Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,
wie können Gesellschaften nach Erfahrungen von Gewalt, Krieg und Repression ein friedliches Miteinander wiederfinden und zugleichdas allgegenwärtige Bedürfnis nach Gerechtigkeit erfüllen?Wie hängen dabei Recht und Gerechtigkeit zusammen?
Die Berliner Herbstgespräche 2018, zu denen der DRA Sie am 14. November ins Rote Rathaus in Berlin einlädt, stellen sich diesen Fragen. Dabei wird diskutiert, wie europäische Postkonflikterfahrungen der letzten Jahrzehnte für die Überwindung aktueller Konflikte und vor allem des Kriegs in der Ostukraine genutzt werden können.
Weitere Informationen zu den Herbstgesprächen und zu unseren zahlreichen weiteren Projekten - darunter neu ein Austausch zwischen Deutschland und Rumänien - finden Sie in diesem Newsletter.
Herzlichen Dank für Ihr Interesse und Ihre Unterstützung!
Ihr Stefan Melle (Geschäftsführer)
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Am 1. August 2018 haben der DRA und rund 15 Partner in Osteuropa das gemeinsame Projekt „Dialog für Verständigung und Recht: Europäische NGOs gemeinsam für Konfliktbewältigung im Donbass“ gestartet. Das zweijährige Projekt zielt auf die Stärkung der Handlungsfähigkeit und Reichweite zivilgesellschaftlicher Akteur/innen im Prozess der Konfliktbearbeitung in der Ostukraine. Es vereint zwei seit 2015 aufgebaute Arbeitsrichtungen: zum einen den Ausbau der im Dezember 2017 gegründeten internationalen NGO-Plattform CivilM+, deren Vorbereitung der DRA eineinhalb Jahre lang betreut hat, zum anderen das Monitoring der Menschenrechtsverletzungen im Konfliktgebiet und der Entwicklungen in den nicht-regierungskontrollierten
CivilM+ soll tragfähige Konzepte von zivilgesellschaftlichem Konfliktmanagement für die Ostukraine entwickeln und wird dazu international aktive zivilgesellschaftliche Akteur/innen aus der Ukraine, den anderen europäischen Ländern und vermehrt auch aus Russland untereinander und mit lokalen Akteur/innen verbinden. Im Rahmen des Projekts sollen zudem Bürgerinitiativen vor Ort unterstützt, Völker- und Menschenrechtsverletzungen sowie andere konfliktfördernde Faktoren sichtbar gemacht und ein NGO-Expertengremium für die Begleitung der internationalen Verhandlungen zum Donbass etabliert werden. Weitere Teilprojekte fördern Maßnahmen zur Verständigung vor Ort über Ursachen und Folgen des Krieges, über verschiedene Erinnerungsnarrative sowie zur Verbreitung von Informationen zum Konflikt und künftige Mechanismen der „Übergangsjustiz“ („transitional justice“, siehe nächste Meldung) an die internationale Öffentlichkeit.
Für das Projekt-Team des DRA werden noch weitere Mitarbeiter/innen mit den Schwerpunkten PR- und Finanzmanagement gesucht (siehe folgende Meldung). Das Projekt wird finanziell vom Auswärtigen Amt gefördert.
Der DRA e.V. sucht zum 1. Oktober 2018 oder zum nächstmöglichen Zeitpunkt Verstärkung für die Umsetzung des Projektes „Dialog für Verständigung und Recht in der Ostukraine“ (Details zum Projekt s.o.) zwei Mitarbeiter/innen für unser Büro in Berlin. Die Stellen sind befristet bis zum 31.08.2020, eine Verlängerung wird angestrebt.
1) Mitarbeiter/in für Öffentlichkeitsarbeit und Projektmanagement: Der Schwerpunkt der Stelle liegt in der mehrsprachigen Presse- und Öffentlichkeitsarbeit für ein internationales Projekt und eine internationale Plattform zur Konfliktbearbeitung, einschließlich der Arbeit über Social Media. Details zur Ausschreibung siehe HIER (dt.) bzw. HIER (engl.).
2) Mitarbeiter/in für Finanz- und Projektmanagement: Der Schwerpunkt der Stelle liegt auf der finanzwirtschaftlichen Planung, Steuerung, Abrechnung und Kontrolle der Ausgaben im Rahmen des Budgets eines durch öffentliche Gelder finanzierten multilateralen Projektes mit zahlreichen Partnern. Details zur Ausschreibung siehe HIER (dt.) bzw. HIER (engl.).
