DRA Newsletter Mai - Juni 2016

Liebe Leserinnen und Leser,

„Mehr bewegen!“ heißt ein Projekt des DRA, das nach dem Start in der Ukraine 2015 nun auch Russland und Georgien einbezieht und das wir Ihnen im neuen Newsletter vorstellen. Sein Titel steht dafür, Jugendliche mit Modellwahlen „Unter18“ für konkrete, reale Politik zu interessieren, letztlich – für die eigenen Anliegen in jeder Kommune. Das Motto könnte aber auch für die Arbeit des DRA insgesamt stehen: Mehr zu bewegen, voranzubringen trotz all der Rahmen, die ringsum fragil und krisenhaft werden – die EU, die innere Sicherheit, das EU-Russland-Verhältnis, der Konsens zugunsten der demokratischen Werte und Institutionen in Deutschland und bei unseren Nachbarn. Gerade jetzt. In jedem kleinen oder großen Projekt, von denen wir Ihnen hier berichten – vom Jugendaustausch zur Erinnerung an den II. Weltkrieg zwischen Berlin und Wolgograd, von der Arbeit für den transkontinentalen Klimaschutz, dem Rechtsdialog zwischen NGOs und Experten im Rahmen des EU-Russland-Zivilgesellschaftsforums, der Anti-Diskriminierungsarbeit in der Ukraine usw. – geht es außer um die konkreten Ziele auch um das „große Ganze“: Die Schaffung und Förderung von Gesellschaften, die allen eine friedliche und freie gemeinsame Entwicklung ermöglicht, ohne die Umwelt und diese Gesellschaften zu zerstören. Das wird für unser Land und alle anderen auch weiter ein haltbarer Maßstab bleiben. Wir sind Ihnen dankbar, wenn Sie uns dabei unterstützen. Mit allen guten Wünschen für den Sommer.

Ihr Stefan Melle und das Team des DRA

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Inhalt

1) „Mehr bewegen mit Hilfe der Jugend“ – Projekt des DRA zur Förderung der Jugendbeteiligung in der Ukraine, Russland und Georgien

Das 2014 mit ukrainischen Partnern gestartete Jugendbeteiligungsprojekt des DRA „Mehr bewegen!“ ist seit Februar 2016 über die Ukraine hinaus auch in Russland und in Georgien aktiv. Ziel des Projektes ist es, Multiplikator_innen in jeweils mehreren Regionen der Ukraine, Russlands und Georgiens weiterzubilden und damit die Partizipationsmöglichkeiten für Kinder und Jugendliche in diesen Ländern zu verbessern. Im Mai fanden die ersten Schulungen in Kiew, Charkiw, Odessa sowie in Selenogorsk bei Petersburg statt. Im Fokus steht dabei unter anderem die das Thema, Jugendwahlen zu organisieren und Schüler_innen für sie zu begeistern.

Im Zusammenhang mit den Parlamentswahlen in Georgien im Oktober 2016 erfolgt dabei die Umsetzung der Jugendwahlen auch in sechs georgischen Modellregionen. Einen zweiten Workshop in Georgien zu den Erfahrungen in der Ukraine und Deutschland erlebten im Juni 15 Pädagoginnen aus Kutaisi, Sugdidi und Batumi. Welche Anpassungen gab es in der Ukraine, welche Methoden könnten in Georgien geeignet sein? Experten dazu waren die Projektpartnerin Liudmyla Parashchenko von der „Agentur für Bildungspolitik in der Ukraine“ und Dominik Ringler von der Regionalen Arbeitsstelle (RAA) Demokratie und Integration Brandenburg e.V.

Mehr Informationen über die ersten Maßnahmen finden Sie allgemein auf der Projektseite. Gefördert wird das Projekt aus Mitteln des Auswärtigen Amtes und der Berliner Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft.

