DRA Newsletter November 2005


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Russlands Parlament bereitet restriktive NGO-Gesetzgebung vor

Die russische Staatsduma plant, noch in diesem Jahr ein Gesetz zu verabschieden, das das Verfassungsrecht der Bürger_innen auf die Bildung von Vereinigungen erheblich einschränken und die Arbeit russischer, aber auch internationaler NGOs wesentlich behindern würde. Der Gesetzentwurf erweitert die staatlichen Möglichkeiten, die Tätigkeit von NGOs zu kontrollieren, untersagt ausländischen Staatsbürger_innen das Engagement in russischen Bürgerinitiativen und schränkt das verfassungsmäßige Recht auf Zusammenschluss in nichtregistrierten Organisationen ein. Der DRA ist besorgt über diese Gesetzesvorlage, die sowohl der russischen Verfassung als auch der Europäischen Menschenrechtskonvention widerspricht. Weitere Informationen.

2) Gedenkveranstaltung für Timur Katscharaw in St. Petersburg

Am 13.11. wurde in St. Petersburg der 20-jährige Student und Musiker Timur Katscharaw von einer Gruppe Skinheads erstochen. Ein Freund von ihm kam mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus. Timur Katscharaw gehörte der St. Petersburger Antifa- und Friedensbewegung an. Zur Teilnahme an der Gedenkveranstaltung, die am 21.11. am Tatort im Zentrum von St. Petersburg stattfand, hatte auch der DRA St. Petersburg aufgerufen. Die Staatsanwaltschaft hat die Ermittlungen aufgenommen. Der DRA ist bestürzt über den brutalen Mord und beunruhigt über die stetige Zunahme von rechtsradikaler Gewalt gegen ethnische Minderheiten und politische AktivistInnen in St.Petersburg. Weitere Informationen.

3) Ukraine: Freiwilligenengagement fördern heißt NGOs stärken

Um Grundlagen und Perspektiven der NGO-Arbeit geht es bei zwei Konferenzen, die dieser Tage im Rahmen des EU-geförderten DRA-Projekts zur Stärkung der ukrainischen Zivilgesellschaft in Donezk und Tscherniwzi stattfinden. Die Teilnehmenden sind jeweils rund 30 Vertreter_innen von fünf Zentren der Sozialen Partnerschaft, die mit Unterstützung des DRA in Sumy, Cherson, Riwne, Donezk und Tscherniwzi entstanden sind. Nicht zuletzt soll bei den mehrtägigen Arbeitstreffen geklärt werden, inwiefern bei den NGOs vor Ort ein Bedarf an Freiwilligen besteht und wie das Angebotsspektrum einer eventuellen Freiwilligenagentur zu gestalten wäre. Die Module zu diesen Fragen gestaltet als Experte des DRA Stephan Malerius, der Ende der neunziger Jahre die internationale Freiwilligenagentur des Vereins aufbaute.

4) DRA-Freiwilligenagentur lädt zum Projektempfang

Seit August hat der Deutsch-Russische Austausch dreizehn Freiwillige aus Russland, der Ukraine und Moldowa in Berlin willkommen geheißen, die hier ein halbes Jahr lang in nichtstaatlichen Einrichtungen mitarbeiten. Wie bereits in den letzten Jahren veranstaltet die Europäische Freiwilligenagentur des DRA jetzt ein Treffen, das all jene zusammenbringen soll, die in unterschiedlicher Weise direkt an diesem Austauschprojekt beteiligt sind: Vertreter_innen der Aufnahmeorganisationen, Förder_innen, Mentor_innen, Mitbewohner_innen der Freiwilligen u.a.m. Der diesjährige Projektempfang findet am 6.12. um 18:30 Uhr in den Räumen des DRA (Brunnenstrasse 181, 10119 Berlin) statt. Herzlich eingeladen sind dazu auch alle Mitglieder und Alumni, die Lust haben, die Freiwilligen kennen zu lernen.

5) Zehnjähriges Jubiläum der Deutsch-Russischen Herbstgespräche

Zum zehnten Mal fanden am 18.11. in der Französischen Friedrichstadtkirche in Berlin die Deutsch-Russischen Herbstgespräche statt. Die Referent_innen waren Tatjana Worozheikina (Moskauer Hochschule für Sozial- und Wirtschaftswissenschaften), Mischa Gabowitsch (Neprikosnowenny sapas), Andrei Zagorski (MGIMO), Gassan Gusseinow (Deutsche Welle), Uwe Halbach (SWP Berlin) und Boris Reitschuster (Moskauer Büro des Focus). Unter der Überschrift „Abschied vom Imperium“ wurden neben der Frage nach Russlands Politik gegenüber seinen Nachbarn in Europa unter anderem die Auswirkungen der Bürgerbewegungen in der Ukraine auf die russische Gesellschaft und die aktuellen Restriktionen gegenüber der Arbeit russischer und internationaler NGOs diskutiert. Die Veranstaltung wurde wie in den vergangenen Jahren in Kooperation mit der Evangelischen Akademie Berlin und der Heinrich Böll Stiftung durchgeführt.

6) DRA St. Petersburg startet Newletter

Das Büro des Deutsch-Russischen Austauschs in St. Petersburg hat seine Website aktualisiert und berichtet ab sofort mit einem regelmäßigen zweisprachigen E-Mail-Newsletter über seine Aktivitäten. Der Newsletter kann abonniert werden.