. Die Hospitation wurde von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch gefördert. Für 2010 ist ein Gegenbesuch von Berliner Fachkräften der Jugendsozialarbeit in Udmurtien geplant. Den Rahmen bildet eine Kooperation mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband Berlin, der auch die Durchführung seines eigenen, seit 13 Jahren bestehenden Austauschprogramms mit Udmurtien ab 2010 dem DRA übertragen hat.

6) Berlin: Workshop zu Integrationsförderung durch Patenschaftsprojekte

Einen Tagesworkshop über „Kooperationsfelder für Patenschaftsprojekte und Migrantenorganisationen“ veranstaltete die Berliner Servicestelle der „Aktion zusammen wachsen“, an der auch der DRA beteiligt ist, am 5. November im Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. in Berlin-Kreuzberg. Die Leiterinnen des Workshops, Andrea Brandt (Freiwilligenagentur Kreuzberg, Patenschaftsprogramm biffy Berlin) und Bettina Bofinger (DRA), erläuterten den 20 Mitarbeiter_innen aus bestehenden Patenschaftsprojekten sowie aus Migrantenorganisationen bzw. Trägern der Migrationsarbeit zunächst allgemeine Grundsätze erfolgreicher Kooperationen sowie mögliche Ebenen des Zusammenwirkens in Patenschafts- oder Mentoringprojekten. In Arbeitsgruppen wurde anschließend praxisbezogen über Ideen und Ansätze diskutiert, so auch über die Frage, wie Migrant_innen angesprochen und für eine Mitwirkung gewonnen werden können. Der von den Teilnehmer_innen sehr positiv bewertete Workshop endete mit mehreren konkreten Vereinbarungen zu gemeinsamen Projekten. Eine Dokumentation erscheint in Kürze unter www.aktion-zusammen-wachsen.de/berlin/index.php?id=103.