DRA Newsletter November 2004


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Neues DRA-Projekt in Berlin: Mitmachtage für russischsprachige Zuwanderer

Auf Basis seiner Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse hat der DRA ein neues integrationsförderndes Angebot für russischsprachige Zuwanderer in Berlin entwickelt. Sie werden eingeladen, bei „Mitmachtagen“ gemeinsam mit Einheimischen Aktionen zugunsten gemeinnütziger Projekte durchzuführen. Dabei sollen die Freude an der Sache und die Unterstützung anderer Menschen gleichermaßen eine Rolle spielen und Vorstellungen von der Vielfalt des Ehrenamts vermittelt werden. Wenn die Beteiligten Interesse an einer längerfristigen freiwilligen Tätigkeit finden, wird der DRA beratend und vermittelnd weiterhelfen. Das Projekt kann dank der Unterstützung des Deutschen Hilfswerks aus Mitteln der ARD-Fernsehlotterie realisiert werden.

2) Wolgograd: Erstes Bürgerrechtsforum zu Jugend und Behinderung

Erstmals veranstalteten in Wolgograd die Menschenrechtsorganisation „Klub UNESCO“, die Behinderteninitiative „Offene Welt“ und das Komitee für Jugendangelegenheiten der Gebietsadministration vom 10.-12.11. ein Jugendforum, das jungen Menschen mit und ohne Behinderungen sowie VertreterInnen von NGOs, Lokalpolitik, Wissenschaft und Medien Gelegenheit zum Austausch bot. Im Mittelpunkt standen Fragen der Jugend- und Bildungspolitik und Wege zur Überwindung der Ungleichbehandlung von behinderten und nichtbehinderten Jugendlichen. Mit dem Forum schloss der „Klub UNESCO“ sein Programm „Jugend für Jugend“ ab; dessen Rahmen bildete das vom Diakonischen Werk der EKD unterstützte DRA-Netzwerkprojekt zur Stärkung der Interessenvertreter sozial benachteiligter Gruppen in Südrussland. Weitere Informationen unter www.openworld.ru, www.detirossii.narod.ru.

3) Spenden ermöglichen Rechtshilfe für Opfer von Beslan

Über 9.000 Euro erbrachte seit September ein gemeinsamer Spendenaufruf des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes Berlin und des DRA zugunsten der Opfer von Beslan. In Kooperation mit seiner russischen Partnerorganisation „Graschdanskoje Sodeistwie“ („Bürgersolidarität“) wird der DRA nun zunächst auf ein Jahr in Beslan eine kostenlose juristische Beratungsstelle einrichten. Auf diesem Wege soll versucht werden, den Menschen dort bei der Vertretung ihrer Rechte und Interessen zu helfen. Spendenkonto: 3318100, Bank für Sozialwirtschaft Berlin, BLZ 100 205 00, Kennwort „Beslan“. Weitere Informationen (zusammengestellt von Lehrern aus Beslan und Angehörigen der Opfer).

4) Für eine UN-Konvention gegen das Verschwindenlassen

Unter Beteiligung des DRA fand in Berlin vom 29.-31.10. eine internationale Fachtagung zum Thema „Verschwindenlassen“ statt. Innerhalb Europas sind besonders Belarus und Tschetschenien von Verbrechen dieser Art betroffen. Die Tagung sollte Vertreter_innen osteuropäischer NGOs die Vernetzung mit Kolleg_innen aus Lateinamerika, Afrika und Asien ermöglichen. Derzeit liegt ein Entwurf zu einer UN-Konvention gegen das Verschwindenlassen vor, aber die ablehnende Position einiger Staaten (u.a. Indien, Russland, China) und die zögernde Haltung anderer (u.a. Deutschland) lassen befürchten, dass sie wenn überhaupt nur in abgeschwächter Form angenommen wird. Die Tagung schloss mit Verabschiedung einer Resolution, in der die internationale Staatengemeinschaft und insbesondere auch die deutsche Bundesregierung aufgefordert werden.

5) DRA-Freiwilligenagentur mit Qualitätssiegel ausgezeichnet

Am 28.10.04 erhielt der DRA das Zertifikat „Qualität in Freiwilligendiensten – Quifd“ für das Jahr 2004/2005. Es wird seit Juli diesen Jahres von der Robert-Bosch-Stiftung an Organisationen vergeben, die Freiwillige entsenden. Zuvor wird deren Arbeit nach strengen Kriterien in allen Einzelheiten überprüft, so die fachliche Anleitung, die Auswahlverfahren, die persönliche Begleitung u.a.m. Nur wenn eine Organisation die Anforderungen in hohem Maße erfüllt, wird das Qualitätssiegel zugesprochen. Es muss regelmäßig neu erworben werden.

6) Aufruf zu Rechtstaatlichkeit im Fall Chodorkowskij

Seit Oktober 2003 befindet sich der Anteilseigner und frühere Vorstandsvorsitzende des Ölkonzerns Yukos, Michail Chodorkowskij, der auch Vorsitzender der Stiftung „Offenes Russland“ ist, zusammen mit dem Miteigentümer Platon Lebedew in Haft. Vorgeworfen werden ihnen Verstöße gegen Steuer- und Wirtschaftsgesetze. 49 prominente Vertreter_innen von Politik und Zivilgesellschaft setzen sich in einem öffentlichen Aufruf für rechtstaatliche Vorgehensweisen gegen den Konzern und seine früheren Verantwortlichen ein. Sie fordern offene, transparente Verfahren und die strikte Achtung des international und auch in Russland geltenden Rechts der Angeklagten auf die Unschuldsvermutung. Für den DRA e.V. hat Geschäftsführerin Stefanie Schiffer den Aufruf unterzeichnet; Wortlaut unter hier.

7) Veröffentlichungen zu interethnischen Beziehungen in Russland

Zum Abschluss des EU-Projekts „Promotion of Tolerance and Improving Interethnic Relations“ (Russland) erscheinen in diesen Wochen zahlreiche Veröffentlichungen, die in den einzelnen Programmkomponenten erarbeitet wurden und wesentlich zur Nachhaltigkeit der Ergebnisse beitragen sollen. Die Arbeiten, die überwiegend auf Russisch vorgelegt werden, umfassen Aufsätze zur Migration in Russland, Analysen einer rechtlichen Regulierung interethnischer Beziehungen, ein Buch zum interkulturellen Dialog an Schulen u.a.m.; ausführlichere Informationen zu den einzelnen Titeln in Kürze auf der DRA-Homepage.