Weitere zentrale Aufgaben für beide Mitarbeiter/innen sind die Vorbereitung, Organisation und Durchführung von Projektmaßnahmen sowie die Projektdokumentation. Sprachkenntnisse in Englisch, Russisch und Deutsch sind erforderlich.
Ihre aussagekräftigen Bewerbungen schicken Sie bitte in einem PDF-Dokument (nicht größer als 2 MB) an assistenz@austausch.org. Bewerbungsschluss ist der 16.09.2018. Die Bewerbungsgespräche finden ab dem 20.09.2018 in Berlin statt.
Die diesjährigen Berliner Herbstgespräche des DRA finden am Mittwoch, den 14. November, im Roten Rathaus von Berlin statt. Die Tagung thematisiert europäische Erfahrungen mit der sog. Übergangsjustiz („transitional justice“), das heißt neben der juristischen auch die gesellschaftliche und historische Aufarbeitung von Gewaltkonflikten, Diktaturen oder Militärregimes. Zugrunde liegt die Notwendigkeit, tragfähige Lösungen auch für ein künftiges Kriegsende in der Ostukraine sowie andere gesellschaftliche Konflikte in der Region vorzubereiten. Erörtert werden etwa Erfahrungen nach den Kriegen in Ex-Jugoslawien, etwa in Bosnien-Herzegowina, nach dem Nordirlandkonflikt, Ansätze für Konfliktbearbeitung in Armenien, Georgien oder im russischen Nordkaukasus. Betrachtet werden sollen auch Erfahrungen aus der Überwindung der Nazizeit in Deutschland nach 1945 und der autoritären Vergangenheit in Mittel-/Osteuropa. Im Mittelpunkt stehen Erkenntnisse aus jahrelangen Vorbereitungsprozessen, bei denen zivilgesellschaftliche Akteur/innen eine wichtige Rolle spielen.
Konkret ist u.a. zu diskutieren: Welche Menschenrechts- und Kriegsverbrechen sollen bestraft werden und welche unter eine Amnestie fallen? Wie sollen Opfer rehabilitiert und entschädigt und wie die Folgen für sie minimiert werden? Welche Fragen sind für eine Verständigung in der Gesellschaft zu lösen und was ist sie als „Gerechtigkeit“ langfristig zu akzeptieren bereit, damit der Neustart nicht in Widerspruch zu Rechtsprinzipien gerät? Zu erörtern ist auch, wie eine Versöhnung der Gruppen vor Ort und wie die „Wahrheitsfindung“ – also die offene, multiperspektivische Diskussion über Fakten und Narrative des Konflikts – organisiert werden können. Nicht zuletzt steht das Problem im Raum, dass gerade hochrangige Täter/innen oft straffrei bleiben und sogar geschützt werden, um eine Konfliktbeendigung überhaupt zu ermöglichen.
Wir bitten um Anmeldung zu der Tagung unter herbstgespraeche@austausch.org. Die Berliner Herbstgespräche sind diesmal Bestandteil des 1. Internationalen Ostukraine-Forums, das der DRA und die internationale NGO-Plattform CivilM+ künftig jährlich organisieren werden. Im Rahmen des Forums 2018 finden auch ein Expertengespräch im Roten Rathaus zum Thema der Übergangsjustiz am 15. November statt sowie das Jahrestreffen von CivilM+ mit den Mitglieds-NGOs, weiteren NGOs und Think Tanks. Bei Interesse an einer Teilnahme an den Maßnahmen von CivilM+ bitten wir um Nachricht an civilmplus@austausch.org.
Die Berliner Herbstgespräche werden von der Heinrich Böll–Stiftung und der ZEIT-Stiftung unterstützt, das Ostukraine-Forum insgesamt auch vom Auswärtigen Amt im Rahmen des Projektes „Dialog für Verständigung und Recht: Europäische NGOs gemeinsam für die Konfliktbewältigung in der Ostukraine“ (siehe Meldung 1).
