DRA Newsletter Juni 2015


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Kommentar: Das Visa-Informationssystem (VIS) der Schengen-Staaten erschwert den Jugendaustausch zwischen der EU und Russland – und setzt ein falsches Signa

Ab 14. September 2015 wird das Visa-Informationssystem (VIS) der Europäischen Union auch für Anträge auf Schengen-Visa aus Russland verbindlich – und damit das persönliche Abgeben von biometrischen Daten zur Voraussetzung für die Einreisegenehmigung. Sämtliche Antragsteller, die älter sind als zwölf Jahre, müssen dann in eines der Konsulate oder Visazentren der betreffenden EU-Botschaft in Russland reisen, um dort ihren Fingerabdruck und ein Lichtbild abzugeben. Die Daten werden dann im zentralisierten VIS bis zu fünf Jahre lang gespeichert. Für den Gruppenaustausch bedeutet die Neuregelung eine neue Hürde im Austausch zwischen der EU und Russland und erschwert   nicht zuletzt den Jugendaustausch erheblich, für den bisher erleichterte Visaregeln galten. Die Einführung des VIS erzeugt einen Mehraufwand an Zeit, Geld und Engagement für die meist ehrenamtlichen Verantwortlichen, die bisher einfach Listen mit den Teilnehmerdaten einsenden konnten, insbesondere für Partner in ländlichen und entfernteren Regionen sowie für sozial benachteiligte TeilnehmerInnen – etwa finanziell schlechtgestellte TeilnehmerInnen oder Menschen mit Behinderung –, zumal die Datenerfassung gerade jene betrifft, die erstmals in den Schengen-Raum reisen möchten. Das wird auch durch die Eröffnung zusätzlicher Visacenter in den Regionen – zum Beispiel existieren im Fall der Bundesrepublik inzwischen 18 davon (Übersicht) – kaum gemildert. Auf der Eröffnungskonferenz zu den Themenjahren im deutsch-russischen Jugendaustausch (Bericht siehe unten sowie HIER. Anfang Juni in Moskau erntete die Einführung des VIS deshalb heftige Kritik. Sie steht im Widerspruch zu den Verlautbarungen der deutschen Politik, insbesondere vor dem Hintergrund der angespannten politischen Beziehungen alle Kommunikationskanäle mit Russland offen zu halten, und auch im Widerspruch zum Abkommen zwischen der EU und Russland zur Erleichterung der Visa-Ausstellung. Die KonferenzteilnehmerInnen sehen im VIS eine Verschärfung der Visaregularien, die eine weitere gegenseitige Abschottung der Schengen-Staaten und Russlands bewirken wird. Gemäß dem diplomatischen Prinzip der Gegenseitigkeit werden nun ähnliche Maßnahmen von russischer Seite erwartet. Seit dem 1. Juni 2015 sind nun schon in den Visazentren der Russischen Botschaft Servicegebühren von 27 Euro für die Bearbeitung von Visa-Anträgen für Jugendaustauschmaßnahmen zu entrichten, die für deutsche Antragsteller bisher kostenlos war. Einreisegenehmigungen für TeilnehmerInnen an Austauschprogrammen bleiben zwar kostenlos, doch dazu müssen sie direkt im Konsulat der Russischen Botschaft beantragt werden. Die TeilnehmerInnen der Moskauer Konferenz formulierten eine gemeinsame Resolution, mit der die Schaffung einer Ausnahmeregelung für Kinder und Jugendliche im VIS gefordert wird und an deren Ausarbeitung auch der DRA-Projektleiter Roman Elsner mitgewirkt hat. Dieselben Probleme mit dem Visa-Informationssystem stehen jetzt auch in den Ländern der Östlichen Partnerschaft bevor: Dort ist es sogar schon vergangene Woche, am 23. Juni, eingeführt worden. Insgesamt existiert das VIS bereits seit 2011 und ist seither sukzessive bereits für viele Länder in Kraft gesetzt worden – so im Maghreb, im Nahen Osten, in Afrika, Lateinamerika, Südost- und Zentralasien sowie Ozeanien HIER. Aus Sicht der Grenz- und Innenbehörden mag der Schritt der EU, die Einreisen durch eine übergreifende biometrische Datenbank zentralisiert, sicher und effizient kontrollieren zu können, nachvollziehbar sein, aber kurzfristig verstößt er gegen das Ziel einer größeren und leichteren Mobilität in Europa. Das setzt gerade jetzt gegenüber der Bevölkerung in Russland und den anderen osteuropäischen Ländern ein irritierendes Signal. Richtig wäre es, die Verschärfung der politischen Lage mit einseitigen Schritten zur Visa-Erleichterung zu beantworten. – Detaillierte Informationen zur Konferenz und dem VIS finden Sie HIER.

