DRA Newsletter Mai 2004


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Ehemalige Zwangsarbeiter_innen besuchen Berlin

Vierzehn ehemalige Zwangsarbeiter_innen aus Elektrostal in Russland und ebensoviele Begleitpersonen, darunter acht Schüler_innen, werden vom 13.-19.6. zu Gast in Berlin sein. Neben dem Besuch von Gedenkstätten und Orten der Zwangsarbeit stehen insbesondere Begegnungen mit Berliner SchülerInnen auf dem Programm. Kooperationspartner des DRA ist dabei die Alexander-Puschkin-Oberschule in Berlin-Lichtenberg. Die SchülerInnen der Abschlussklasse 10/3 werden im Rahmen einer Projektwoche die Zeitzeugen befragen und eine kleine Ausstellung zum Thema "Zwangsarbeit" gestalten. Die Begegnungsreise wird von der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft gefördert. Russische Partnerorganisation ist der Verband ehemaliger minderjähriger Gefangener des Faschismus für das Gebiet Moskau.

2) Ukraine plant Freiwilligengesetz, DRA wirkt beratend mit

Im Ministerium für Familie und Jugend der Ukraine ist derzeit in Planung, das zivilgesellschaftliche freiwillige Engagement gesetzlich einheitlich zu regeln und damit auch zu fördern. Mit der Bitte, ein dazu bereits erarbeitetes Konzept aus westeuropäischer Sicht zu kommentieren, wandte sich die Behörde Anfang Mai an das Projekt "NGO-Development - Ukraine, Kyiv and selected regions", zu dessen Koordinatoren der DRA gehört. Als langjähriger Leiter der Freiwilligenprogramme des Vereins übernahm Stephan Malerius die Aufgabe, nach Beratungen mit weiteren Experten der Freiwilligenarbeit in Deutschland eine Stellungnahme zu formulieren und einige ergänzende Anregungen zu dem begrüßenswerten Gesetzesvorhaben zu übermitteln.

3) Toleranz auf den Lehrplan! Neues Material für russische Schulen

Die Toleranz an Schulen fördern – Xenophobie und Rassismus schon im Vorfeld verhindern: Das sind die Anliegen von Lehrmaterialien, die im Rahmen des Projekts "Promotion of Tolerance and Improving Interethnic Relations" über mehrere Monate hinweg entwickelt wurden. Bei einer Expertenrunde zum Thema "Ethnische Zugehörigkeit und Bildung", die für den kommenden Monat in Moskau geplant ist, wird das aus russischen und internationalen Fachleuten bestehende Autorenteam seine Vorschläge präsentieren. Dabei sollen auch bereits Möglichkeiten sondiert werden, die neuen Materialien in den offiziellen Lehrplan für die allgemeinbildenden Schulen in Russland zu integrieren.

4) Hilfe für HIV-infizierte Strafgefangene in Wolgograd

Zu den NGOs in Südrussland, die der DRA in Zusammenarbeit mit dem Diakonischen Werk der EKD seit längerem unterstützt, gehört die Vereinigung „Zivilgesellschaftliche Initiativen des 21. Jahrhunderts“. Die Organisation mit Sitz in Wolgograd engagiert sich u.a. für eine Verbesserung der Lebensbedingungen von HIV-infizierten Strafgefangenen . Wichtiger Bestandteil ihrer fortlaufenden Arbeit sind Bildungsveranstaltungen. Im vergangenen Monat zum Beispiel nahmen 83 Betroffene das Angebot wahr, in einem Training zu lernen, wie sie im Schriftverkehr mit Vertretern der Ordnungsgewalten, aber auch von NGOs und religiösen Stiftungen ihre Sorgen und Nöte besser artikulieren können. Das für den 1./2. Juni geplante Seminar "Seelsorge im Strafvollzug" wiederum wendet sich an die MitarbeiterInnen verschiedener religöser Gruppierungen, die in den Vollzugsanstalten betreuerisch tätig sind oder werden wollen.

5) Belarus: Fortbildungen für engagierte Lehrer_innen

Vertreter_innen von Lehrerinitiativen, die sich in Belarus für eine Förderung der schulischen politischen Bildung einsetzen, werden sich am 5./6. Juni in Gomel bzw. am 12./13. Juni in Grodno zu einem Seminar mit dem Thema "Globale politische Ideologien gestern und heute" zusammenfinden. Auf dem Programm steht eine Auseinandersetzung mit Grundzügen, Interpretationen und heutiger Bedeutung der großen politischen Theorien und mit dem Ideologiebegriff als solchem. Hintergrund bildet die Einführung des Pflichtfachs "Ideologie des belarussischen Staates" an allen Hochschulen und teilweise auch an den Schulen des Landes, die im September 2003 erfolgte. Die geplanten Fortbildungen sollen einen Beitrag dazu leisten, dieser Entwicklung einen offenen demokratischen Diskurs entgegenzusetzen (Projekt: "Stärkung regionaler Lehrerinitiativen zur Förderung der schulischen politischen Bildung").

6) DRA präsentiert Freiwilligen- und Ehrenamtlichenprogramme

Am 19.6.2004 findet auf dem Alexanderplatz in Berlin von 10-17 Uhr ein "Info-Markt der Freiwilligenarbeit" statt. Der DRA wird hier am gemeinsamen Stand der LAGFA (Landesarbeitsgemeinschaft der Berliner Freiwilligenagenturen) vertreten sein und schwerpunktmäßig zu seinen internationalen Freiwilligenprogrammen und zu seiner Berliner Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse informieren. Letztere wendet sich an Spätaussiedler_innen und russischsprachige Migrant_innen, aber auch an alle interessierten BerlinerInnen, die mit den und für die Angehörigen dieser Zuwanderergruppen aktiv werden möchten. Als Veranstaltung der 30. Berliner Seniorenwoche bietet der "Info-Markt" unter dem Motto "freiwillig aktiv in Berlin" für alle Generationen vielfältige Ideen zum Engagement.

7) Zimmer für osteuropäische Freiwillige gesucht

Erneut kommen am 1.7.2004 Freiwillige aus der Russischen Föderation, der Ukraine, Belarus und Polen für ein halbes Jahr nach Berlin. Sie sind zumeist 20-25 Jahre alt und werden während ihres Aufenthaltes in verschiedenen sozialen und politischen Organisationen mitarbeiten. Für sie werden derzeit noch möblierte Zimmer gesucht. Die Mietkosten (max. 200 € warm) übernimmt der DRA. Haben Sie Interesse, eine/n der Freiwilligen aufzunehmen?