DRA Newsletter März 2007


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Journalistenaustausch mit Podiumsdiskussion in Berlin

Eine Austauschreise für Redakteur_innen führender Medien aus Berlin und Petersburg organisiert der DRA derzeit in Kooperation mit dem Deutschen Konsulat St. Petersburg und mit finanzieller Hilfe des Auswärtigen Amtes. Beteiligt sind die Frankfurter Allgemeine Zeitung, die Berliner Zeitung, die Taz, Deutschlandradio sowie der Rundfunk Berlin Brandenburg, aus Petersburg die Zeitungen Kommersant, Iswestija, Delowoj Peterburg, der Fernsehsender TV5 und Radio Echo Moskwy. Vom 1.-6.4. kommen fünf russische Journalist_innen nach Berlin, vom 17.-22.4. fahren fünf Vertreter_innen der teilnehmenden deutschen Medien in die Newastadt. Sie alle werden ein umfangreiches Besuchsprogramm absolvieren und mit Unterstützung einheimischer Kolleg_innen eigene Themen recherchieren. Am 4.4. um 16.00 Uhr veranstaltet der DRA mit den Gästen aus Petersburg in der Galerie der Heinrich-Böll-Stiftung am Hackeschen Markt eine Podiumsdiskussion zum Thema: „Übermacht und Ohnmacht – wie real ist das Russlandbild der deutschen Medien?“. Alle Interessierten sind herzlich eingeladen. In Petersburg werden die Programmteilnehmer_innen sich bei zwei öffentlichen Debatten im Rahmen der „Deutschen Woche“ des Generalkonsulats zu Wort melden.

2) Russische Menschenrechtler für konsequenten EU-Russland-Vertrag

Russische Menschenrechtler_innen verlangen eine Verankerung der Menschenrechte einschließlich wirksamer Kontrollmechanismen in dem neuen Grundlagenvertrag zwischen der Europäischen Union und Russland, der derzeit ausgehandelt wird. Im Gespräch mit dem DRA wies Jurij Dschibladse, der Präsident des Moskauer Zentrums für die Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten, darauf hin, dass dieses Thema nur in den Richtlinien zum bisherigen Vertrag enthalten und damit kaum bindend gewesen sei. Swetlana Gannuschkina von der Bürgerrechtsorganisation Memorial forderte die EU dazu auf, „für das Los russischer Staatsbürger in jedem beliebigen Land mit Verantwortung zu übernehmen“ und so menschenrechtsverletzende Übergriffe von Vertretern des russischen Staates zu verhindern. Auch müsse die EU prüfen, ob ihr Asylrechtsvertrag Dublin II, der die Rückführung von Asylbewerbern in das EU-Einreiseland und weiter in Drittstaaten vorschreibt, mit den Menschenrechten zu vereinbaren sei.

3) Leiterin der DRA-Ehrenamtsbörse zur LAGFA-Sprecherin gewählt

Auf dem Mitgliedertreffen der Berliner Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen (LAGFA) am 28.2. wurden Bettina Bofinger, die Leiterin der Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse des DRA, und Andrea Brandt von der Freiwilligenagentur Kreuzberg-Friedrichshain für die Dauer von zwei Jahren als Sprecherinnen der LAGFA Berlin gewählt. Insgesamt sind in der Landesarbeitsgemeinschaft derzeit 14 Einrichtungen zusammengeschlossen, zu deren Kernaufgaben Informations-, Beratungs- und Vermittlungsangebote rund um ehrenamtliche Tätigkeiten gehören. Die LAGFA setzt sich für den Auf- und Ausbau der Infrastruktur für freiwilliges Engagement in Berlin ein und vertritt die Interessen ihrer Mitglieder auf Landesebene.

4) DRA-Russlandpräsentationen für Schulen stark nachgefragt

Das Interesse von Jugendlichen und ihren LehrerInnen für Russland wecken: Dieser Aufgabe wird der DRA künftig bundesweit nachkommen. Bisher lag der Arbeitsschwerpunkt des Projekts, das der Verein gemeinsam mit der Hamburger Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch durchführt, ausschließlich in den neuen Bundesländern. Dort konnten DRA-Alumni und Austauschschüler_innen bereits an zahlreichen Schulen ein lebendiges und differenziertes Bild von Russland vermitteln. An Fortbildungsinstituten wurden Fachleiter_innen für Russisch über Finanzierungsmöglichkeiten für den Schulaustausch informiert. Auf Projekt- und Europatagen, so unlängst beim „Masleniza-Fest“ („Butterwochenfest“) der Berliner „Lew-Tolstoi-Grundschule“, zeigte der DRA Möglichkeiten zu Lern- und Arbeitsaufenthalten in Russland auf. Die ostdeutschlandweit erscheinende Schülerzeitung „Spießer“ veröffentlichte zur Unterstützung des Projekts das Porträt einer jungen Teilnehmerin an einem Schüleraustausch mit Russland sowie ein Russland-Quiz, an dem sich schon jetzt über 60 Schüler_innen beteiligt haben. Die Gewinner_innen werden vom DRA ins „russische Berlin“ eingeladen - ein attraktives Programm ist in Vorbereitung.

