DRA Newsletter Februar 2005


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Ein einiges Europa braucht liberale Visaregelungen

Der Deutsch-Russische Austausch e.V. hat seit 1992 Hunderte von demokratisch und zivilgesellschaftlich engagierten Menschen zur partnerschaftlichen Zusammenarbeit zwischen den Ländern Ost- und Westeuropas vermittelt. Die restriktiven und teils inhumanen Visa- und Aufenthaltsregelungen der deutschen Auslandsvertretungen und Ausländerbehörden stellen ein wesentliches Hindernis für das Zusammenwachsen eines freien und einigen Europas dar. Der DRA e.V. hat die Visaerleichterungen, die die Bundesregierung im Jahr 2000 verfügt hat, daher ausgesprochen begrüßt und deren positive Auswirkungen auf seine Arbeit geschätzt. Wir bedauern, dass die Regelungen zurückgezogen wurden und dass eine im Sinne von Demokratie und Humanismus richtungsweisende Entscheidung wie der so genannte „Volmer-Erlass“ aus dem Jahr 2000 im Nachhinein für Missbrauch und administrative Nachlässigkeiten verantwortlich gemacht wird, zu denen es an einzelnen Auslandsvertretungen gekommen ist. Wir treten dafür ein, dass diese Fälle sehr genau untersucht werden, auch dafür, dass bei nachgewiesenen Fehlern politische Verantwortung übernommen wird. Darüber darf jedoch nicht vergessen werden, dass ohne Reisefreiheit und liberale Visaregelungen ein einiges Europa nicht entstehen kann. Die Bundesregierung fordern wir auf, für entsprechende Bestimmungen zu sorgen. Zugleich verurteilen wir die pauschale Diffamierung der BürgerInnen osteuropäischer Länder, die in der derzeitigen öffentlichen Debatte der Angelegenheit in Deutschland zu vernehmen ist.

2) Göring-Eckardt spricht auf Veranstaltung des DRA St. Petersburg

Die Fraktionsvorsitzende der Grünen im Bundestag Katrin Göring-Eckardt ist Hauptrednerin eines Diskussionsklubs zu Sozialreformen in Deutschland und Russland, den der DRA/NRO St. Petersburg am 1.3. veranstaltet. Ihre russische Gesprächspartnerin auf dem Podium wird die unabhängige Dumaabgeordnete Oxana Dmitrijewa sein. Die beiden Politikerinnen werden Einzelheiten der Reformpolitik beider Länder, die Legitimation bestimmter Entscheidungen und die Proteste aus der Bevölkerung diskutieren. Die Moderation des Podiumsgesprächs hat Jens Siegert (Heinrich-Böll-Stiftung, Moskau). Ort: Ligovsky pr. 87, Konferenzsaal des DRA St. Petersburg (office 300), Beginn: 19 Uhr.

3) Freiwilligeneinsatz im Kaliningrader Gebiet startet in Kürze

Im kommenden Monat beginnt das trilaterale Kaliningrad-Projekt, das der DRA gemeinsam mit der Democratic Society East Foundation (Warschau) und der Stiftung für Demokratische Entwicklung der Region Gussew (Kaliningrader Gebiet) durchführt. Nach Besuch eines Einführungsseminars in Berlin werden sechs vom DRA ausgewählte Freiwillige im März bzw. April vier Wochen lang gemeinsam mit polnischen Freiwilligen an Schulen in Gussew, Osiersk und Tschernjachowsk (Kaliningrader Gebiet) unterrichten, die Schüler_innen zu ehrenamtlichem Engagement ermutigen und in dortigen NGOs mitwirken. Finanziert wird das Projekt im Rahmen des Programms „Partnerschaft für gesellschaftliche Initiativen Deutschland-Polen-Kaliningrader Gebiet“ von der Robert Bosch Stiftung und der Stiftung Fundacja im. Stefana Batorego (Polen).

4) Fortbildung für Betreuerorganisationen in Kiew

Für MitarbeiterInnen osteuropäischer Organisationen, die innerhalb des Programms „Psychosoziale und medizinische Betreuung von ehemaligen NS-Opfern“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung, Zukunft“ Projekte realisieren, organisiert der DRA derzeit einen Zyklus von Fortbildungsangeboten. Das zweite von drei Modulen wird vom 8.-14.3. in Kiew stattfinden. Im Mittelpunkt der beiden dieses Mal vorgesehenen Seminare stehen eine vertiefende Auseinandersetzung mit dem Thema Projektmanagement und einführende Übungen zum Veränderungsmanagement in Organisationen. Geleitet werden die Veranstaltungen von dem deutsch-ukrainischen Trainerteam Jochen Töpfer und Bohdan Maslych.

5) DRA hilft weiterhin bei Suche nach Ehrenamt in Berlin

Bereits seit 2000 vermittelt die Deutsch-Russische Ehrenamtsbörse des DRA Interessierte, die sich gern freiwillig engagieren würden, in Berliner Organisationen und Initiativen. Das Angebot wendet sich vor allem an russischsprachige Zuwanderer, aber auch an Berliner_innen, die mit und für Migrant_innen aktiv werden möchten. Die Palette möglicher Tätigkeiten ist groß. Konkret wird derzeit u.a. jemand gesucht, der/die einer russischsprachigen Migrantin Nachhilfe in Mathematik und Deutsch erteilen könnte. Außerdem braucht eine Beratungs- und Betreuungsorganisation noch ehrenamtliche MentorInnen für in Berlin lebende Flüchtlinge aus Tschetschenien. Sie sollen bei der Orientierung in der Stadt unterstützt und z.B. bei Behördengängen und bei der Wohnungs- und Arbeitssuche begleitet werden.

6) Improvisation und Interkulturalität - Theaterworkshop in Berlin

Das St. Petersburger „Teatr 05“ wird im kommenden Monat in Berlin am Internationalen Improvisationstheaterfestival „IMPRO 2005“ (11.-20.3.) teilnehmen; außerdem wird es einen Workshop für Multiplikator_innen anbieten, die - z.B. in der Jugendarbeit oder in soziokulturellen Projekten - mit russischsprachigen Migrant_innen arbeiten. Dabei soll erkundet werden, wie sich Methoden des Improvisationstheaters in der interkulturellen Kommunikation anwenden lassen. Das „Teatr 05“ wurde von dem aus Kasachstan stammenden und in Deutschland lebenden Eugen Gerein gegründet. Es kooperiert bereits mit dem DRA/NRO St. Petersburg; in Entwicklung ist dort ein Training zur Menschenrechtsbildung, das Theatermethoden nutzbar macht. Der Berliner Workshop ist für den 21. oder 22.3. geplant.

7) Praktikumsstellen im DRA-Büro zu besetzen

Im Berliner Büro des DRA sind ab Ende März bzw. Anfang April drei Vollzeitpraktika zu vergeben. Es handelt sich um Assistenzstellen, die jeweils der Geschäftsführung, den Europäischen Freiwilligenprogrammen und der Deutsch-Russischen Ehrenamtsbörse sowie anteilig auch den Europäischen Freiwilligenprogrammen zugeordnet sind. Die Praktika haben eine Laufzeit von sechs Monaten und werden vergütet. Gute Russisch- und PC-Kenntnisse sind Voraussetzung.