2) Konferenz eröffnet Themenjahre zur Erinnerung an den II. Weltkrieg im deutsch-russischen Jugendaustausch

Unter dem Motto „70 Jahre nach Ende des 2. Weltkriegs: Jugendaustausch, Verständigung, gemeinsame Zukunft“ wurden am 5. Juni 2015 in Moskau deutsch-russische Themenjahre zur Auseinandersetzung mit der Erinnerung an den Zweiten Weltkrieg eröffnet. Drei Tage lang tauschten sich etwa 90 VertreterInnen von Schulen, Organisationen und Projekten aus beiden Ländern aus und entwickelten Ideen für künftige Begegnungsmaßnahmen. Für den DRA nahm Roman Elsner teil, der als Projektleiter im Rahmen der Städtepartnerschaft Berlin-Moskau die Austauschmaßnahmen zur Familien- und Jugendpolitik koordiniert. Die Themenjahre wurden von der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch und dem russischen Koordinierungsbüro für den Jugendaustausch mit Deutschland initiiert. Ziel ist es, die bilaterale Zusammenarbeit zu historischen Themen zu intensivieren und die Akteure des Jugendaustauschs stärker in die Beschäftigung mit der schwierigen Thematik des Zweiten Weltkriegs einzubinden. Dass es unterschiedliche Erinnerungskulturen gibt, zeigten bereits die beiden Fachvorträge von Birgit Schwelling vom Kulturwissenschaftlichen Institut Essen und Vladimir Rudakov, Chefredakteur der Zeitschrift „Der Historiker“ aus dem kremlnahen Institut für sozio-ökonomische und politische Studien (ISEPI). Während der Konferenz informierten VertreterInnen der Deutschen Botschaft auch über die geplante Einführung des Visainformationssystems (VIS) für Antragsteller aus Russland ab dem 14. September 2015. Dies sorgte bei den TeilnehmerInnen für Bestürzung. Das Programm der Veranstaltung sowie der Vortrag von Birgit Schwelling sind auf der Seite der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch abrufbar. Ausführlich zur Konferenz siehe HIER.

3) Zivilgesellschaftliche Kontrolle in EU und Russland – NIchtregierungsorganisationen bauen den Dialog zu Rechtsfragen aus