Auf der jährlichen Menschenrechtskonferenz der OSZE in Warschau, dem „Human Dimension Implementation Meeting („HDIM“), organisierte die Ukrainische Helsinki-Union für Menschenrechte (UHHRU, Kiew) und der DRA am 11. September eine Begleitveranstaltung zum Thema „Wahrheitsfindung und Strafverfolgung von Kriegsverbrechen und Menschenrechtsverletzungen: auf dem Weg zu einem Konzept für die Übergangsjustiz in der Ukraine (“Truth-finding and Prosecution of War Crimes and Human Rights Violations: Towards a Concept of Transitional Justice for Ukraine”). Die Präsentation und Diskussion fand morgens am Ort der multilateralen OSZE-Konferenz im Hotel Sofitel statt. Sie thematisierte zwei Aspekte der Konfliktbewältigung in der Ostukraine: die juristische und die historische Aufarbeitung. Zusammen mit anderen – darunter administrativen, institutionellen und gesetzlichen Regelungen – sind sie wichtige Elemente einer Gesamtarchitektur der Übergangsjustiz für Gesellschaften in der Nachkriegszeit oder in der Überwindung repressiver Regime. Das Podium bildeten Oleksandr Pavlichenko (UHHRU), Yuliya Erner (DRA), Aleksandr Cherkassov (Memorial, Moskau) und Valerij Novikov (NGO „Alternativa“, Kiew) (Fotos HIER).
Alle vertretenen Organisationen sind Mitglieder der Donbass-Plattform CivilM+ (s. Meldungen 1, 2). Die Arbeit an einem Konzept für die sog. Übergangsjustiz gehört zu den vorerst fünf strategischen Schwerpunkten der Plattform für die Konfliktbearbeitung in der Ostukraine.
Am 29. September 2018 finden zum zweiten Mal die „St. Petersburger Herbstgespräche“ zum Thema Europa statt. In diesem Jahr widmet sich die Konferenz des NRO (DRA) St.
Die Tagung wird in Zusammenarbeit mit der Heinrich-Böll-Stiftung, dem Zentrum für Deutschland- und Europastudien (ZDES, St. Petersburg – Bielefeld), dem Instytut Polski, dem Goethe-Institut, dem Netherlands Institute sowie dem Institut français in St. Petersburg veranstaltet. Teilnehmen werden Expert/innen aus Deutschland, Frankreich, Polen, den Niederlanden, Großbritannien, Russland und weiteren europäischen Ländern.
Ein detailliertes Programm und weitere Informationen finden Sie HIER.
In Kooperation mit dem Deutsch-Russischen Museum in Berlin-Karlshorst veranstaltet die AG-Geschichte des DRA am 25. September eine Podiumsdiskussion, die auf das Münchner Abkommen zwischen dem Deutschen Reich und den Anti-Hitler-Kräften zurückblickt und auch nach dessen Bedeutung für aktuelle politische Zusammenhänge fragt. Die Veranstaltung im Deutsch-Russischen Museum (Zwieseler Str. 4, 10318 Berlin) beginnt um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei, eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Das Münchner Abkommen vom 30. September 1938 sollte einen Krieg in Europa verhindern, indem die unrechtmäßigen Ansprüche des nationalsozialistischen Deutschen Reiches auf das Sudetengebiet und weitere tschechoslowakische Territorien „befriedigt“ wurden. Doch dies erwies sich als eine Fehleinschätzung. Nicht einmal ein Jahr später begann die deutsche Wehrmacht mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 einen brutalen Angriffskrieg. Für die Tschechoslowakei bedeutete das Abkommen das Ende ihrer seit 1918 nur zwanzig Jahre währenden Selbstständigkeit. Wie sind die Zugeständnisse im Rahmen der damaligen französisch-britischen Appeasement-Politik 80 Jahre später zu bewerten? Was bedeutet dies in der Erinnerung der beteiligten Staaten und was können wir für aktuelle Konflikte aus dem Münchner Abkommen lernen?
Es diskutieren: Florian Dierl (Leiter des Dokumentationszentrums Reichsparteitagsgelände, Nürnberg), Jaromir Mrnka (wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für die Studien totalitärer Regime, Prag), ein dritter Podiumsgast wird noch bekanntgegeben.