2) RNEI-Direktorin Angelina Davydova mit dem Russischen Nationalen Umweltpreis 2016 ausgezeichnet

Für ihre „große initiativreiche und aktive analytische, publizistische und aufklärerische Tätigkeit“ hat Angelina Davydova, Klimajournalistin und Leiterin des Russisch-Deutschen Büros für Umweltinformation (RNEI) St. Petersburg den Nationalen Umweltpreis der russischen Umweltschutzbewegung in der Kategorie "Für die Entwicklung der Umweltbildung in der Russischen Föderation" und den Sonderpreis "Grüne Eule" erhalten. Das RNEI ist enger Kooperationspartner des DRA Berlin in den Bereichen Umwelt und Klima. Der Chefredakteur des Online-Journals "Zeljonyj Mir" ("Grüne Welt") erläutert die Jury-Entscheidung mit Angelina Davydovas „ausgewogener, gründlicher und markanter“ Berichterstattung über Klimafragen als freie Korrespondentin für die Zeitung Kommersant. Die engagierte Journalistin ist darüber hinaus Chefredakteurin des Magazins „Ekologija i pravo“ (Umwelt und Recht). Fotos von der Preisverleihung auf der DRA-Facebookseite, ein Bericht von der russischen Nachrichtenagentur RIA Novosti. Der DRA Berlin gratuliert herzlich! Mehr Informationen über die Tätigkeit des RNEI unter www.rnei.de und www.rnei.ru.

3) „Das Gedenken ergänzen“: DRA veröffentlichte Erklärung zum Gedenken an den 75. Jahrestag des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion am 22. Juni 2016

In einer Erklärung vom 22. Juni 2016 aus Anlass des 75. Jahrestages des Überfalls der deutschen Wehrmacht auf die Sowjetunion 1941 hat der DRA der Millionen Opfer des Krieges gedacht. Es ist politisch und menschlich verständlich und notwendig, dass von dem Gedenken an diesen Vernichtungskrieg auch das Verhältnis Deutschlands zu den Ländern Osteuropas bis heute stark geprägt wird. Und es ist einer der Gründe, warum unser Verein DRA – der Deutsch-Russische Austausch – 1992 seine Arbeit begann: um in historischer Verantwortung zur Verständigung der Völker in Ost und West beizutragen. Zugleich machte die Erklärung aus aktuellem Anlass aber auch aufmerksam auf die auseinander driftenden Linien der Erinnerung vor allem in den postsowjetischen Ländern – und auf Lücken und Verzerrungen in unser aller Wahrnehmung, die wichtiger Erweiterungen und Präzisierungen bedürfen. Sie finden die Erklärung zum Nachlesen Hier

 

4) Fachaustausch Jugendgeschichtsarbeit zu Erinnerungskulturen in Deutschland und Russland an den II. Weltkrieg am Beispiel von Berlin und Wolgograd

Am 22. Juni 1941 erreichte mit dem Überfall der deutschen Wehrmacht der Zweite Weltkrieg auch die Sowjetunion Das Gedenken an ihn ist jedoch insbesondere in Osteuropa durch Differenzen um die „richtige“ Erinnerung geprägt (siehe Meldung oben). Gelegenheit zum Austausch darüber bot sich 8 jungen Fachkräften der Jugendgeschichtsarbeit aus Berlin und Brandenburg vom 16.-22. Mai während einer vom DRA organisierten Reise nach Wolgograd, die im Rahmen des deutsch-russischen Themenjahres „70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs: Jugendaustausch – Verständigung – gemeinsame Zukunft“ durchgeführt wurde. Schon vorab hatte die Teilnehmerin Charlotte Wibke in einem „Küchengespräch“ dazu einen interessanten Videobeitrag erstellt (siehe HIER).