5) Neue Freiwillige in der Ukraine – und bald auch in Nischnij Nowgorod

Erstmals bietet die Europäische Freiwilligenagentur des DRA nun auch Einsatzstellen in Nischnij Nowgorod an. In der viertgrößten Stadt Russlands konnte Robert Sperfeld, der Koordinator für internationale Projekte des DRA, im Februar Kontakte zu verschiedenen Partnerorganisationen im Sozial- und im Umweltbereich herstellen. So werden voraussichtlich schon im Sommer die ersten DRA-Freiwilligen an die Wolga aufbrechen können, um zum Beispiel in einem Biosphärenreservat in der Nähe von Nischnij Nowgorod mitzuwirken oder die Sozialarbeit der örtlichen Jüdischen Gemeinde zu unterstützen. Bereits begonnen hat unterdessen der Freiwilligendienst der fünf jungen Deutschen, die Anfang März für ein halbes Jahr in die Ukraine fuhren. Sie arbeiten dort in den vom DRA mit initiierten Zentren für Soziale Partnerschaft, die sich auf fünf Regionen des Landes verteilen.

6) DRA nimmt Zusammenarbeit mit Kaluga auf

Mehrere Kooperationsgespräche führte der DRA-Geschäftsführer Stefan Melle Ende Februar mit Sozialorganisationen und der Stadtverwaltung im russischen Kaluga. Dabei ergaben sich bereits konkrete Vereinbarungen zum Austausch von Freiwilligen; die beiden neuen Partner sind hier die Aidshilfe-Organisation „Budem schit’“ („Wir werden leben“) sowie die Assoziation für soziale Information (ASI) Kaluga, deren Leiterin Elena Nitschikorowa 2006 an einer vom DRA organisierten Deutschlandreise teilgenommen und die Kontakte nach Kaluga vermittelt hatte. Auch zum NGO-Ressourcenzentrum „Fond Strategija“ und zu der Stiftung „Kontakt Oka-Kaluga“ wurden Verbindungen geknüpft. Kalugas Vizebürgermeister Eduard Maloletnew äußerte die Hoffnung, die Kontakte nach Deutschland zu verstärken, unter anderem in den Bereichen Bildung und Soziales. In Bezug auf Kooperationen auf der bürgerschaftlichen Ebene blieb er vorerst reserviert. In Kaluga entsteht derzeit die bislang größte deutsche Investition in Russland – ein neues Werk des Autokonzerns VW.

7) Behördliche Prüfung des DRA St. Petersburg endete positiv

Die Anfang 2006 in Kraft getretenen Änderungen an der russischen NGO-Gesetzgebung machen sich für den DRA St. Petersburg weiterhin konkret bemerkbar. Nachdem im November 2006 im dritten Anlauf die Neu-Registrierung gelang, zählte das Petersburger Partnerbüro des DRA 2007 zu den ersten Organisationen, die einer Prüfung durch die zuständige Behörde "RosRegistrazija" unterzogen wurden. In Augenschein genommen wurden unter anderem der Kreis der Mitglieder, die Übereinstimmung aller finanziellen Vorgänge mit den Satzungszielen sowie die Richtigkeit der „grundlegenden Dokumente“. Nach der gesetzlich vorgeschriebenen Monatsfrist wurde schriftlich bescheinigt, dass nichts zu beanstanden sei. Allerdings waren die nicht dauerhaft in Russland wohnenden deutschen Mitglieder des DRA St. Petersburg vorsorglich ausgetreten. Bezüglich dieses im Gesetz nicht eindeutig geklärten Punktes bereitet der DRA derzeit eine Anfrage an die Behörde vor. Im Verlauf der Prüfung wurde deutlich, dass deren spürbar um Professionalität bemühte und freundliche Mitarbeiter_innen selbst noch etliche Fragen an die teilweise uneindeutigen Regelungen des Gesetzes haben. Anfang April muss der DRA den neuen Bestimmungen gemäß erstmals einen Bericht über seine Tätigkeit im Vorjahr 2006 einreichen.

8) Freiwilligenagentur in Gomel offiziell registriert

Eine sehr erfreuliche Nachricht erhielt der DRA aus Belarus: Die Freiwilligenagentur, die der Verein gemeinsam mit der dortigen Partnerorganisation „Soziale Projekte“ in der Stadt Gomel aufbaut, erhielt nach mehrmonatigen Bemühungen die zwingend erforderliche staatliche Registrierung und verfügt damit jetzt über eine rechtliche Grundlage. Das teilte die zukünftige Leiterin der Einrichtung, Nina Kekuch, mit. Mit der Anmietung von Räumen, die für NGOs in Belarus eine schwierige Aufgabe darstellt, hat das sechsköpfige Team eine weitere wichtige Hürde genommen. Die Registrierung war zugleich der Startschuss für die Öffentlichkeitsarbeit. Wie die zuständige Projektkoordinatorin des DRA, Evelyn Scheer, vor Ort feststellen konnte, stößt das für Gomel völlig neuartige Projekt bei Medien und Bevölkerung schon jetzt auf großes Interesse.

9) Fachveranstaltung für den Fonds „Erinnerung und Zukunft“

Einen Workshop zum Thema „Zivilgesellschaftliches Engagement in Deutschland“ führte Bettina Bofinger (DRA) am 24.2. für den Fonds „Erinnerung und Zukunft“ der Stiftung EVZ („Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“) durch. Die Veranstaltung gehörte zum Programm eines Vernetzungstreffens, das der Fonds für von ihm geförderte derzeitige und ehemalige Freiwillige organisiert hatte. Die bunt gemischte Gruppe der Teilnehmer_innen aus Belarus, der Ukraine, Russland, Deutschland und weiteren Ländern erhielt einen Überblick über die Strukturen, die thematische Vielfalt und die aktuelle Entwicklung des freiwilligen Engagements in Deutschland. Als Praxisbeispiel stellte Bettina Bofinger die von ihr geleitete Berliner Deutsch-Russische Ehrenamtsbörse des DRA vor. Diskutiert wurden auch die Lernpotentiale, die ein freiwilliges Engagement bietet.