DRA Newsletter Januar 2005


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Erfolgsbilanz für Ukraine-Projekt des DRA

Die Europäische Kommission ist hinsichtlich des im Dezember abgeschlossenen EU-Projekts „NGO Development– Kiev and selected regions of Ukraine“ zu einer höchst positiven Beurteilung gelangt. Das Programm wurde vom DRA gemeinsam mit belgischen und ukrainischen Partnern in Kiew und in den Regionen Kherson, Rivne und Sumy durchgeführt. Der Monitoring-Bericht attestiert den drei im Zuge der Projektarbeit neu etablierten „Social Partnership Centres“ eine nachhaltige Wirkung im Bereich sozialer Dienstleistungen. Lobend hervorgehoben werden auch die gute Zusammenarbeit mit dem ukrainischen Ministerium für Familie und Jugend und die effektive Öffentlichkeitsarbeit.

2) Fachseminar zu HIV/AIDS-Prävention in Wolgograd

Nicht nur bestimmte Risikogruppen, sondern alle Bevölkerungskreise müssen einbezogen werden, wenn HIV/AIDS-Präventionsarbeit erfolgreich sein soll. Mit einem Seminar zu diesem Thema wird am 1.-2.2. in Wolgograd das zweijährige Projekt „Stärkung der Interessenvertretung sozial benachteiligter Bevölkerungsgruppen in Südrussland“ zum Abschluss kommen, das der DRA im Auftrag und mit finanzieller Unterstützung des Diakonischen Werks der EKD durchgeführt hat. Die Veranstaltung mit dem Titel „Mainstreaming HIV/AIDS - Analyse eines Querschnittsthemas: Was bedeutet HIV/AIDS für uns?“ wird nicht nur den Mitarbeiter_innen der sechs direkt beteiligten Partnerorganisationen, sondern auch allen in Wolgograd tätigen Akteuren der HIV/AIDS-Prävention offen stehen, um die Kommunikation und Kooperation in diesem Bereich zu stärken.

3) Freiwilligenvermittlung um Ukraine und Belarus erweitert

Einen wichtigen Bestandteil der Europäischen Freiwilligenagentur des DRA bildet seit 1994, neben den von verschiedenen Stiftungen und der EU finanzierten und thematisch festgelegten Freiwilligenprogrammen, die so genannte freie Vermittlung von Freiwilligendiensten. Auf diese Weise vermittelte Freiwillige müssen ihren Aufenthalt komplett selbst finanzieren. Dafür können sie aber den zeitlichen Rahmen ihres Einsatzes selbst bestimmen. Auch gibt es keine Altersbeschränkungen. Bisher hat der DRA mehr als 250 Westeuropäer_innen auf diesem Wege in russische NGOs vermittelt. Mit Unterstützung der Robert-Bosch-Stiftung konnte die Palette nun um Einsatzstellen in der Ukraine und in Belarus erweitert werden.

4) Neu: DRA St. Petersburg organisiert Schüleraustausch

Eine neue Kooperation haben der DRA St. Petersburg und der Verein AFS Interkulturelle Begegnungen aus Hamburg vereinbart. Gemeinsam werden beide Organisationen ab dem kommenden Schuljahr ein deutsch-russisches Austauschprogramm für Schüler_innen der 10. und 11. Klasse durchführen. Teilnehmen werden jährlich vorerst etwa 17 Jugendliche aus St. Petersburg, wobei für sozial benachteiligte Schüler_innen Teilstipendien für den einjährigen Deutschlandaufenthalt zur Verfügung gestellt werden können. Wichtiger Bestandteil des Programms ist der Aufbau eines Freiwilligen-Netzwerkes ehemaliger Austauschschüler_innen. „AFS Interkulturelle Begegnungen“ ist Teil des American Field Service, der nach dem Zweiten Weltkrieg gegründet wurde und heute auf ein Netzwerk mit Partnerorganisationen in über 50 Ländern angewachsen ist.

5) DRA-Alumnitreffen mit Podium zur deutschen Russlandpolitik

Der DRA e.V. lädt alle ehemaligen Freiwilligen und Mitarbeiter_innen und seine Vereinsmitglieder herzlich zum diesjährigen Alumnitreffen der DRA-Freiwilligen ein, das am 11.3.2005 in den Räumen der Heinz-Schwarzkopf-Stiftung in Berlin-Mitte (Sophienstraße 28/29) stattfinden wird (Beginn: 15.30 Uhr). Die Podiumsdiskussion zum Thema: „Freundschaftsdienste – Bärendienste? – Probleme der deutschen Russlandpolitik und ihre Auswirkungen auf die anderen Staaten Osteuropas“ bestreiten Olga Kitowa, Journalistin (Moskau); Gernot Erler, MdB, Außenpolitischer Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion; Markus Wehner (Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung) und Janusz Reiter, Präsident des Zentrums für Internationale Beziehungen (CSM) Warschau u. ehem. polnischer Botschafter in der Bundesrepublik Deutschland (angefragt). Die Moderation hat Stefan Melle, Politikredakteur der Sächsischen Sonntagszeitung und ehemaliger Freiwilliger des DRA. Anschließend: Präsentation der neuen Alumniangebote und DRA Mitgliederversammlung. Zum Abschluss: Party!

6) Russisches Parlament entscheidet zu Zivilkammer-Gesetz

Die Russische Staatsduma hat im Januar 2005 in erster Lesung den Gesetzentwurf über die Bildung einer föderalen Zivilkammer (Obshestvennaja Palata) verabschiedet, in der Vertreter_innen von Nichtregierungsorganisationen (NGOs) die Arbeit der russischen Regierungsstellen kontrollieren sollen. Angekündigt wurde die Einrichtung dieser Institution von Präsident Putin unmittelbar nach der Geiselnahme in Beslan im September 2004. Unabhängige Vertreter_innen von NGOs und Politolog_innen kritisieren an dem Gesetzesentwurf den offensichtlichen top-down-Ansatz bei der Auswahl der Mitglieder der Zivilkammer (ein Drittel der NGOs wird vom Präsidenten direkt ernannt) und den ungeklärten Zugang des Gremiums zu Informationen. Die in verschiedenen russischen Regionen schon seit Jahren bestehenden Zivilkammern haben teilweise bereits transparentere und demokratischere Verfahren erarbeitet, die bei der Planung der föderalen Zivilkammer allerdings unberücksichtigt blieben (vergleiche www.asi.org.ru).