Im Juni startete das Projekt „Strengthening Civil Society Cooperation in the OSCE Region with Regards to Security, Human Rights, Conflict Resolution, and Gender Equality“ („Stärkung der zivilgesellschaftlichen Kooperation im OSZE-Raum hinsichtlich Fragen der Sicherheit, Menschenrechte, Konfliktlösung und Gendergleichstellung“), das der DRA im Namen des OSZE-weiten NGO-Netzwerks „Civic Solidarity Plattform“ (CSP) koordiniert. Wie das gleichnamige Vorgängerprojekt wird es vom Auswärtigen Amt gefördert. Das Schweizer Außenministerium finanziert eines der Subprojekte mit.
Beteiligt am Projekt sind Partnerorganisationen aus Deutschland, Großbritannien, Italien, der Slowakei, der Ukraine, Russland, Kirgisistan, Armenien und Georgien. Die Hauptziele des Vorhabens (Koordination: Anna Osypova) bestehen darin, zur Verbesserung bestehender Politikrichtlinien in der OSZE beizutragen, einen kontinuierlichen Dialog zwischen staatlichen Stellen, der OSZE und dem Dritten Sektor zu etablieren und die internationale NGO-Kooperation auszubauen. Thematisch widmen sich die bis Dezember 2019 vorgesehenen Maßnahmen vor allem dem Dialog zwischen Menschenrechtler/innen, Friedensaktivist/innen und Vertreter/innen der OSZE, außerdem Frauen-/Genderfragen und der Gefährdung der Menschenrechte im Kontext von Antiterrormaßnahmen.
Die CSP ist ein Netzwerk aus über 100 Nichtregierungsorganisationen,
Wie können Städte und Gemeinden kinder- und jugendfreundlich gemacht und Kinder und Jugendliche stärker an Gestaltungsprozessen beteiligt werden – und was macht Kommunen überhaupt kinder- und jugendfreundlich? Mit diesen und weiteren Fragen befassten sich bei einer Tagung am 9./10. August in Kiev rund 70 Vertreter/innen von Jugendorganisationen, Politik und Verwaltung, die aus 21 Regionen der Ukraine angereist waren. Die Veranstaltung wurde in Kooperation mit Unicef und dem Nationalen Jugendrat der Ukraine im Rahmen des DRA-Projekts „Mehr bewegen!“ verwirklicht (Förderung: Der Paritätische Berlin, Auswärtiges Amt und Senatsverwaltung für Bildung, Jugend und Familie). Erörtert wurde insbesondere das Programm „Child- and Youth Friendly Cities“, das der DRA in Kooperation mit denselben Partnern im Rahmen dieses Projekts umsetzt. Hintergrund ist die wachsende Selbständigkeit der Kommunen, die mit der Dezentralisierung in der Ukraine einhergeht. Geplant ist in diesem Zusammenhang auch eine stärkere Einbeziehung von Kindern und Jugendlichen.
Professor Waldemar Stange (Leuphana Universität Lüneburg) berichtete von diesbezüglichen Erfahrungen und Grundsätzen aus dem deutschen Projekt „Kinderfreundliche Kommune“ und lieferte Best-Practice-Beispiele. Insbesondere dürfe Demokratie nicht nur theoretisch gelehrt werden – vielmehr sollten Kinder und Jugendliche Demokratie handelnd und selbstwirksam erfahren. Andrej Kolobov, Vorsitzender des Nationalen Jugendrates der Ukraine, äußerte sich kritisch zu den kommunalen Jugendräten, die derzeit in den Regionen des Landes geschaffen werden und die Empfehlungen aussprechen könnten, aber sonst keine Mitbestimmungsrechte hätten. Vielerorts sollen dafür feste Stellen eingerichtet werden, was, so Kobolovs Befürchtung, der jeweiligen Kommune Möglichkeiten einer politischen Beeinflussung der Jugend eröffnen könnte.
Viele Tagungsteilnehmer/innen aus den ukrainischen Gemeinden berichteten, dass infolge des Kriegs in der Ostukraine die „militärpatriotische Bildung“ eine bevorzugte Stellung erhalten habe und zivilgesellschaftliche Projekte in den Hintergrund geraten seien. Sie zeigten sich daher besonders dankbar für die Einladung zu der Tagung in Kiev. Viele bekundeten darüber hinaus Interesse daran, sich am DRA-Projekt „Mehr bewegen!“ zu beteiligen.
