DRA Newsletter Januar 2010


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Neues Projekt zur Menschenrechtsbildung in der Ukraine

Die Kinderrechtsorganisation Postup in Luhansk (Ukraine), der DRA und die Helsinki-Stiftung in Warschau realisieren ab Februar 2010 gemeinsam ein neues Projekt zur Menschenrechtsbildung. Der DRA will damit dazu beitragen, dass Kinder und Jugendliche in den westukrainischen Regionen Luhansk und Dnipropetrowsk in Zukunft einen besseren Schutz vor willkürlichen Übergriffen der Polizei erhalten. Im Verlauf von Ermittlungs- und Jugendstrafverfahren kommt es regelmäßig zur Verletzung ihrer Rechte. Jugendliche und Kinder, die arm sind und nicht den sozialen Normen entsprechen, können in der Ukraine nicht auf die Solidarität der Gesellschaft vertrauen, was sie besonders wehrlos macht. Im Verlauf des Projekts soll durch einen Erfahrungsaustausch mit polnischen und deutschen Mitarbeiter_innen der Jugendgerichtshilfe und der Polizei eine Strategie für die langfristige Arbeit unabhängiger Organisationen zur Unterstützung der Minderjährigen entwickelt werden. Ferner soll ein Trainingsmodul zur Menschenrechtsbildung für die Polizei entstehen. Beteiligt an der Umsetzung des Projekts sind auch das Kinderrechtsnetzwerk Luhansk und Dnipropetrowsk – ein Zusammenschluss von sechs Kinder- und Jugendorganisationen – sowie ukrainische Trainer des landesweiten zivilgesellschaftlichen Programms „Rosumijemo praw ljudyny“ („Wir verstehen die Menschenrechte“). Das Projekt läuft bis September 2010. Es wird seitens des DRA von Tim Bohse betreut und im Rahmen des Programms „Partnerschaft für gesellschaftliche Initiativen“ durch die Robert Bosch Stiftung gefördert.

2) Russische Ökologiebewegung: 2009 war Jahr des Aufbruchs

Umweltschützer in Russland wie der Leiter von WWF Russia, Igor Tschestin, und des Verbands der Umweltjournalisten, Alexander Fjodorov, ziehen für 2009 ein gemischtes Resümee. Während der UN-Klimagipfel in Kopenhagen gescheitert sei, hätten ökologische Fragen im eigenen Land mehr Aufmerksamkeit erfahren denn je. Die Moskauer Regierung sei in Kopenhagen konstruktiv aufgetreten, habe eine Klimaschutzdoktrin erlassen, ein Energiespargesetz verabschiedet sowie erstmals seit zehn Jahren eine Kabinettssitzung zu Umweltfragen organisiert, an der Greenpeace und WWF Russia beteiligt waren. Zugleich sei die Vernetzung in der russischen Ökobewegung gewachsen. Andererseits aber seien etwa Umweltverträglichkeitsprüfungen bei Investvorhaben trotz Zusage noch nicht wieder obligatorisch. Mehrfach wurden Journalisten wegen ihres Umweltschutzengagements überfallen. Für 2010 bereiten Russlands Umwelt-NGOs regionale Kampagnen zum Klimaschutz vor, während das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung die Umsetzung der Klimadoktrin plant. Da viele russische Medien die Notwendigkeit solcher Aktivitäten weiter in Frage stellen, bleibt die Arbeit mit ihnen ein Tätigkeitsschwerpunkt für NGOs. Auch der DRA plant 2010 im Rahmen seines Projekts zur Umweltbildung für russische JournalistInnen mehrere Seminare zu Klimaschutzthemen. Außerdem sind Treffen mit Vertretern der russischen Delegation nach den nächsten Klimaschutzrunden der UNO, öffentliche Diskussionen und Filmabende vorgesehen. Zu den Kooperationspartnern gehören die Heinrich-Böll-Stiftung, der WWF und Greenpeace Russia, der russische Verband der Umweltjournalisten, die Organisation Friends of the Baltic und die Sozialökologische Union. Das Projekt wird von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und dem Diakonischen W

3) Stärkung von Trägern der Sozialarbeit in Gomel (Belarus)