Vom 15.-17. Juni trafen sich am Wandlitz-See bei Berlin über 60 VertreterInnen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) u.a. aus Russland, Ungarn, Polen, Spanien, Italien, Slowakei und aus Deutschland, um gemeinsam mit anderen ExpertInnen über juristische Aspekte der NGO-Arbeit und von zivilgesellschaftlicher Kontrolle in der EU und Russland zu diskutieren. Auf der Tagung des EU-Russland Zivilgesellschaftsforums CSF ging es um grundsätzliche Arbeitsbedingungen von NGOs, aber auch spezifische Problemfelder wie die Einhaltung von Umwelt- und von Frauenrechten, die Aufsicht etwa in Haftanstalten und sozialen Einrichtungen und um die Sicherung der Transparenz bei Lobby- und Advocacy- Tätigkeiten. Es zeigte sich, dass „zivilgesellschaftlicher Kontrolle“ zum Teil sehr verschiedene Konzepte beschreibt – u.a. aufgrund unterschiedlicher Rechtskulturen in den einzelnen Ländern. Zugleich stehen die Organisationen oftmals vor sehr ähnlichen Problemen und können viel voneinander lernen. So berichteten Vertreter aus Ungarn von den Angriffen der Regierung Orban gegen NGOs und aus Spanien von dem Ringen gegen Einschränkungen der Versammlungsfreiheit. In Bezug auf Russland wurde auch über die repressiven Gesetze über „NGOs als ausländische Agenten“ und neuerdings über „unerwünschte ausländische Organisationen“ gesprochen. Intensiv erörtert wurden daher die Potentiale einer erweiterten Kooperation zwischen zivilgesellschaftlichen Akteuren, aber auch mit Angehörigen der nationalen und internationalen JuristInnengemeinschaft. Konzipiert und vorbereitet wurde die Konferenz durch eine Gruppe aus neun VertreterInnen von CSF-Mitgliedsorganisationen, darunter der Umweltschutz-NGO „Bellona“ und des „Ressourcenzentrums für Menschenrechte“ (beide St. Petersburg), der „Pontis Foundation“ (Slowakei) und der Frauenrechtsorganisation „Women's lawyer“ (Jekaterinburg) unter Koordination von Polina Baigarova.  Bis Dezember sollen einige der in Wandlitz diskutierten Fragen weiterentwickelt und in einer russisch- und englischsprachigen Publikation veröffentlicht werden. Das Projekt „Legal Dialogue“ hat zum Ziel, nichtstaatliche Akteure aktiv in den bestehenden Dialog zu Rechtsfragen zwischen Deutschland und Russland bzw. der EU und Russland mit einzubeziehen und die Potentiale der NGOs dabei einzubringen und zu stärken. Es wird vom Auswärtigen Amt und der EU kofinanziert. Der DRA e.V. ist seit 2014 Träger des CSF-Sekretariats.

4) Forum „Europe Lab“: 80 junge Fachkräfte treffen sich Ende Juli in Litauen

Vom 23.-26. Juli 2015 bringt das EU-Russland-Zivilgesellschaftsforums (CSF) 80 Nachwuchskräfte aus der Zivilgesellschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Kultur im Zentrum Europas, in Litauen, zusammen. Sie kommen aus Aserbaidschan, Belarus, Deutschland, Georgien, Litauen, Polen, Rumänien, Russland, Schweden, Tschechien, der Ukraine und Ungarn zum Europäischen Forum für junge Fachkräfte „EuropeLab“. Am 23. Juli in Vilnius beginnt es mit der Diskussion  „Change Makers: Potentiale für einen grenzübergreifenden Dialog“ und wird mit Workshops zu den Themen Historisches Gedächtnis, Migrations- und Visafragen, Urbanistik und Korruption im Heimatmuseum Raseiniai – einem früheren sowjetischen Gefängnis für politische Häftlinge – fortgesetzt. Weitere interessante ExpertInnen werden zu Abendgesprächen erwartet, darunter Olga Karach, Leiterin der Initiative „Unser Haus“ (Belarus), András Pethő, investigativer Journalist beim Portal „Direkt36.hu“ (Ungarn), Lilia Shibanova, Direktorin der Wahlrechts-Assoziation „Golos“ (Russland/Litauen), Julius von Freytag-Loringhoven, Projektdirektor der Friedrich-Naumann-Stiftung in Moskau, sowie Ionuț Sibian, Direktor der rumänischen Stiftung für Entwicklung der Zivilgesellschaft und Mitglied im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss. Zum Abschluss der Workshops werden die TeilnehmerInnen eigene Projektideen formulieren und später in Projektanträgen umsetzen. Die besten Projekte werden ausgezeichnet, erhalten Unterstützung bei der Umsetzung durch prominente ExpertInnen, und ihre Ergebnisse werden auf der Generalversammlung des CSF vom 7.-9. Dezember 2015  in Budapest (Ungarn) präsentiert. Das Forum „Europe Lab“ wird von Sergei Tereshenkov und Kristina Smolijaninovaite (CSF) in Kooperation mit der Bezirksverwaltung und dem Heimatmuseum Raseiniai sowie den NGOs „Antikomplex“ (Tschechien), „Transparency International Litauen“ und „Interra“ (Russland) organisiert und durch die Europäische Kommission, die Stefan-Batory-Stiftung (Polen) und die Friedrich-Naumann-Stiftung unterstützt.

