DRA Newsletter Januar 2007


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) EU-Russland-Gipfel als Rollenspiel

Mit Jahresbeginn haben der DRA Berlin und der DRA St. Petersburg die Arbeit an dem knapp zweijährigen Programm der „EU Study Schools“ aufgenommen: Im Auftrag der EU-Kommission soll russischen Studierenden und Dozent_innen in mehrtägigen Seminarzyklen die Kooperation zwischen Russland und der EU in ihrer Komplexität näher gebracht und dabei der Bezug zur jeweiligen russischen Region berücksichtigt werden. Vorgesehen sind Fachreferate, aber auch Debatten und Rollenspiele, etwa das Nachstellen der jüngsten EU-Russland-Gipfel und ihrer zentralen Argumentationslinien. Die ersten Veranstaltungen für Studierende der Nordwest- und der Wolgaregion finden im April an den staatlichen Universitäten von Petersburg und Samara statt. Projektleiterin für den DRA ist die Politologin und NGO-Expertin Elena Belokurova von der Europäischen Universität Petersburg. Die Entwicklung der Programme und Auswahl der Expert_innen verantwortet gemeinsam mit ihr Dr. Markus Kaiser, Soziologe und Leiter des "Zentrums für Deutschland- und Europastudien" an der Staatlichen Universität St. Petersburg. Die Organisation der Veranstaltungen liegt bei Zoia Solovjeva, Soziologin und Kulturmanagerin des DRA St. Petersburg.

2) Der DRA dankt Stephan Malerius und begrüßt Robert Sperfeld

Der langjährige DRA-Projektkoordinator Stephan Malerius wechselt in diesem Monat zur Konrad-Adenauer-Stiftung. Ab April wird er das Büro der Stiftung im litauischen Vilnius leiten und von dort aus deren Arbeit zu Belarus gestalten. Für den DRA hat Stephan Malerius seit 1999 die Freiwilligenagentur in Berlin und Petersburg mit aufgebaut, mehrere große EU-Projekte entwickelt und betreut sowie im Bereich der politischen Bildung gearbeitet. Wir danken Stephan Malerius sehr für seine kluge, ideenreiche Arbeit bei uns sowie mit zahlreichen Partnern in Russland, der Ukraine, Belarus und Polen und werden ihn und seine herzliche, kooperative Art vermissen. In seiner neuen Arbeit wünschen wir ihm viel Erfolg, aufgeschlossene Partner und fruchtbare Diskussionen. Im DRA hat nun Robert Sperfeld den Bereich der EU-Projekte übernommen. Er hat Verwaltungswissenschaften studiert und bereits umfangreiche Erfahrungen als DAAD-Stipendiat an der Universität in Petersburg sowie in Praktika bei Memorial, bei der Heinrich-Böll-Stiftung in Tel Aviv, beim BUND sowie beim Auswärtigen Amt gesammelt. 2006 organisierte er seitens des DRA die Deutsch-Russischen Herbstgespräche zum Thema „Xenophobie“. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit!

3) Deutsch-russische Vernetzung in der Aidshilfe

Angesichts der Besorgnis erregenden Ausbreitung von HIV-Infektionen und Aids in Russland setzt der DRA seine Arbeit zur Vernetzung von deutschen und russischen Initiativen und Fachleuten aus dem Gesundheitsbereich fort. Vom 22.-25.1. treffen dazu in Petersburg der Geschäftsführer des DRA Berlin, Stefan Melle, die Leiterin der DRA-Freiwilligenagentur, Evelyn Scheer, sowie der Leiter der Augsburger Organisation für die Aidshilfe in Osteuropa, „Connect plus“, Frieder Alberth, auf lokale Aids-Einrichtungen sowie medizinisches Fachpersonal und andere ExpertInnen. Die von der „Aktion Mensch“ finanzierte Recherchereise dient der Vorbereitung eines umfangreichen Projekts, bei dem Freiwillige aus Petersburger Initiativen in deutsche Anti-Aids-Organisationen, Fachkrankenhäuser und Sozialstationen entsandt werden sollen. So erhalten sie die Möglichkeit, sich das in Westeuropa erarbeitete Know-how zur Bekämpfung der Immunschwächekrankheit anzueignen und nach ihrer Rückkehr in Russland als MultiplikatorInnen zu wirken.