Gemeinsam mit seiner belarussischen Partnerorganisation „Soziale Projekte“ hat der DRA im Januar 2010 ein neues Projekt zur „Entwicklung eines regionalen Modells sozialer Partnerschaft im Gebiet Gomel“ begonnen. Ziel ist es, mittels regelmäßiger Arbeitstreffen eine effektive Partnerschaft zwischen nichtstaatlichen Organisationen und lokalen Behörden bei der Lösung sozialer Probleme anzubahnen und sie in einem Koordinationsrat zu institutionalisieren. Auf diese Weise sollen Ressourcen und Aktivitäten der verschiedenen Stellen zusammengeführt und längerfristig die sozialen Angebote vor Ort erweitert und optimiert werden. Zugleich ist vorgesehen, die Fachkompetenzen aller Projektteilnehmer_innen durch ein Weiterbildungsmodul und gemeinsame Mikroprojekte zu stärken. Bisher arbeiten Staat und „Dritter Sektor“ in der Region nicht zusammen: Informationen und Erfahrungen werden nicht ausgetauscht, und die Vertreter_innen von NGOs blieben von wichtigen sozialpolitischen Entscheidungsprozessen ausgeschlossen. Das Projekt mit einer Laufzeit von siebzehn Monaten wird im Rahmen des Förderprogramms Belarus des IBB Dortmund aus Mitteln des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

4) Integrationschance Ehrenamt? Vortrag in Hamburg

Auf einer Fachtagung zum Thema „Integrationsperspektiven für Langzeitarbeitslose“ wird Bettina Bofinger (DRA) am 11. Februar 2010 im Haus des Sports in Hamburg einen Vortrag über „Integration und Ehrenamt“ halten. Ausgehend von ihrer langjährigen Erfahrung als Leiterin der Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse des DRA in Berlin wird sie unter anderem die folgenden Aspekte thematisieren: Wie wurden das Konzept und die Angebote der Ehrenamtsbörse im Laufe der Zeit angepasst und weiterentwickelt? Hat sich das ehrenamtliche Engagement als integrationsfördernd erwiesen? Wo liegen die Grenzen des Ehrenamts? Die Tagung ist eine Veranstaltung des Kooperationsprojekts „Hamburger Vermittlungspool“ und geht der Frage nach, in welchen Bereichen realistische Integrationsperspektiven für Menschen liegen, die bereits seit langer Zeit erwerbslos sind, und welche Bedeutung dabei gemeinnützigen Tätigkeiten und der Zeitarbeit zukommt.

5) Gegen Rechtsradikalismus in Russland

„Warum wir gegen den wachsenden Rassismus kämpfen“: Unter diesem Motto führte das Petersburger Antirassismusnetzwerk „Xenophobie.NEIN“, zu dessen Gründungsmitgliedern auch der DRA gehört, am 17. Januar 2010 ein Arbeitstreffen durch. Zu der Gesprächsrunde in den Petersburger Räumen der Organisation „Soldatenmütter“ kamen auch Mitarbeiter_innen der städtischen Komitees für Jugendpolitik und Bildung sowie - für alle überraschend - der „Abteilung E“ der russischen Polizei für Extremismusbekämpfung, die rechtsradikale Gruppen, aber ebenso soziale und politische, etwa auch antifaschistische Aktivisten observiert. Erstaunlich offen wurde darüber diskutiert, mit welchen Methoden sich Menschen, die rechtsradikalem Gedankengut anhängen, am besten erreichen lassen. Dabei ging es auch um das im Vergleich zu den Anwerbeaktivitäten rechtsradikaler Gruppen wenig ansprechende Toleranzprogramm der Stadt Petersburg. Einigkeit bestand darin, dass angesichts der häufig unbefriedigenden Informationslage ein solcher Austausch der verschiedenen Akteure, die sich in Russland gegen den Rechtsextremismus engagieren, große Bedeutung hat.

6) Seminar für Freiwillige in Russland, Usbekistan und der Mongolei

Der DRA Petersburg veranstaltet Ende Januar 2010 ein mehrtägiges Seminar für zwölf junge Deutsche, die derzeit in Russland, Usbekistan und der Mongolei bei sozialen NGOs beziehungsweise bei der Deutschen Welle, deutschen Auslandsschulen oder dem Goethe-Institut einen Freiwilligendienst absolvieren. Entsandt wurden sie vom Diakonischen Werk Hamburg, der Evangelischen Kirche im Rheinland beziehungsweise im Rahmen des neuen Programms des Auswärtigen Amts und der deutschen UNESCO-Komission e.V. „kulturweit“. Das Treffen gibt den Freiwilligen die Möglichkeit, sich über den Auslandsdienst, die Verwirklichung eigener Projektideen und weitere Themen auszutauschen.