5) Jetzt bewerben: EU Study Weeks in Uljanowsk und Wladiwostok für Studierende in Russland

Vom 28.-30. August in Uljanovsk (Wolgakreis) und vom 2.- 4. Oktober in Vladivostok und damit erstmals in Fernost finden die nächsten EU Study Weeks für russische Studierende und AspirantInnen statt. Diskutiert werden in den dreitägigen Seminaren unter anderem die aktuellen Beziehungen zwischen Russland und der EU, Probleme in der Bildungs- und Wissenschaftskooperation, die Krise in der Eurozone, die ökonomische Modernisierung sowie interethnische Konflikte und Lösungsansätze in der EU und Russland. Unabhängige Experten von russischer wie EU-Seite werden dazu ihre Perspektive zur Debatte stellen. Die Ausschreibung für Uljanowsk richtet sich an Studierende und AbsolventInnen aus den Gebieten Nischnij Nowgorod, Kirov, Pensa, Orenburg, Samara, Saratow, Uljanowsk, der Republik Baschkortostan, Marij El, Tatarstan, Mordwinien, Udmurtien, Tschuwaschien und dem Kreis Perm. Für die EU Study Weeks in Wladiwostok können sich Studierende und AbsolventInnen aus dem Gebiet Amur, dem Jüdischen Autonomen Gebiet, dem Primorskij-Kreis und dem Kreis Chabarowsk bewerben. Voraussetzung für die Teilnahme sind ein Interesse an gesellschaftlichen Themen sowie gute Englischkenntnisse. Die Kosten für Programm, Anfahrt (Platzkarte oder Bus), Unterkunft und Verpflegung vor Ort tragen die Organisatoren. Die EU Study Weeks finden mehrmals im Jahr in verschiedenen russischen Regionen statt und werden von der Vertretung der EU in der Russischen Föderation in Kooperation mit dem DRA durchgeführt. Alle Informationen und das Bewerbungsformular finden Sie unter www.eu-studyweeks.ru sowie auf Facebook. Stimmen zu den vergangenen Studyweeks finden Sie HIER.

6) Internationale Menschenrechtskonferenz in Kiew – DRA und Europäischer Austausch unterstützen Monitoring in der Ostukraine

Seit Beginn der bewaffneten Auseinandersetzungen im Donbass im Frühjahr 2014 dokumentieren NGOs und Bürgerinitiativen aus der Ukraine sowie ihre Partner aus Russland und zahlreichen Ländern in und außerhalb der EU Menschenrechtsverletzungen in der Ostukraine. Wie aus anderen gewaltsamen Konflikten bekannt, kommt dieser Arbeit eine enorme Bedeutung zu: Zeitnahe Veröffentlichungen können die beteiligten Parteien dazu zwingen, Rechtsverletzungen einzustellen, und die genaue Fixierung macht Tätern klar, dass sie nicht mit Straffreiheit rechnen können. Auch kann eine juristische Aufarbeitung eine Grundlage für einen Aussöhnungsprozess sein, der in der Region künftig wieder ein friedliches Zusammenleben der Menschen ermöglicht. Anfang Juni trafen sich rund 50 im Menschenrechtsschutz aktive Organisationen zu einer viertägigen internationalen Konferenz in Kiew, um einen Überblick über die bisherigen Monitoring-Initiativen und deren Wirksamkeit zu erhalten und um ihre gemeinsamen Potentiale und künftige Kooperation zu beraten. Vertreten war auch der DRA. Einigkeit bestand darin, dass die bisherige erhebliche Zahl von Beobachtungsmissionen von NGOs dennoch nur eine fragmentarische zivilgesellschaftliche Kontrolle erlaubt. Die NGOs beschlossen daher, ihre Aktivitäten zur Dokumentation von Rechtsbrüchen und Advocacy-Arbeit europaweit stärker miteinander zu verknüpfen, um auf die Einhaltung von Menschenrechten und humanitärem Völkerrecht zu dringen und eine breitere Öffentlichkeit auf die Problemlage in der Ostukraine aufmerksam zu machen. Der DRA leistet in diesem Kontext zusammen mit dem Europäischen Austausch ab sofort in einem neuen Projekt Unterstützung für ein wirksameres Menschenrechts-Monitoring in der Ostukraine. Unter anderem werden dafür ukrainische NGOs durch internationale Experten hinsichtlich völkerrechtlicher Standards weitergebildet, die Verbindungen der NGOs mit den internationalen Menschenrechts-Netzwerken gefördert und ergänzende Monitoring-Missionen durchgeführt. Partner in der Ukraine sind u.a. die Menschenrechtsgruppe Charkiw, das Menschenrechtszentrum Postup und die Koalition „Justice for Peace in Donbas“ sowie weitere Organisationen. Über die Aktivitäten des Projekts werden wir bald auf einer neuen Webseite informieren.