Neben der Besichtigung zentraler Gedenkorte, wie des Mamaev-Hügels, des Panorama- und des Paulus-Museums, standen Treffen mit Lehramtstudenten der Pädagogischen Universität Wolgograd und der Organisation „Spurensucher“ („Poiskoviki“) auf dem Programm. Diskutiert wurden hier u.a. der Umgang mit Dokumenten und der Datenschutz – in der Sowjetunion konnte es z. B. für Familienangehörige Probleme bei der Studien- oder Arbeitsplatzwahl geben, wenn ihr Vater oder Großvater in einem deutschen Konzentrationslager oder als „Verräter“ bei der Wehrmacht eingesetzt war. Auch erfuhren die Teilnehmer_innen, dass zivile Opfer des Krieges nicht in die offiziellen Opferzahlen einbezogen wurden und nur in gesonderten Untersuchungen auftauchen. Auf dem regionalen Jugendforum „Pjostroe Nebo („Bunter Himmel“) nahe der Stadt Kamyschin wurden Projekte der Jugendgeschichtsarbeit aus Berlin / Brandenburg vorgestellt und, ausgehend von Referaten, intensiv über „historische Wahrheiten“, deutsche und russische Geschichtsbilder, „Heldentum“ und „Patriotismus“ diskutiert. Kristina Smolijaninovaite gab zudem einen Einblick in die Ausstellung „Different Wars“ der AG Historische Erinnerung/Bildung des EU-Russia Civil Society Forums über die Darstellung des Zweiten Weltkriegs in Schulbüchern in Russland, Deutschland, Italien, Polen, Tschechien und Litauen (siehe unten).

Auf beiden Seiten wurden viele Fragen beantwortet – und entstanden neue. Eine Rückbegegnung ist für Oktober in Berlin vorgesehen. Gefördert werden beide Maßnahmen aus Mitteln der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft Berlin.

5) Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Moskau stärken und ausbauen: Netzwerktreffen in Berlin am 28. April – Fortsetzung im Herbst in Berlin und Moskau geplant

Um staatliche und nichtstaatliche Träger zu vernetzen, organisierte der DRA Berlin am 28. April gemeinsam mit der Senatskanzlei Berlin ein Treffen zur Berlin-Moskau-Städtepartnerschaft für alle interessierten Akteure aus der Zivilgesellschaft und der Stadtverwaltung. Gerd Kronmüller und Olaf Kühl von der Senatskanzlei Berlin informierten über aktuelle Entwicklungen in den Städtepartnerschaft. Die rund 30 Teilnehmer_innen tauschten sich u.a. zu möglichen zukünftigen Projekten aus, diskutierten, wie Austauschmaßnahmen nachhaltiger gestaltet, Visaverfahren vereinfacht und die Ergebnisse sichtbarer werden können. Auf der Agenda standen auch ein neues Memorandum, das eine neue Grundlage für die Beziehungen zwischen beiden Städten bilden soll, und die mögliche Gründung eines Partnerschaftsvereins. Die Teilnehmer_innen wünschen sich auch ein Vernetzungstreffen mit Moskauer Akteuren. Für Herbst ist zunächst ein weiteres Treffen in Berlin geplant. Interessierte können sich bereits jetzt HIER registrieren. Für den DRA übernimmt Roman Elsner die Koordination.

 

6) Acht Berliner Schüler_innen fahren im Herbst zur Ersten Internationalen Schülerolympiade der Metropolen 2016 in Moskau

Acht talentierte Schüler_innen aus Berlin werden zur Ersten Internationalen Schülerolympiade der Metropolen 2016 in Moskau reisen. Organisiert wird die Olympiade, die von 3. bis zum 10. September stattfinden wird, von der Stadt Moskau. Die Berliner Gruppe wird die Stadt in den Fächern, Mathematik, Physik, Chemie und Informatik vertreten und von Mitarbeiter_innen des DRA e.V. betreut und begleitet. Ihre Teilnahme wird von der Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Wissenschaft im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau unterstützt. Weitere Informationen zur Olympiade finden Sie auf der DRA-website www.austausch.org.

7) Diskussion über GULAG-Gedenken in Russland in Stiftung Aufarbeitung mit Beteiligung des DRA – Film von Kerstin Nickig zu Perm36

Am 28. Juni diskutierten in einer Podiumsdiskussion der Stiftung Aufarbeitung Anke Giesen (Historikerin), Jörg Morré (Leiter des Deutsch-Russischen Museums Berlin-Karlshorst), Stefan Melle (DRA) und Boris Reitschuster (Journalist) darüber, wie derzeit in Russland der sowjetischen Geschichte, speziell des GULAG, gedacht wird, und was dies für die heutige Gesellschaft bedeutet. Ein Audio-Mittschnitt der Podiumsdiskussion kann HIER nachgehört werden. Vorab wurde der Dokumentarfilm „Die Macht der Erinnerung“ von Kerstin Nickig über die Auseinandersetzungen um das inzwischen verstaatlichte GULAG-Museum Perm36 gezeigt, der alle Seiten auftreten lässt: die Gründer aus der Reihe früherer Häftlinge und Dissidenten, darunter Sergei Kovalev, ebenso wie neue Kommunisten und einstige Lagerwärter, die das alles für normal halten. Der Film ist mit am bedrückendsten da, wo Kinder zur Siegesparade wieder militaristische Lieder singen. http://www.rbb-online.de/…/die/die-macht-der-erinnerung.html.