Im Rahmen des Arbeitsbereiches „Strategien gegen häusliche Gewalt als Kriegsfolge“ im DRA-Projekt „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ trafen sich am 27. und 28. Juli in Kiev 30 internationale Expert/innen zu dem Rundtischgespräch „Arbeit mit Männern zum Thema häusliche Gewalt: effektive Präventionspraktiken, Arbeit mit Gewalttätern“. Gezielt eingeladen waren dazu Vertreter/innen von Ländern, deren Gesellschaften von Kriegshandlungen betroffen waren oder sind, so aus der Ukraine, Georgien, Armenien, Russland, der Republik Moldau, Kroatien sowie aus Bosnien und Herzegowina. Ihr intensiver Austausch galt in den in diesen Ländern bisher gesammelten Erfahrungen mit unterschiedlichen Ansätzen in der Prävention sowie in Programmen zur Verhaltensänderung von Tätern.
In einem Podiumsgespräch wurden außerdem die Ergebnisse des projekteigenen Schulungsprogramms „Von der Rehabilitierung zu Bildung und Praxis der Prävention und Reduktion von häuslicher Gewalt als Kriegsfolge durch Aktivierung von Männern“ (April 2017 bis Juni 2018) vorgestellt. Sechs Männer berichteten von ihrer Teilnahme am Programm und den von ihnen gemeinsam mit weiteren Mitstreitern verwirklichten Kleinprojekten. Dies waren – durchgeführt in sechs Regionen der Ukraine – zunächst Seminare für Männer zum Thema häuslicher Gewalt und danach sechs Informationskampagnen zur Prävention von häuslicher Gewalt als Kriegsfolge. An Info-Tischen präsentierten die Teilnehmer anschließend Materialien sowie Kurzvideos zu den Kampagnen; weitere Details HIER.
Nach dem Rundtischgespräch zeichnete der Radiosender Gromadskoje Interviews auf (nachzuhören HIER, russ./engl.; weitere Infos auf Deutsch HIER, auf Russisch HIER). Dabei beantworteten die DRA-Projektleiterin Maria Slesazeck und die Vertreterin des ukrainischen Hauptpartners „Kraina vilnych ljudej“, Nadezda Khomenko, Fragen zum Projekt und zum Konzept des Schulungsprogramms. Die bosnische Expertin Marjana Senjak (Psychologin, Mitbegründerin des Zentrums „Medica“, Zagreb) äußerte sich zur Dringlichkeit des Themas häuslicher Gewalt als Kriegsfolge, und als Teilnehmer schilderte Vladimir Avdejev seine eigene Veränderung im Rahmen des Schulungsprogramms und das von ihm realisierte Kleinprojekt.
Das Projekt „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ wird vom Auswärtigen Amt gefördert.
Als Beitrag zum „Europe Lab“, das jährlich vom EU-Russland-Zivilgesellschafts
Die Ursachen, den Verlauf und die Folgen aktueller Territorialkonflikte in Europa diskutierten die Teilnehmer/innen anhand der zentralen Frage, wie zivilgesellschaftliche Akteur/innen dazu beitragen können, die von solchen Konflikten betroffenen Menschen zu einem Dialog auf Augenhöhe und zu gemeinsamen Aktivitäten zugunsten eines friedlichen Zusammenlebens zu motivieren. Der praxisorientierte Programmteil bezog Erkenntnisse und Erfahrungen zivilgesellschaftlicher Akteur/innen mit ein, die sich für die Konfliktbewältigung in der Ostukraine engagieren, so u.a. im Rahmen der NGO-Plattform CivilM+.
Zum sechsten Mal brachte das jährlich in der Ukraine veranstaltete internationale Klima- und Energieforum „Power Shift“ Expert/innen und Aktivist/innen aus den Bereichen Klima- und Umweltschutz, Politik, Wirtschaft und Wissenschaft zusammen. Unter dem Motto „Envision the Future“ versetzten sie sich am 7.–9. September dieses Mal in das Jahr 2050 und suchten gemeinsam nach nachhaltigen Strategien für Leben, Wirtschaft und Politik sowie nach Möglichkeiten zu deren Verwirklichung.
Organisiert wird das Forum von den folgenden Kooperationspartnern: Ukrainian Youth Climate Association, WWF Ukraine, Ukrainisches Klimanetzwerk, Ekodiya (Ecoaction), Green School, „Let’s do it, Ukraine!“, Climate Action Network Eastern Europe, VDNG (Expocenter Ukraine) sowie dem DRA mit finanzieller Unterstützung der Heinrich Böll Stiftung Kiev und von 350.org /Ukraine.