7) „Mehr bewegen!“ – Projekt des DRA setzt Arbeit von 2014 zur Stärkung der demokratischen Jugendbildung in der Ukraine fort

Am 19. Juni fand in Berlin im Rahmen des DRA-Projektes „Mehr bewegen! - Stärkung der Demokratie in der Ukraine durch Förderung einer zivilgesellschaftlichen politischen Jugendbildung“ ein Treffen der Projektverantwortlichen aus Deutschland und der Ukraine statt. Aus Kiew kam die Leiterin der Partnerorganisation des DRA, der Agentur für die Entwicklung der Bildungspolitik, Ljudmila Parashchenko. Der zweite Projektpartner – der Lehrstuhl für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Erlangen-München – wurde von Prof. Julia Obertreis vertreten. Das Projekt „Mehr bewegen!“ wird seitens des DRA von Roman Elsner und Irina Bukharkina koordiniert und aus dem Sondermittelprogramm des Auswärtigen Amts für die Östliche Partnerschaft gefördert. Es richtet sich in erster Linie an MitarbeiterInnen ukrainischer NGOs zur politischen Jugendbildung und setzt sich zum Ziel, ihnen konkrete Fachkenntnisse und innovative Methoden der Jugendbildungsarbeit zu vermitteln sowie Vernetzungsmöglichkeiten mit deutschen Trägern zu bieten (weitere Informationen siehe HIER. Bis Jahresende sind u.a. folgende Veranstaltungen geplant: Workshops zur Kinder- und Jugendpartizipation in der Kommunalpolitik für VertreterInnen ukrainischer NGOs, Bildungsreisen nach Deutschland zum Besuch von Einrichtungen der Jugendarbeit und -bildung, eine internationale Konferenz in Kiew unter Beteiligung von ReferentInnen aus Deutschland, Russland, Georgien, Polen und der Ukraine zum Thema „Mittel und Wege zur Stärkung der Kinder- und Jugendbeteiligung für die Entwicklung einer demokratischen Gesellschaft“. Bezug genommen wird auch auf die im Herbst geplanten Kommunalwahlen in der Ukraine, an der viele junge Erwachsene erstmals teilnehmen können. Ende Mai 2015 fand im Rahmen des Projektes bereits eine Bildungsreise von Studierenden des Lehrstuhls für Neuere und Neueste Geschichte der Universität Erlangen-München nach Kiew und Lviv statt. Die Gruppe traf StudentInnen und Dozenten der Universitäten beider Städte sowie VertreterInnen von Jugend- und Menschenrechtsorganisationen und diskutierte mit ihnen über das Thema „Krieg in Geschichte und Gegenwart“.

8) Professionalisierung für soziale Dienstleistungen: Gründung eines NGO-Netzwerkes in Gomel (Belarus) zeigt bereits erste Erfolge