8) Ausstellung „Different Wars“ im Europaparlament in Strasbourg und beim Bürgerfestival „Mosty“ in Perm – Mosty als Nachfolger von „Pilorama“ etabliert, CSF und DRA vor Ort

Die Wanderausstellung „Different Wars“ („Schulbücher über den II. Weltkrieg“) war erneut in zwei wichtigen Städten der EU und Russlands zu sehen. Am 6. Juni wurde sie im Europaparlament in Strasbourg von Othmar Karas, dem Vorsitzenden der Russland-Delegation im Europaparlament, sowie von Harry Hummel (Niederländisches Helsinki-Komitee) und Anna Sevortian (EU-Russia-Civil Society Forum, CSF) für vier Tage im Luisa-Weiß Haus des EP eröffnet (siehe HIER). Noch bis zum 31. Juli ist die Ausstellung auch im neuen „Zentrum für Städtische Kultur“ in Perm (Ural), Ul. Puschkinskaya 15, zu sehen. Zur Eröffnung am 16. Juni sprachen die Gründerin des Zentrums, Nadeshda Agisheva, sowie Stefan Melle (DRA Berlin), Alicia Wanzerc-Gluza (Karta, Warschau), der russische Kurator Robert Latypov (Memorial Perm) und Sergei Tereshenkov (CSF) (siehe DRA-Bericht, Presseartikel) „Different Wars“ untersucht die Darstellung der Geschichte des II. Weltkriegs in Schulbüchern aus Deutschland, Italien, Litauen, Polen, Russland und Tschechien. Geschaffen wurde sie durch die AG Historische Erinnerung/Bildung des CSF in Koordination von Kristina Smolijaninovaite und aus Mitteln der EU, des Außenministeriums der Niederlande und der Oak-Foundation. In Perm gehörte die Ausstellung zum ersten Bürgerfestival „Mosty“ („Brücken“), ein vielfältiges und teilweise mutiges Programm, das die unabhängigen NGOs der Stadt als Nachfolge des bekannten und von der Regionalregierung seit 2013 verhinderten Festivals „Pilorama“ initiierten (http://mosty-fest.ru). Das CSF bzw. der DRA waren dabei auch an Runden Tischen etwa zum Gedenken an Schwierige Geschichte im öffentlichen Raum und zur Veränderung von Städten beteiligt, siehe Kurzbericht von Stefan Melle, DRA Berlin, , und Reportage von Elena Belokurova, DRA St. Petersburg. Besonders berührend war die Aktion „Rückkehr der Namen“ – die Verlesung der Namen und Würdigung von Repressierten in einem Park –, die Memorial am 15. Juni in Perm zum dritten Mal durchgeführt hat und auch in anderen Städten des Landes organisiert, um des GULAG zu gedenken (siehe HIER).

9) Rechtsdialog fortgesetzt: CSF-Symposium in Berlin zu Verhältnis von nationaler und internationaler Gesetzgebung

