DRA Newsletter August 2004


Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,

hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)

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Inhalt

1) Petersburger Dialog 2004 in Hamburg

Wie bereits in den vergangenen Jahren beteiligt sich der DRA e.V. vertreten durch seine Geschäftsführerin Stefanie Schiffer erneut am Petersburger Dialog, der in diesem Jahr in Hamburg stattfindet.
In Ergänzung zu den offiziellen Diskussionsrunden veranstaltet der DRA am 9.9. um 11.30 Uhr in der Patriotischen Gesellschaft von 1765 (Hamburg) in Kooperation mit der Robert-Bosch-Stiftung, dem Maecenata Institut, der Heinrich-Böll-Stiftung und amnesty international ein öffentliches Hintergrundgespräch über die aktuelle russische NGO-Steuergesetzgebung und ihre Auswirkungen auf die Entwicklung von Zivilgesellschaft und Philanthropie in Russland. Das Maecenata Institut wird dabei die ihm erarbeitete Studie "Bürgerstiftungen in Russland – Philanthropie zwischen Tradition und Neubeginn" (ISBN: 3-935975-36-8) vorstellen.

2) DRA auf DAAD-Ausstellung zu Jugendbegegnungen

Für die Beteiligten des diesjährigen Petersburger Dialogs in Hamburg organisiert der DAAD am 10.9. eine Ausstellung zum Thema deutsch-russischer Jugendbegegnungen. Der DRA wird hier unter dem Motto „Grenzüberschreitungen: Freiwilligenaustausch zwischen Ost- und Westeuropa“ über seine seit 12 Jahren erfolgreich tätige Freiwilligenagentur informieren, Erfahrungsberichte und Fotos ehemaliger Freiwilliger zeigen und die CD "T in B" ("Toleranz in Berlin") präsentieren, die während des letzten Freiwilligenprogramms "Promotion of Tolerance – Middle-Eastern European Volunteers in Berlin NGOs" entstand.

3) Nachhaltigkeit für neu geschaffene NGO-Zentren in der Ukraine

Zu den wichtigsten Resultaten des Projekts "NGO-Development - Ukraine, Kyiv and selected regions" gehört die Entstehung von drei Social Partnership Centres (SPC) in Rivne, Sumy und Cherson. Da das Projekt im Dezember 2004 zu Ende geht, bemüht sich das Team in Kiew hinsichtlich dieser Einrichtungen jetzt verstärkt um Sicherung der Nachhaltigkeit. Insbesondere werden gegenwärtig intensive Gespräche mit dem Ministerium für Jugend und Familie und mit lokalen Behörden geführt, die darauf abzielen, die öffentliche Hand an der künftigen Finanzierung der drei regionalen NGO-Anlaufstellen zu beteiligen, ohne deren Unabhängigkeit in Frage zu stellen. Für den Herbst ist außerdem ein Workshop in Planung, auf dem sich die MitarbeiterInnen der SPC mit Fundraising- und Zukunftsstrategien beschäftigen werden.

4) Fachgespräche zu HIV / AIDS in Wolgograd

An dem mit Unterstützung des DRA von der Organisation „Marija – Mütter gegen Drogen“ am 29.-31.7. in Wolgograd veranstalteten Seminar "Prävention von HIV und Aids: Theorie und Praxis" (Referenten: F. Alberth/ connect+, S. Algucial-Mallo / AIDS-Hilfe Köln) beteiligten sich rund 30 Mitarbeiter_innen verschiedener Kliniken und NGOs, des städtischen AIDS-Zentrums und des staatlichen Drogenkontrollamts. Sie diskutierten Möglichkeiten zur Maßnahmenkoordinierung und zur Entwicklung eines gemeinsamen Leitbildes. Der ebenfalls geplante Dialog mit HIV-positiven Menschen kam allerdings kaum zustande, da nur eine Vertreterin dieser Gruppe erschien - eine verbreitete repressive Stimmung zwingt die Betroffenen in die Anonymität. In Wolgograd sind offiziell 4.200 Personen HIV-positiv gemeldet; die tatsächliche Zahl liegt vermutlich zwei- bis viermal so hoch. Das Gesundheitssystem der Stadt ist dieser Herausforderung gegenwärtig nicht gewachsen.

5) DRA-Freiwillige hilft bei Recherchen für NS-Zwangsarbeiter_innen

Zu den Berliner Einsatzorten der derzeitigen DRA-Freiwilligen gehört die Koordinierungsstelle für Auskunftsersuche ehemaliger Zwangsarbeiter. Vor dem Hintergrund des Bundesgesetzes aus dem Jahre 2000, das die Gründung der Stiftung "Erinnerung, Verantwortung, Zukunft" und die Gewährung von Leistungen an ehemalige Zwangsarbeiter_innen regelte, unterstützt die Koordinierungsstelle die Anspruchsberechtigten bei der Nachweissuche. Anna Cherepkova (23) aus Nowosibirsk wird ein halbes Jahr lang bei dieser Aufgabe mitwirken, die sich nach so vielen Jahren oft schwierig gestaltet und die Beteiligten mit erschütternden Lebensbeschreibungen und Hilferufen konfrontiert. Allein in Berlin arbeiteten im Sommer 1944 über 400.000 ZwangsarbeiterInnen. Bei weitem nicht alle werden nach Abschluss der Auszahlungen im Jahr 2005 Entschädigungen erhalten haben.

6) Einladung zu den 9. Deutsch-Russischen Herbstgesprächen

Als gemeinsame öffentliche Veranstaltung des DRA, der Heinrich-Böll-Stiftung, der Evangelischen Akademie Berlin und von Memorial / Moskau widmen sich die 9. Deutsch-Russischen Herbstgespräche am 22.–24.10. diesen Jahres dem Thema: “Welche Geschichte formt die Gegenwart? Erinnerungskultur sechzig Jahre nach Kriegsende“. Unter Berücksichtigung der aktuellen politisch-gesellschaftlichen Kontexte und mit dem Ziel, sie besser zu verstehen, soll sich der Blick auf Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten der Erinnerung und Erinnerungsgestaltung in Deutschland und Russland richten. Tagungsort ist das Evangelische Johannesstift in Berlin-Spandau.

7) Praktikumsstelle im Berliner DRA-Büro zu besetzen

Zum 1. Oktober 2004 ist im Berliner Büro des DRA die Assistenz der Geschäftsführung zu besetzen. Das 6-monatige Vollzeitpraktikum eröffnet umfassende Einblicke in alle Arbeitsbereiche des Vereins. Inhaltlich erstreckt es sich von der Mitwirkung bei der Öffentlichkeitsarbeit über allgemeine Verwaltungstätigkeiten bis zur Assistenz bei der Koordinierung aller Projekte des DRA (Konzeption, Planung und Formulierung von Anträgen, Abrechnung und Dokumentation). Russisch-, Englisch- und PC-Kenntnisse sind Voraussetzung. Das Praktikum wird vergütet.