Am 10. Juni 2015 fand im DRA ein Arbeitstreffen mit Nina Kekuch, der Leiterin der belarussischen NGO „Soziale Projekte“ statt. Frau Kekuch berichtete über die Aktivitäten und Erfolge des gemeinsam mit dem DRA seit Dezember 2014 durchgeführten Projektes zum Aufbau eines partnerschaftlichen und nachhaltigen Netzwerkes von NGOs der Region Gomel, die sich im sozialen Bereich engagieren. Das Anfang 2015 gegründete Netzwerk hat bereits bewirkt, dass die bisher 14 beteiligten Organisationen weit enger miteinander kooperieren sowie Ressourcen und Kompetenzen gemeinsam nutzen. Seit Mai 2015 können sie sich um eine Finanzierung für Miniprojekte zugunsten sozial benachteiligter Gruppen in der Bevölkerung bewerben – etwa für Menschen mit Behinderungen, Bildungsangebote an Roma oder Rehabilitationsmaßnahmen für schwer Erkrankte. Die beteiligten Organisationen können dabei zugleich ihre Arbeit professionalisieren, ihre Angebote an sozialen Dienstleistungen erweitern und letztendlich konkurrenzfähige Anträge bei staatlichen Ausschreibungen solcher Dienstleistungen stellen. Die Ergebnisse der Miniprojekte werden in einer Untersuchung zusammengefasst. Diese wird den staatlichen Behörden vorgestellt mit dem Ziel, um auf Defizite in der sozialen Versorgung der Bevölkerung, aber auch auf die Kapazitäten der NGOs aufmerksam zu machen. Das Projekt wird im Rahmen des vom IBB Dortmund initiierten und aus Mitteln des BMZ finanzierten „Förderprogramms Belarus“ durchgeführt.

9) Bewerben bis 31.7.: Wir gestalten unsere Städte! Austausch für junge Leute aus Deutschland, Ukraine und Russland

Ihr seid zwischen 20 und 30 Jahre alt, interessiert euch für Stadtentwicklung und Bürgerbeteiligung, seid vielleicht sogar schon in Bürgerinitiativen oder urbanen Bewegungen aktiv? Ihr würdet gerne engagierte Menschen aus der Ukraine und Russland kennenlernen, Projekte in der Ukraine besuchen, euch austauschen und vernetzen? Wenn das auf euch zutrifft, bewerbt euch jetzt für die Workshopreihe ‚Wir gestalten unsere Städte‘, die Mitte September im ukrainischen Charkiw und Anfang Oktober in Berlin stattfinden wird. Gemeinsam werden wir versuchen Antworten auf die Fragen zu finden: Was wünsche ich mir für meine Stadt und mein Lebensumfeld? Was wünschen sich andere und wie verbinden wir unsere unterschiedlichen Interessen auf gewaltfreie Weise? Wie stelle ich mir eine ökologisch und sozial gerechte Stadt vor und was kann ich für deren Mitgestaltung tun? Was haben Nachhaltigkeit, Mitbestimmung und Engagement mit Frieden, Demokratie und Menschenrechten zu tun? Wie kann Partizipation konkret und praktisch aussehen? Wenn ihr aus Berlin und Umgebung kommt und Interesse habt, schickt eine kurze Bewerbung mit Motivationsschreiben an rnei@austausch.org. Die Teilnahme ist kostenlos, die Reisekosten in die Ukraine werden für die deutschen TeilnehmerInnnen übernommen. Die Austauschbegegnung findet im Rahmen des DRA-Projekts ‚Russisch-Deutsches Büro für Umweltinformation‘ (RNEI) statt und wird finanziell gefördert vom Auswärtigen Amt, der Stiftung ‚Erinnerung, Verantwortung und Zukunft‘ und der Robert Bosch Stiftung. Mehr Informationen zu den Workshops folgen in Kürze auf den Websites von DRA und RNEI.