Mehr Informationen zu „Power Shift 2018“ HIER.
Der DRA, die Ukrainian Youth Climate Association und der DRA (NRO) St. Petersburg sind gemeinsam Veranstalter von drei internationalen Jugendbegegnungen, deren erste unter dem Titel „Visionen junger Menschen zur Zukunft ihrer Kohleregionen“ vom 12.–19. August in Cottbus stattfand.
Die Teilnehmer/innen aus der Ukraine (Lviv-Volyn und Donbass), Russland (Kusbass) und Deutschland (Lausitz) tauschten sich darüber aus, wie sie die Lage in ihren Heimatregionen wahrnehmen, wie diese mit ihren persönlichen Lebenswegen verknüpft sind und welche Zukunft sie ihnen wünschen. In der Lausitz trafen sie Akteur/innen aus der Zivilgesellschaft (Grüne Liga Umweltgruppe Cottbus, Spreeakademie, Naturschutzgroßprojekt Lausitzer Seenland e.V., IBA Studierhaus e. V., Förderverein Cottbuser Ostsee e.V.), der Wirtschaft (Wirtschaftsinitiative Lausitz e. V., Gründungszentrum Zukunft Lausitz), der Wissenschaft (Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg), Kultur (Energiefabrik Knappenrode) und der Politik (Frank Hirche, Vorsitzender des Europaausschusses im Sächsischen Landtag). Zum Programm gehörten ferner Trainings zur Gestaltung medialer Produkte (Video, Audio, Text, Foto, Storytelling).
Folgen werden nun eine Zusammenkunft der Gruppe in Russland (Kusbass) sowie eine Abschlussbegegnung im Januar 2019 in der Ukraine (Novovolynsk). Zum Ende des Projekts wird eine Website entstehen, auf der die jungen Teilnehmer/innen ihre Eindrücke und Positionen darstellen.
Das Projekt wird im Programm „MEET UP! Deutsch-Ukrainische Jugendbegegnungen“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) durchgeführt. Die Jugendbegegnung in Cottbus wurde über das Programm „Erasmus+ – Jugend für Europa“ gefördert.
Junge Erwachsene aus Deutschland und Rumänien im Alter von 18–25 Jahren bringt das neue Projekt „Like Share Diversity! Log Out Hate Speech!“ zusammen, das der DRA in Kooperation mit der rumänischen NGO „Asociatia Plural“ (Bukarest) durchführt. Im Mittelpunkt stehen Analysen von Hate Speech und Ansätze zu möglichen Gegenstrategien. Beide Organisationen haben früher bereits im Programm „Transition Dialogue“ zu Erfahrungen der „Wende-Generation“ in verschiedenen europäischen Ländern kooperiert.
Vom 21.–28. August fand in Bukarest die erste von zwei Begegnungen im Rahmen von „Like Share Diversity!“ statt, bei der es zu vielen spannenden Diskussionen über die Themen Identität, Stereotype und Diskriminierung kam. Besonders wichtig war dabei die Kontroverse um die richtige Balance zwischen dem Kampf gegen Hate Speech und der Wahrung eines der universellen Menschenrechte – des Rechts auf freie Meinungsäußerung. Außerdem besuchten die jungen Leute auch drei rumänische NGOs: die CRISS Roma Organisation, das Elie-Wiesel-Institut und die LGBTQ-Organisation MozaiQ.
Die zweite Begegnung wird im Januar 2019 in Berlin stattfinden. Das Ergebnis der beiden Treffen wird eine Online-Kampagne gegen Hate Speech sein – die Teilnehmer/innen arbeiten bereits an ihren Ideen. Das Projekt wird durch das Programm „Europeans for Peace“ der Stiftung Erinnerung, Verantwortung, Zukunft und das EU-Programm Erasmus+ gefördert.
