DRA Newsletter Juni 2006


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Abschluss, Neubeginn, Kontinuität: Der DRA feierte!

Ein voller Erfolg war das Sommerfest, das der DRA am vergangenen Samstag anlässlich des Wechsels in der DRA-Geschäftsführung mit seinen Mitgliedern, Freund_innen, Unterstützer_innen und mit Vertreter_innen von Partnerorganisationen feierte. Über 120 Gäste füllten das Mitteldeck des Restaurantschiffs „Hoppetosse“ am Spreeufer in Berlin-Treptow. Vorstand und Mitarbeiterschaft des DRA verabschiedeten Stefanie Schiffer und dankten ihr für die erfolgreiche Arbeit, die sie in 14 Jahren - zunächst in Petersburg, dann neun Jahre lang als Geschäftsführerin in Berlin – geleistet hat. Damit einher ging die herzliche Begrüßung von Stefan Melle, der die Position von Stefanie Schiffer zum 1.7. übernimmt. Nach einem Auftritt der russischen Sängerin Polina Proutskova sorgte D-Jane Nastja Maximova noch bis in den frühen Morgen für Tanzlaune.

2) Ukraine: Zwei Freiwilligenagenturen eröffnet

Seit Mai gibt es in den Social Partnership Centres in Riwne und Donezk, die im Rahmen des EU-Projektes zur Stärkung der Zivilgesellschaft in der Ukraine eingerichtet wurden, auch Freiwilligenagenturen. Sie werden Menschen, die sich für ein gemeinnütziges Engagement interessieren, in passende Organisationen der jeweiligen Region vermitteln. Den Gründungen waren mehrere Trainings unter Leitung des DRA-Projektleiters Stephan Malerius vorausgegangen, in denen die Beteiligten sich mit Fragen des Freiwilligenmanagements und den Funktionsweisen einschlägiger Vermittlungsstellen befasst hatten. Zu den Aufgaben der Agenturen wird auch die Durchführung von PR-Aktionen gehören; damit soll die Bevölkerung motiviert werden, sich stärker an der Lösung sozialer Probleme in ihren Kommunen zu beteiligen.

3) Belarus: Aussicht auf Eröffnung einer Freiwilligenagentur

Auch in der Stadt Gomel in Belarus steht der Aufbau einer Freiwilligenagentur bevor, die mit ihrer Vermittlungstätigkeit und Öffentlichkeitsarbeit einen Beitrag zur zivilgesellschaftlichen Entwicklung der Region leisten soll. Ein entsprechendes Konzept des DRA wurde Ende Mai von der EU bewilligt. Umgesetzt werden soll das Vorhaben im Laufe der nächsten zwei Jahre und in Kooperation mit dem lokalen Partner „Community Development Projects“. Vorgesehen ist auch die Einbindung deutscher Freiwilliger, die der DRA nach Belarus vermittelt. Der DRA hofft, im September mit der Arbeit in Gomel beginnen zu können. 2005 hatte die EU dem Verein schon einmal die Gelder zur Einrichtung einer Freiwilligenagentur in Belarus zugesprochen. Sie sollte im Südosten des Landes entstehen; aufgrund von Registrierungsproblemen seitens der örtlichen Verwaltung war eine Realisierung jedoch bisher nicht möglich.

4) „!Bewege“ fördert neue Ideen für gesellschaftliches Engagement

Innerhalb nur eines Tages innovative gemeinnützige Unternehmungen auf den Weg bringen: Dies zu ermöglichen ist Ziel der Initiative „!Bewege“. Beteiligt sind 21 Organisationen, darunter der DRA, der Bundesverband Deutscher Stiftungen sowie (als ursprünglicher Initiator) das Theodor-Heuss-Kolleg der Robert Bosch Stiftung. Eine Veranstaltung am 18./19.7. in Berlin wird 100 junge Menschen aus 20 Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas zusammenführen, die sich schon jetzt ehrenamtlich in NGOs engagieren. Workshops und ein „Markt der Möglichkeiten“ sollen den Teilnehmer_innen Gelegenheit bieten, gemeinsam Ideen zu entwickeln und Kontakte für nachhaltige Projektpartnerschaften anzuknüpfen. Der DRA entsendet eine Trainerin und wird seine Arbeit präsentieren; mehrere seiner Alumni (ehemalige DRA-Freiwillige) werden aktiv teilnehmen. Zur Abschlussparty am 19.7. ab 21 Uhr in der Alten Feuerwache (Axel-Springer-Str. 40/41, 10969 Berlin) mit Bands aus Polen, Tschechien und Berlin sind alle Interessierten herzlich eingeladen!

5) Keine Reformen für Russlands Militär

„Neuer Ruhm und alte Gewalt“: So lautete der Titel einer Vortragsveranstaltung zur russischen Militärpolitik am 22.6. in Berlin, zu der der DRA und die Aktion Sühnezeichen Friedensdienste e.V. eingeladen hatten. Referent war Andrej Kalikh vom Zentrum für die Entwicklung von Demokratie und Menschenrechten, Moskau, Moderator der neue Geschäftsführer des DRA, Stefan Melle. Laut Andrej Kalikh war die Durchsetzung des Zivildienstes für die Menschenrechtsbewegung höchstens ein Minimalerfolg: Da der Ersatzdienst laut Gesetz innerhalb militärischer Strukturen und für die Dauer von dreieinhalb Jahren abgeleistet werden muss, ist er außerordentlich unattraktiv, so dass ihn bisher nur wenige Wehrpflichtige angetreten haben. Damit habe er auch die Militärspitze nicht dazu zwingen können, die Armee selbst zu demokratisieren. Vielmehr setzen sich die Gewalttaten Längergedienter gegen Rekruten und die Korruption von Offizieren fort. Als Ausweg sieht Kalikh – wie viele russische Bürgerrechtler_innen - die Einführung einer Berufsarmee. Aktuell sei eine neue Welle patriotistischer Propaganda Besorgnis erregend, mit der der Staat Missstände in der Armee vor Kritik schütze. Zur Sprache kamen auch die wachsende Monopolisierung großer Medien durch den Staat und das neue NGO-Gesetz, das zivilgesellschaftliche Organisationen mit zahlreichen zusätzlichen Rechenschaftspflichten und Kontrollmaßnahmen belastet.

6) Lehrbuch zum Thema „Zwangsarbeit“ erschienen

Zu den Ergebnissen des Projektes „Geschichte begegnen, Menschenrechte verstehen“, das der DRA St. Petersburg 2004/05 zusammen mit Moskauer und Minsker Partnern durchführte, gehört das soeben vorgelegte russischsprachige Lehrbuch „Freiheit der Arbeit in Vergangenheit und Gegenwart“. Es beleuchtet das Thema „Zwangsarbeit“ in unterschiedlichen historischen und aktuellen Kontexten – von den Zwangsarbeiter_innen während des 2. Weltkriegs und den Häftlingen des GULag bis zu Kinderarbeit und der Ausbeutung illegaler Migrant_innen. Interessierte Lehrer_innen in Russland und Belarus erhalten das im Moskauer Verlag „Neues Lehrbuch“ erschienene und 276 Seiten starke Taschenbuch kostenlos. Neben einer Einführung in die Thematik bietet es ihnen eine umfangreiche Quellensammlung und Tipps zur interaktiven Unterrichtsgestaltung. Finanziert wurde der Band ebenso wie das Rahmenprojekt vom „Fonds Erinnerung und Zukunft“.