7) Petersburger NRO ohne Strom – bitte helfen Sie mit!

Seit dem 13. Januar 2010 sitzen der NRO St. Petersburg und seine Partner - die Organisation „Bürgerkontrolle“, das NGO-Ressourcenzentrum (ZRNO) und das Zentrum für unabhängige soziologische Forschung (SNCI) - buchstäblich im Dunkeln. Der Verwalter des Bürogebäudes, in dem die vier NGOs gemeinsame Eigentümer einer Etage sind, hat trotz regelmäßiger Zahlungen den Strom abgestellt. Der NRO und seine Partner bemühen sich derzeit um einen eigenen Stromanschluss. Im Petersburger Stadtzentrum ist das aufgrund geringer Leitungskapazitäten sehr schwierig, doch konnten bereits die Vize-Bürgermeisterin und der Leiter des städtischen Amtes für Außenbeziehungen als Fürsprecher gewonnen werden. Um das Problem zu lösen, wird aber auch Geld benötigt, da neue Kabel verlegt werden müssen. Möchten Sie mithelfen, dass in der NGO-Etage die Lichter wieder angehen? Dann spenden Sie bitte auf das Konto des DRA bei der Gemeinschaftsbank GLS, BLZ 430 609 67, Konto-Nr. 4011 883 900 (Stichwort: „Strom Petersburg“)! Vielen Dank!

8) Freiwilligendienst in Belarus oder der Ukraine: Jetzt bewerben!

Der DRA vergibt ab April/Mai 2010 Teilstipendien, die jungen Menschen aus Deutschland (18-28 J.) einen sechs- bis zwölfmonatigen Freiwilligendienst in Belarus bzw. in der Ukraine ermöglichen. Die Programmteilnehmer_innen werden dort in sozialen Einrichtungen mitarbeiten und sich für die Stärkung lokaler sozialer Nichtregierungsorganisationen einsetzen. Vorausgesetzt werden die Bereitschaft zum Engagement für soziale Belange, Demokratie und das Zusammenwirken der europäischen Zivilgesellschaften sowie mindestens Basiskenntnisse in Russisch. Das Teilstipendium umfasst Reisekosten (bis 250 €), eine Verpflegungspauschale, Seminare und bestimmte Versicherungen. Vor Ort wird eine Unterkunft organisiert. Die Freiwilligendienste werden pädagogisch betreut und vom „weltwärts“-Programm des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) gefördert.

9) Ausschreibung: Freiwilligendienst in Berlin für Osteuropäer/innen

Auch 2010 können sich junge Menschen aus Russland, Belarus oder der Ukraine, die gesellschaftlich bzw. sozial engagiert sind und gut Deutsch sprechen, beim DRA bewerben, wenn sie mit einem Stipendium der Marion-Dönhoff-Stiftung einen halbjährigen Freiwilligendienst in einer gemeinnützigen Organisation in Berlin absolvieren möchten. Dazu kommt ein Begleitprogramm zu Geschichte, Gesellschaft, Politik und Kultur Deutschlands. Der Freiwilligendienst wird voraussichtlich von Juni-November 2010 stattfinden. Bewerbungen (auf Deutsch und per E-Mail) müssen dem DRA bis zum 28. Februar 2010 vorliegen.

10) Praktika im DRA: Assistenz der Geschäftsführung, Projektassistenz

In der Berliner Geschäftsstelle des DRA sind zwei Praktika zu vergeben: (a) die Assistenz der Geschäftsführung vom 1. März bis 30. April 2010 (Bewerbung bis 6. Februar). Der/die Praktikant/in übernimmt allgemeine Büroaufgaben wie Korrespondenz, Datenpflege, Websiteaktualisierung etc. und unterstützt außerdem die Projektentwicklung und -betreuung sowie die Öffentlichkeits- und Spendenarbeit des Vereins; (b) eine Praktikumsstelle im Rahmen des Projekts „Professija.DE - Deutsch-Russische Unternehmen engagiert für Integration und Ausbildung“. Dauer: mindestens drei Monate ab 15. März, Bewerbung bis zum 5. Februar. Die Aufgaben bestehen hier u.a. in Recherchen, Übersetzungen Deutsch-Russisch, Datenerfassung, Zuarbeiten zum Internetportal, Veranstaltungsvorbereitung und Öffentlichkeitsarbeit, Korrespondenz sowie sonstigen Büroaufgaben. Beide Praktika werden mit 300 Euro/Monat vergütet.