10) Büro für Umweltinformation bei Klimakonsultationen in St. Petersburg

Alexandra Kokoreva, Mitarbeiterin bei RNEI, war am 6. Juni eine der TeilnehmerInnen der öffentlichen Konsultationen der „World Wide Views on Climate Change and Energy“ in St. Petersburg. Initiiert wurde dieses Projekt, dem sich mittlerweile 79 Länder angeschlossen haben, vom Sekretariat der UN-Rahmenkonvention zum Klimawandel. Es dient dazu, politischen Entscheidungsträgern fundiertes Wissen darüber zu vermitteln, wie  stark die Bevölkerung Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels unterstützt und welche Ansichten die Menschen zu Fragen der Klimapolitik haben. Eine spezielle Methode ermöglicht es, weltweit gleichzeitig öffentliche Konsultationen durchzuführen. Die Veranstaltung in St. Petersburg wurde von der Umweltschutz-NGO „Freunde des Baltikums“ organisiert, die seit vielen Jahren Partnerin von DRA und RNEI ist. Zur öffentlichen Anhörung kamen mehr als 100 Menschen unterschiedlicher Berufs- und Altersgruppen. Sie äußerten ihre Meinung zu Fragen, die im Dezember 2015 auf den nächsten UN-Klimaverhandlungen in Paris besprochen werden, und füllten dazu vorbereitete Formulare aus, die sofort in ein einheitliches Onlinesystem eingespeist wurden. Auf diese Weise wurden mittlerweile die Ansichten von zehntausenden Menschen auf der Onlineplattform des Projekts climateandenergy.wwviews.org über den Klimawandel gesammelt, die jeder Interessierte abrufen kann. Mehr Informationen zum Russisch-Deutschen Büro für Umweltinformation (RNEI) finden Sie auf der Website RNEI.de bzw. RNEI.ru.

11) Schwitzen für die Zivilgesellschaft: DRA Berlin beim 14. Berliner Firmenlauf

Etwa 12.000 MitarbeiterInnen großer und kleiner Berliner Unternehmen und Organisationen zeigten am 12. Juni 2015 beim 14. Berliner Firmenlauf sportlichen Ehrgeiz. Für den DRA Berlin rannten acht LäuferInnen die gut fünf Kilometer langen Parcour vom Brandenburger Tor, um den Tiergarten bis zum sowjetischen Ehrendenkmal an der Straße des 17. Juni. Unter die Top 3 schafften sie es zwar nicht, dafür bewiesen sie Durchhaltevermögen und unterstützten einen guten Zweck. Vor dem Lauf hatte sich der DRA an der Aktion „Werben und Gutes tun“ beteiligt, bei dem Spenden für die Berliner Arche und den Bau einer Biogasanlagen in Nepal gesammelt wurden. Fotos vom Lauf und dem Team gibt es auf der DRA-Facebookseite.

12) Praktikum: Projektassistenz beim DRA ab 1. September 2015

Zur Unterstützung bei der Vorbereitung, Durchführung und Nachbearbeitung der 20. Deutsch-Russischen Herbstgespräche sucht der DRA eine/n  Praktikant/en/in Vollzeit (39 h/Woche) ab dem 1. September. Die Tätigkeiten umfassen Zuarbeit bei der inhaltlichen Konzeption der Tagung, Veranstaltungsorganisation, Übersetzungen, Öffentlichkeitsarbeit, Unterstützung bei der Abrechnung und Berichterstattung über die Veranstaltung. Die Herbstgespräche werden sich mit den neuen Blockaden in den Beziehungen zwischen Deutschland, der EU und Russland sowie den kontroversen Vorstellungen von der künftigen Integration in Europa und der Sicht der Zivilgesellschaften dazu befassen. Die BewerberInnen sollten daher Interesse an Russland und Osteuropa sowie an aktuellen politischen und gesellschaftlichen Entwicklungen in Deutschland und der EU mitbringen.

13) Ukraineprojekte des DRA: Neue Website von "Kriegsfolgen gemeinsam überwinden" ist online

Seit 25. Juni ist die neue Webseite des DRA-Projektes „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ online. Detaillierte Informationen zum Projekt, den einzelnen Maßnahmen, Ergebnissen und aktuellen Ereignissen sind ab sofort hier zu finden: www.kriegsfolgen-ueberwinden.de und www.overcome-war.org. Auf der russischen Seite der Projekt-Website sind auch die aktuellen TeilnehmerInnen-Ausschreibungen für die zwei ersten Seminareinheiten der Schulungsreihen „Strategien gegen Vorurteile und Diskriminierungen“ und „Forumtheater als künstlerische Methode für die Arbeit mit Binnenvertrieben“ zu finden kriegsfolgen-ueberwinden.de/ru/aktuelles, die am 24. Juni vom Projektpartner KrimSOS veröffentlicht wurden krymsos.com/2015/06/23/nemetsko-ukrainskaia-programa. Beide Seminareinheiten finden Mitte Juli in Kyiv und Černihiv statt. Das Projekt wird finanziell gefördert vom Auswärtigen Amt.