Vom 30.-31. Mai veranstaltete das EU-Russland Zivilgesellschaftsforum (CSF) in Kooperation mit dem DRA und Human Rights Watch in Berlin ein internationales Symposium im Rahmen des EU-Russia Legal Dialogue Programms des CSF. Das 2015 gestartete Programm verfolgt das Ziel, eine lebendige Austauschplattform für zivilgesellschaftliche Akteure aus Russland und den EU-Ländern über rechtliche Aspekte ihrer Arbeitsfelder zu schaffen. Eingeladen werden hierzu auch Vertreter_innen aus juristischer Praxis, Politik und Forschung. Das Symposium widmete sich dieses Mal dem Verhältnis zwischen nationalem und internationalem Recht und brachte Jurist_innen und NGO-Kolleg_innen aus Belgien, Deutschland, Großbritannien, Italien, Kroatien, Polen, Russland und Spanien zusammen. Ein wichtiger Bestandteil des Symposiums war die integrierte Expert_innen-Konferenz „40 Jahre Helsinki-Bewegung und ihre Zukunft“ mit Vertreter_innen der Helsinki-Bewegung aus zwölf Ländern. Was die Teilnehmer_innen diskutierten und zu welchen Ergebnissen sie kamen, können Sie Hier nachlesen. Das Symposium wurde von Polina Baigarova koordiniert und finanziell vom Auswärtigen Amt unterstützt.

10) TV-Berichte über DRA-Projekt „Kriegsfolgen überwinden“ – Video der Forumtheater-Aufführung „Blaupause des Krieges“ in Charkiw online

Gleich zweimal hat das ukrainische Fernsehen über die Arbeit einer Teilnehmerin des DRA-Projektes „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ berichtet –  am 3 Juli der Fünfte Kanal und am 22. Juli der Sender Vikna. Gemeinsam mit 13 anderen VertreterInnen der ukrainischen Zivilgesellschaft wurde Alina 2015 in der Schulung „Ankerpunkte inmitten von Veränderungen. Forum-Theater als künstlerische Methode für die Arbeit mit Binnenvertriebenen“ zu einer Multiplikatorin des Forumtheaters ausgebildet. Seitdem wendet sie diese Methode der Dialog-, Friedensarbeit erfolgreich u.a. in ihrer Arbeit mit im Kriegsgebiet lebenden Kindern sowie Kindern von Binnenvertriebenen und früheren Kriegsteilnehmern im Kinderferienlager in Lesnaja Sostava bei Kiev an: Das Forumtheater hilft hier die Kinder zu stabilisieren und zeigt ihnen neue Reaktions- und Umgangsmöglichkeiten mit ihren schwierigen Lebenssituationen. Zudem schafft das Forumtheater oft erst den Zugang zu den Kindern, damit diese sich öffnen und von ihren Problemen und Ängsten berichten, sie verarbeiten und neue Formen des Umgangs damit finden können. Zudem erlernen die Kinder gewaltfreie Formen der Konfliktlösung und bauen von Eltern oder der Gesellschaft möglicherweise übernommene Stereotypen und Vorurteile untereinander ab. Gute Erfahrungen wurden mit der Methode auch in der Burn-Out-Prävention für Ehrenamtliche und zivilgesellschaftliche AktivistInnen sowie in der Aktivierung von Menschen zum Ehrenamt gemacht.

Das dabei 2015 entstandene Stück „Blaupause des Krieges“ ist inzwischen als Video in der DRA-Mediathek online abrufbar. Die Inszenierung wurde am 4. Dezember 2015 in Charkiw auf der Abschlussveranstaltung des Projektjahres 2015 aufgeführt. Mehr zum Hintergrund HIER. Im Rahmen von „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ werden Sozialarbeiter_innen, NGO-Vertreter_innen und aktive Binnenvertriebene zu den Themen Trauma-Arbeit, Antidiskriminierung und im Umgang mit häuslicher Gewalt als Kriegsfolge geschult. Detaillierte Informationen über das Projekt, das auch 2016 und 2017 weiter vom Auswärtigen Amt gefördert wird, finden Sie unter austausch.org und auf der Projektwebseite.

11) Ab 26.09.: Stellenausschreibung zur Projektmitarbeit im Bereich Konfliktbearbeitung – Finanz- und Projektmanagement (40 Std.)

Der DRA sucht zum 26.09.2016 Verstärkung für die Fortsetzung des Projektes „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ in Vollzeit (40h/Woche). Die Stelle ist bis zum 15.10.2018 befristet. Anforderungen sind u.a. Erfahrungen im Finanzmanagement, der Belegführung und Abrechnung von Projekten, der Organisation von Veranstaltungen sowie sehr gute Excel-, Deutsch- und Russischkenntnisse. Bewerbungsfrist ist der 21. August 2016. Die detaillierte Ausschreibung finden Sie hier.