4) In Schulen Neugier auf Russland wecken

Im Rahmen des Projekts „Vom anderen erfahren“, das der DRA für die Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch realisiert, haben an Gymnasien in Sachsen und Brandenburg erste Veranstaltungen zur Förderung der Beschäftigung mit Russland auf Schulebene stattgefunden. Es zeigte sich: In der Vorstellung der Kinder und Jugendlichen ist Russland vor allem eines – sehr kalt! Außerdem hat es „berühmte Dichter und Schriftsteller“ hervorgebracht und wird „von riesigen Flüssen durchzogen“. Zum Alltag der Menschen, auch der Gleichaltrigen, in Russland wissen die Schüler dagegen wenig. Mit dem Erlebnisbericht einer ehemaligen DRA-Freiwilligen, interaktiven Spielen, Gesprächen sowie mit Informationsmaterial zu den Austauschprogrammen der Projektpartner (Stiftung West-Östliche Begegnung, ASF – Interkulturelle Begegnungen und Aktion Sühnezeichen) sowie des DRA selbst wurde dazu ermuntert, Projekte zu entwickeln und zu beantragen, um so ein Kennenlernen Russlands und seiner Menschen jenseits stereotyper Bilder ermöglichen. Noch im Januar wird der DRA gemeinsam mit einer austauscherfahrenen Schülergruppe aus Neubrandenburg eine weitere Veranstaltung an einer Schule auf der Insel Usedom gestalten.

5) Ukrainische Zentren für soziale Partnerschaft bald selbstständig

Die vom DRA und seinen Partnern in der Ukraine mit Förderung durch die EU aufgebauten „Zentren für soziale Partnerschaft“ haben die Planung und Mittelakquisition für selbstständige Aktivitäten nach dem Ende des Projekts im Juni begonnen. Unterstützt werden die Mitarbeiter_innen darin durch eine Serie von Fortbildungen, die ihnen derzeit die zur Eigenständigkeit notwendigen Kompetenzen vermitteln. Aufgabe der fünf Zentren in Riwne, Sumy, Donetsk, Cherson und Tscherniwzi ist die Stärkung gemeinnütziger Organisationen, die lokal und regional in der Sozialarbeit tätig sind. Dies geschieht unter anderem durch Management-Beratungen und Vernetzungsangebote. Zu den jüngsten Ergebnissen zählt der Runde Tisch „Für saubere Luft“ in Cherson/Südukraine, ein gemeinsames Forum von Behörden und gemeinnützigen Organisationen, das sich am 27.12. erstmals traf und Aktionen zum Nichtraucherschutz vereinbarte. Weitere Informationen zu den Zentren hier.

6) DRA St. Petersburg: Neue Ansätze im Freiwilligen-Bereich

„Freiwilligencafé“: So hat der DRA St. Petersburg ein neues Angebot für seine westeuropäischen und russischen Freiwilligen und für interessierte Studierende getauft. Es umfasst einen Stammtisch und Exkursionen, darunter im Dezember eine Fahrt nach Nowgorod und einen Diskussionsabend zum kontroversen Thema „Gründe für Wladimir Putins Popularität“. Gemeinsam mit den Organisationen „Nachtasyl“, „Perspektiven“, „Doctors of the World“, Memorial und Zirkus Upsala, in denen derzeit DRA-Freiwillige mitwirken, wurde außerdem zum Internationalen Tag des Freiwilligen am 5.12. ein Fest mit deutschen und russischen Musikern veranstaltet, um das Prinzip des freiwillligen Engagements zu feiern und dafür zu werben. Eine interaktive Informationsbörse während der Veranstaltung stieß auf großes Interesse: Viele Gäste erklärten sich spontan zur Mitwirkung in einem der vorgestellten Freiwilligenprojekte bereit.