Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,
hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder Fördermitgliedschaft! Der Verein finanziert sich ausschließlich durch projektgebundene Zuwendungen, Mitgliedsbeiträge und private Spenden. Ohne Ihre Unterstützung ist unsere Arbeit unmöglich. Herzlichen Dank!
Besuchen Sie den DRA auf Facebook: facebook.de/DRAberlin
Der DRA lädt noch einmal sehr herzlich ein zu der Veranstaltung „Gasleitung auf Tauchgang?“ ein. Die Filmpräsentation und Podiumsdiskussion zu ökologischen Risiken, aber auch aktuellen wirtschaftlichen Aspekten der geplanten Erdgasleitung durch die Ostsee „Nord Stream“ findet am 29. Juni im Zeughauskino Berlin, Unter den Linden 2 statt (Beginn: 19 Uhr, Zugang Spreeseite). Es diskutieren Grigorij Pasko (Umweltjournalist und Bürgerrechtler, Moskau), Rainder Steenblock (MdB, Fraktion B 90/Grüne), Jens D. Müller (Stellv. Direktor für Kommunikation Nord Stream AG), Neel Stroebaek (Projektdirektorin Umweltuntersuchung des dänischen Beratungsunternehmens Ramboll, im Auftrag von Nord Stream) und Tobias Münchmeyer (Stellv. Leiter der Greenpeace-Vertretung Berlin). Die Moderation hat Frank Herold von der Berliner Zeitung. Zu Beginn wird erstmals in Deutschland der 45-minütige Dokumentarfilm „Buried at Sea – a pipeline and its problems“ (russ./engl., mit deutschen Untertiteln) gezeigt, in dem Grigorij Pasko soziale, ökologische und politische Ausgangsbedingungen entlang der Gaspipeline schildert und kommentiert. Eintritt frei, Spende erbeten.
Grünes Licht erhielt in diesem Monat ein umfangreiches neues Vorhaben des DRA: Ab Juli 2009 wird der Verein drei Jahre lang in den Regionen Leipzig, Potsdam und Rostock mit vielfältigen Maßnahmen russischsprachige Unternehmer_innen an Formen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung sowie an das gesellschaftliche Engagement heranführen und zugleich Jugendliche zu Qualifizierungsmöglichkeiten in Firmen russischsprachiger Migrant_innen beraten und sie entsprechend vermitteln. Parallel dazu entsteht ein zweisprachiges Internetportal, das wie das gesamte Projekt „Professija.DE“ heißen wird und russischsprachige Zuwanderer deutschlandweit zur Anerkennung ihrer Schul- und Berufsabschlüsse, zu Qualifizierungsmöglichkeiten u.a.m. informieren soll. Wichtigster Projektpartner ist der Bund Deutsch-Russischer Unternehmer (BDRU). Die Arbeit wird durch das Programm „Xenos – Integration und Vielfalt“ aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales und des Europäischen Sozialfonds gefördert. Kofinanzierungen übernahmen die Bundesbeauftragte für Migration, Flüchtlinge und Integration, Maria Böhmer, der Paritätische Wohlfahrtsverband Berlin, die Alice-Salomon-Hochschule Berlin, die das Projekt wissenschaftlich begleiten wird, sowie auch die Bertelsmann-Stiftung und die Anwaltskanzlei Schmieder & Eckstein. Die Leitung hat der Geschäftsführer des DRA Stefan Melle, maßgeblich mitwirken wird die DRA-Projektleiterin Bettina Bofinger.
Zu einer Podiumsdiskussion über „Militär und Bürger in Russland“ lädt der DRA am 14. Juli 2009, 19 Uhr, in das Haus für Demokratie und Menschenrechte in Berlin ein. Ziel ist es, das russische Militär unter innenpolitischen Gesichtspunkten zu betrachten und dabei auch nach seiner Beziehung zur Zivilgesellschaft zu fragen. Seit Jahrhunderten nehmen militärische Strukturen im russischen Staat eine zentrale Stellung ein - sie waren Antriebsmotor, Identifikationsmittel und Machtbasis. Der gesellschaftliche Transformationsprozess in Russland, Diskussionen um eine Berufsarmee und die zunehmende Wehrdienstverweigerung stellen die traditionelle Rolle der russischen Streitkräfte und ihrer Führung jedoch zunehmend in Frage. Was bedeutet dies für die Bürger_innen Russlands? Welche Veränderungen ergeben sich im Verhältnis zwischen Militär und Zivilgesellschaft? Diese und weitere Fragen diskutieren Dr. Elena Parchina-Stein (Autorin des Buches „Wehrpflicht und Staatsbürgerschaftskrise in Russland“), Prof. Werner Benecke (Historiker, Europa-Universität Viadrina in Frankfurt/Oder) sowie Oberst Andrej Bublikov (Militärattaché der Russischen Botschaft, Berlin, angefragt). Die Moderation hat Manfred Sapper (Chefredakteur der Zeitschrift „Osteuropa“).
