Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,
hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)
Bitte unterstützen Sie unsere Arbeit mit einer Spende oder Fördermitgliedschaft! Der Verein finanziert sich ausschließlich durch projektgebundene Zuwendungen, Mitgliedsbeiträge und private Spenden. Ohne Ihre Unterstützung ist unsere Arbeit unmöglich. Herzlichen Dank!
Besuchen Sie den DRA auf Facebook: facebook.de/DRAberlin
Die Proteste, die in den vergangenen Wochen in Kiew und anderen Städten der Ukraine stattfanden, zeigten eine Zivilgesellschaft, die nach 13 Jahren der Unabhängigkeit des Landes zu einem gewichtigen politischen und gesellschaftlichen Faktor geworden ist. Ihre Stärke offenbart sich sowohl in ihrer Beharrlichkeit als auch in ihrem Bestreben, den Konflikt friedlich zu lösen. Der DRA hat in den letzten beiden Jahren aktiv an der Stärkung der ukrainischen Zivilgesellschaft mitgearbeitet. Er wird auch weiterhin seine Partner in der Ukraine darin unterstützen, sich für Bürgerbeteiligung, Selbstbestimmung, die Rechte von sozialen Randgruppen und die Wahrung von Menschenrechten einzusetzen.
„Civic Education“ ist das Thema eines dreijährigen, von der EU geförderten Projektes, das der DRA voraussichtlich ab Anfang 2005 in einem Konsortium mit Organisationen aus Großbritannien (Cambridge Education), Polen (Centrum Edukacij Obywatelskiej) und der Ukraine (Krok za Krokom) in Kiew und drei noch zu bestimmenden Pilotregionen durchführen wird. Vorgesehen ist die Stärkung der Lehrerausbildung, die Entwicklung neuer Lehrpläne und die Überarbeitung von Unterrichtsmaterialien im Bereich der politischen Bildung. Projektpartner in der Ukraine sind das Ministerium für Bildung und Wissenschaft sowie die Lehrervereinigung Nova Doba, die sich mit Fragen der politischen Bildung befasst.
Unter dem Titel „Orangefarbene Revolution - Sieg der Zivilgesellschaft oder der Polittechnologen“ lud der DRA St. Petersburg in Zusammenarbeit mit dem Petersburger Kulturklub „Platforma“ am 16.12. zur Diskussion über die jüngsten Ereignisse in der Ukraine. An der kontrovers geführten Debatte nahmen auf dem Podium u.a. die Journalistin Elfie Siegl (Berlin), der Journalist Daniil Kozubinski und der Historiker Nikita Lomagin (beide St. Petersburg) sowie im Publikum Vertreter Petersburger Menschenrechtsorganisationen, der „Jungen Sozialdemokraten“, aber auch der Putin-nahen Jugendbewegung „Idushchie vmeste“ teil. Themen waren insbesondere der ausländische Einfluss auf die Pro-Juschtschenko-Bewegung, die nationale Identität der Ukraine, wirtschaftliche Faktoren und die Auswirkungen der Ereignisse auf die russische Zivilgesellschaft und die Politik des Kremls.
Neue Perspektiven der Anerkennung und Einbeziehung von NGOs seitens offizieller Stellen waren das konkrete Ergebnis einer Veranstaltung, die am 10.12., dem Internationalen Tag der Menschenrechte, in Wolgograd stattfand. Zu der Diskussion über die „Zusammenarbeit staatlicher Strukturen mit nicht-staatlichen Rechtsschutzorganisationen als Instrument der Verteidigung der Menschenrechte“ hatte der Menschenrechtsbeauftragte des Wolgograder Gebiets Michail Taranzow eingeladen. Die Initiative dazu hatte das „Komitee der Hoffnung“ im Rahmen der von DRA und Diakonischem Werk geförderten Netzwerkarbeit entwickelt. Vertreter_innen von NGOs der Region, darunter etliche Partnerorganisationen des DRA, schilderten Fälle von Menschenrechtsverletzungen, forderten die Repräsentanten von Staatsanwaltschaft, Passamt, Migrationsdienst und weiteren Behörden zur Stellungnahme auf und erreichten Zugeständnisse hinsichtlich künftiger Kooperationsmöglichkeiten.