Der DRA vergibt zum 20. November 2018 ein dreimonatiges Praktikum in seinem Berliner Büro als Assistenz der Geschäftsführung in Vollzeit (39 h/Woche). Die Tätigkeiten umfassen die Unterstützung bei Projektarbeiten (Antragstellung, Durchführung, Abrechnung und Berichterstattung), die Unterstützung der Geschäftsführung, die Kommunikation mit Partnern, Recherchen, Zuarbeiten zu Analysen, Übersetzungen, Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungsorganisation sowie allgemeine Büroorganisation. Das Praktikum wird betreut und mit 350 Euro monatlich vergütet. Interessierte senden ihre Bewerbungen bitte bis zum 30. September 2018 per E-Mail an assistenz@austausch.org. Die Bewerbungsgespräche finden im DRA-Büro bzw. per Skype statt.
Genauere Informationen HIER.
In Kooperation mit dem Paritätischen Berlin-Brandenburg und den Internationalen Jugendgemeinschaftsdiensten (ijgd) betreut der DRA Stellen im Rahmen des Bundesfreiwilligendienstes (BFD). Das Programm wird vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (BAFzA) gefördert.
Zum 1. Januar 2019 (nach Absprache auch früher) besetzt der DRA einen einjährigen Bundesfreiwilligendienst in Vollzeit (40 Wochenstunden) oder Teilzeit (ab 30 Wochenstunden) in seinem Berliner Büro. Bewerbungen sind ab sofort möglich. Einsendeschluss ist der 15. Oktober 2018.
Schwerpunkte sind die Mitwirkung an aktuellen Projekten und an der Entwicklung künftiger Projekte sowie die Unterstützung der Geschäftsführung. Zu den konkreten Aufgaben gehören außerdem u.a. die Korrespondenz/Kommunikation mit Partnern in Deutschland, Russland, der Ukraine und weiteren Ländern, Zuarbeit zur Datenbankpflege, allgemeines Büromanagement und Recherchen. Die Betreuung eines eigenen Projektes ist erwünscht und kann verabredet werden. Besonders freuen wir uns auch über Interesse und Kompetenzen für die Mitwirkung an unserer Öffentlichkeitsarbeit (Website, Social Media u.a.m.) und/oder für IT-Fragen.
Vorausgesetzt werden u.a. Interesse an Osteuropa, an politischen und sozialen Fragen in Europa allgemein, an der Arbeit von NGOs und der internationalen Zusammenarbeit, Flexibilität und Freude an der Arbeit im Team, Deutsch als Muttersprache oder mindestens auf einem Niveau C1 sowie möglichst fortgeschrittene Englisch- und/oder Russischkenntnisse.
Weitere Informationen HIER.
Für einen zehn- bis zwölfmonatigen Freiwilligendienst in seinem Büro sucht der DRA (NRO) St. Petersburg ab sofort Interessierte mit Wohnsitz in Deutschland. Der Dienst wird im Rahmen des Programms "ERASMUS+" der Europäischen Kommission (European Voluntary Service, EVS) absolviert.
Der/die Freiwillige wird im Büro des DRA St. Peterburg vielfältige Aufgaben übernehmen, die von der Arbeit mit Dokumenten bis zur Organisation öffentlicher Veranstaltungen reichen. Erwartet wird die Leitung eines deutschen Sprachklubs für Deutschlernende und -sprachige: Der/die Freiwillige hat die Aufgabe, verschiedene Themen für die Konversation auf Deutsch vorzubereiten und das Gespräch aktiv zu leiten. Ferner besteht die Möglichkeit, eigene Formate umzusetzen. Der DRA St. Petersburg bietet seinen Freiwilligen dazu stets Gestaltungsspielraum.
Das Freiwilligenprogramm richtet sich an junge Erwachsene, die Erfahrungen in einer sozialen Einrichtung sammeln möchten, in Deutschland bereits freiwillig bzw. ehrenamtlich tätig waren, politisch interessiert und motiviert sind, sich für die Entwicklung demokratischer Strukturen, die Menschenrechte und die Zusammenarbeit in einem europäischen Netzwerk einsetzen wollen und bereits über gute Kenntnisse der russischen Sprache verfügen.
Im Rahmen des Programms werden alle anfallenden Kosten für An- und Abreise, Unterkunft und Verpflegung übernommen. Die Freiwilligen erhalten zudem ein monatliches Taschengeld von 55 Euro. Während des Dienstes in Russland nehmen sie an Seminaren zu pädagogischen und interkulturellen Fragestellungen teil.
Bei Interesse oder Rückfragen schreiben Sie bitte so rasch wie möglich an nro@obmen.org.