Zu einem ganztägigen Workshop über „Grundlagen der Arbeit mit Freiwilligen / Freiwilligenmanagement“ lädt die Berliner Servicestelle der „Aktion zusammen wachsen“, an der auch der DRA beteiligt ist, am 7. Juli in das Nachbarschaftshaus Urbanstraße e.V. in Berlin-Kreuzberg. Das Angebot richtet sich an derzeitige und potentielle künftige Mitarbeiter_innen von Patenschaftsprojekten und an Vertreter_innen von Migrantenorganisationen, die sich für solche Patenschaften interessieren. Vermittelt werden sollen ihnen vor allem Kenntnisse über notwendige Rahmenbedingungen für die Arbeit mit Freiwilligen und insbesondere mit ehrenamtlichen Pat_innen und Mentor_innen. Erörtert werden ferner auch die Gewinnung von freiwillig Engagierten, interkulturelle Aspekte der Freiwilligenarbeit und Unterstützungsstrukturen für freiwilliges Engagement in Berlin. Der Workshop wird von den Sprecherinnen der Landesarbeitsgemeinschaft der Freiwilligenagenturen Berlin, Andrea Brandt (Freiwilligenagentur Kreuzberg) und Bettina Bofinger (DRA), geleitet. Über die Fachinformationen hinaus bietet die Veranstaltung auch Raum für den praxisorientierten Erfahrungsaustausch.
Ab sofort ist der DRA als Entsendeorganisation für den entwicklungspolitischen Freiwilligendienst „Weltwärts“ des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) anerkannt. Der DRA hat nun die Möglichkeit, dort Anträge auf Förderung derartiger Freiwilligendienste zu stellen, und plant, damit seine Freiwilligenprogramme für junge Menschen aus Deutschland in Belarus und in der Ukraine weiter auszudehnen. Dazu wird der DRA seine Kooperationen mit langjährigen Partnern ausbauen, Kontakte zu neuen gemeinnützigen Initiativen knüpfen und die Partnerorganisationen vor Ort intensiv bei der Aufnahme und Betreuung der DRA-Freiwilligen unterstützen – u.a. bei der Entwicklung der Infrastruktur für Freiwillige sowie durch Vernetzungsaktivitäten und die Fortbildung von Mentor_innen.
Für die „Internationale Sommerakademie für Menschenrechte und demokratisches Engagement“ vom 16.- 25. August 2009 in Wielun (Polen) sucht der DRA noch fünf deutsche Teilnehmer_innen. Sie sollten 18 bis 25 Jahre alt sein, über Russischkenntnisse verfügen und Erfahrungen in der NGO-Arbeit bzw. im gesellschaftlichen Engagement mitbringen. Insgesamt werden sich je fünf junge Menschen aus Belarus, Polen, Russland, der Ukraine und Deutschland beteiligen. Erörtert werden soll vor allem, wie die internationale Menschenrechtsarbeit Impulse für mehr zivilgesellschaftliches Engagement der Bürger_innen in Mittel- und Osteuropa setzen kann und wie solche Aktivitäten vor Ort praktisch realisiert werden können. Außerdem erhalten die Teilnehmer_innen einen Einblick in die Selbstverwaltung und die demokratischen Prozesse in einer polnischen Kommune und diskutieren mit NGO-Aktivist_innen und Journalist_innen lokaler Medien. Arbeitssprache ist Russisch. Interessierte schicken das auf Russisch ausgefüllte Bewerbungsformular bis zum 15. Juli 2009. Das Projekt wird von der Regierung Norwegens und dem Polnischen Außenministerium gefördert.
Breakdancer, Feuerspieler und Skateboarder bilden nur einige der vielen Subkulturen in St. Petersburg, denen vor allem Jugendliche angehören. Einen Einblick in diese Szene vermittelte eine kleine Foto-Schau des DRA vom 12.-14. Juni auf den Deutsch-Russischen Festtagen in Berlin-Karlshorst. Zu sehen war ein Ausschnitt einer weit umfangreicheren Ausstellung von Fotos und Multimediapräsentationen, die der NRO St. Petersburg und die Galperin-Fakultät für Pressefotografie am St. Petersburger Haus der Journalisten im April im Goethe-Institut St. Petersburg vorgestellt haben (Kuratoren: Solmaz Gusejnova, Alexej Gorin). Noch bis Anfang Juli zeigen wir einige Fotos auch auf unserer Website (www.austausch.org). Der DRA plant, die Ausstellung demnächst in vollem Umfang in Deutschland zu zeigen und sucht derzeit nach geeigneten Räumlichkeiten dafür. Über Vorschläge würden wir uns freuen.