12) Ab 26.09.: Stellenausschreibung zur Projektmitarbeit im Bereich Konfliktbearbeitung – Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement (30 Std.)

Der DRA sucht zum 26. September Verstärkung für die Fortsetzung des Projektes „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ in Teilzeit (30h/Woche). Die Stelle ist bis 15.09.2018 befristet. Anforderungen sind u.a. Erfahrungen in der Öffentlichkeitsarbeit, der Redaktion und Pflege von Webseiten, der Organisation von Veranstaltungen sowie sehr gute Deutsch- und Russischkenntnisse. Bewerbungsfrist ist der 21. August 2016. Die detaillierte Ausschreibung finden Sie hier.

13) DRA-Petersburg: Aigul Sembaeva erhält Humboldt-Stipendium der Bundeskanzlerin – Elena Belokurova übernimmt Leitung unserer russischen Partnerorganisation

Aigul Sembaeva, die bisherige Direktorin des Nemetsko-Russkij Obmen (NRO), der russischen Partnerorganisation des DRA in St. Petersburg, hat eines der begehrten Alexander-von-Humboldt-Stipendien der Bundeskanzlerin errungen und nimmt seit dem 1. Juli an dem gut einjährigen Stipendienprogramm in Deutschland teil. Aufnahmeorganisation für sie wird der DRA Berlin sein, in dem sie ihr eigenes Forschungs- und Arbeitsvorhaben vorantreiben wird. Wir gratulieren Aigul sehr herzlich und bedanken uns für fünf Jahre großartige Arbeit und Kooperation! Die Leitung des NRO St. Petersburg übernimmt von nun an unsere langjährige Kollegin und Freundin Elena Belokurova, die schon bisher dem Vorstand des NRO angehört und u.a. auch das Programm EU-Study Weeks betreut hat, die NGO „World Heritage Watch“ mit initiiert und aufgebaut hat und im Koordinationsrat des EU-Russia-Civil Society Forums aktiv ist. Wir freuen uns, dass unsere Zusammenarbeit von jemandem mit so viel Erfahrung und Engagement fortgeführt wird. Wir wünschen allen im NRO viel Glück, gutes Gelingen und ein freundschaftliches Umfeld!

14) Zwei Jubiläen, spannende Diskussionen und Musik auf der DRA-Mitgliederversammlung

Die erste diesjährige Mitgliederversammlung am 25. Mai hatte gleich mehrere wichtige Anlässe: Der Jahresbericht 2015 gab eine Übersicht über die Vielzahl der Projekte im Vorjahr und die neuen Projekte in 2016. Der Vorstand wurde wieder gewählt, ihm gehören künftig Jörg Albinsky, Hanno Gundert und Kathrin Hartmann als Vorsitzende sowie Alexey Gorin und Christine Wetzel als weitere Vorstandsmitglieder an, Tim Bohse schied aus, da er ein Projekt des DRA betreut. Der Verein möchte sich auf diesem Wege bei ihnen allen sehr herzlich für ihren Einsatz bedanken. In einer Diskussion zur aktuellen Osteuropa-Politik mit Stefan Meister, Programmleiter Osteuropa der DGAP, lag ein Schwerpunkt auf der innenpolitischen Lage in Russland, deren konservativ-autoritäre Züge sich zuletzt weiter verstärkt haben – nicht zuletzt als Resultat einer fehlenden Modernisierungsstrategie, so Stefan Meister. Dies führe auch zu einer fortgesetzten Abwanderung von liberalen Intellektuellen. In Zukunft seien noch weitere Wertekonflikte mit Russland zu erwarten, die aber Deutschland und die EU lernen sollten auszuhalten. Zum Abschluss des Abends gab es ein Doppeljubiläum zu feiern: 10 Jahre Geschäftsleitung durch Stefan Melle und 20 Jahre Constanze Anthes in der Vereinsbuchhaltung. Auch bei ihnen beiden möchte sich der DRA von Herzen für die umfangreiche und engagierte Arbeit in diesen Jahren bedanken. Durch musikalische Begleitung und osteuropäische Spezialitäten fand die Versammlung ihren Abschluss in einem heiter-ausgelassenen Fest.