Das vom DRA koordinierte Projekt „Stärkung regionaler Lehrerinitiativen zur Förderung der schulischen politischen Bildung in Belarus“ wird am 29.12. mit einer von den belarussischen Partnern „Open Society“ und „Informational Analytical Center“ organisierten Konferenz in Minsk zum Abschluss kommen. Die meisten der rund 50 erwarteten Teilnehmer_innen gehören Lehrerinitiativen aus verschiedenen Regionen des Landes an (Minsk, Witebsk, Brest, Gomel, Grodno, Pinsk, Postawy) und haben die im Laufe von 2003/04 angebotenen Seminare besucht. Die Konferenz dient deren Auswertung sowie der Präsentation des Lehrbuchs „Grundlagen der Demokratie“, das im Laufe des Projekts erarbeitet wurde. Der 450 Seiten starke Band in russischer Sprache umfasst theoretische Beiträge zur politischen Bildung und viele methodische Anregungen zur Gestaltung eines interaktiven Unterrichts.
12 Freiwillige aus Deutschland und Polen werden im März und April des kommenden Jahres NGOs in Gusiew, Oziersk und Cherniakhovsk (Kaliningrader Gebiet) unterstützen und für mehr freiwilliges Engagement in der Region werben. Dieses neue Projekt führt der DRA in Kooperation mit der polnischen Stiftung Democratic Society East und der Stiftung für Demokratische Entwicklung der Region Gusiew durch. Zuwendungsgeber sind die Robert-Bosch-Stiftung und die Stiftung Fundacja im. Stefana Batorego (Polen). Wer als Freiwillige/r teilnehmen möchte, kann sich bis zum 10.01.05 bewerben.
Mit einem Seminar in Werftpfuhl bei Berlin endete am 16.-18.12. für elf junge Freiwillige aus Belarus, Polen, Russland und der Ukraine ihr vom DRA vermittelter Einsatz in Berlin. Unter der Überschrift „Verantwortung und Verständnis – in der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ wirkten sie sechs Monate lang in Organisationen mit, die sich mit dem Schicksal ehemaliger ZwangsarbeiterInnen bzw. mit der Thematik der Menschenrechte befassen. Das Abschlusstreffen diente der Evaluierung des Aufenthaltes, aber auch der Auseinandersetzung mit der Frage der Rückintegration. Ermöglicht wurde der Freiwilligeneinsatz durch das EU-Programm „European Voluntary Service“, die Marion-Dönhoff-Stiftung und die Robert-Bosch-Stiftung.
„Europas Kinder. Das Vergangene erinnern – das Zukünftige gestalten“: So lautete der Titel einer interkulturellen Biografie- und Geschichtswerkstatt, die das Ost-West-Europäische FrauenNetzwerk e.V. (OWEN) am 9.12. in Kooperation mit dem DRA veranstaltete. Generationsübergreifend, auf Basis persönlicher Erfahrungen und unter Einbeziehung der Spezifik ihrer Herkunftsländer befassten sich die aus Deutschland, Russland, Belarus, der Ukraine, Polen, Frankreich, Österreich und der Schweiz stammenden Teilnehmer_innen mit der Wahrnehmung von Geschichte und mit Methoden zu ihrer Vermittlung.
Am 23.11. waren die ehrenamtlichen Helfer_innen des DRA in die Berliner Geschäftsstelle eingeladen. Das jährliche Treffen von Haupt- und Ehrenamtlichen, das dem Informationsaustausch und der Vertiefung der Kontakte dient, hatte dieses Mal die Lage in Belarus und das dortige Engagement des DRA zum Schwerpunktthema. Für die im Laufe des Jahres 2004 geleistete tatkräftige Unterstützung sagt der Verein seinen Ehrenamtlichen an dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank!