Liebe Leserinnen und Leser des DRA-Newsletters,
hiermit informieren wir Sie über die internationale Projektarbeit sowie aktuelle Veranstaltungen, Veröffentlichungen und Ausschreibungen des DRA/Berlin (www.austausch.org) sowie in einer Auswahl über die Aktivitäten unserer Partnerorganisation DRA/St. Petersburg (www.obmen.org)
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Als Impuls für eine intensivere europäisch-russische Zusammenarbeit haben der DRA und der Europäische Austausch (EA) das Positionspapier "For a New Start in Civil Society Cooperation with Russia" erarbeitet, das inzwischen von einer Reihe europäischer Stiftungen und Nichtregierungsorganisationen unterzeichnet wurde. Die Unterzeichner rufen die EU und ihre Mitgliedstaaten auf, die Rahmenbedingungen für die Kooperation russischer zivilgesellschaftlicher Akteure und ihrer europäischen Partner zu vereinfachen und die Mittel dafür deutlich zu erhöhen. Neben dem visafreien Reiseverkehr für zivilgesellschaftliche Akteure fordern sie die Einrichtung eines "Zivilgesellschaftlichen Forums EU-Russland" analog zu dem im November 2009 ins Leben gerufenen Civil Society Forum der EU mit den Ländern der Östlichen Partnerschaft. Zu den Erstunterzeichnern gehören die Bertelsmann Stiftung, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Robert Bosch Stiftung, das EU-Russia Centre (Brüssel) und die Grupa Zagranica (Warschau). Positionspapier steht für die Unterzeichnung durch weitere NGOs und Institutionen offen. Kontakt für potentielle Mitunterzeichner: Stefan Melle, DRA, Stefanie Schiffer, EA.
Zu einer Podiumsdiskussion über das Thema „Die Rolle der EU bei der Modernisierung Russlands – Zaungast oder Partner?“ laden die Vertretung der Europäischen Kommission in Berlin, der DRA und der Europäische Austausch am 6. Mai, 19 Uhr in die Vertretung der EU-Kommission, Unter den Linden 78, Berlin. Die Modernisierungsagenda von Präsident Medwedew stellt auch die zivilgesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland vor neue Herausforderungen. Die Wirtschaftskrise hat offengelegt, dass das System der gelenkten Demokratie zu wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Stagnation geführt hat. In Russland wird die Diskussion um die Modernisierung inzwischen mit der Zukunftsfähigkeit des Landes verknüpft. Die zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit ist Teil der Modernisierungspartnerschaft, die auch auf dem nächsten EU-Russland-Gipfel Ende Mai erörtert werden soll. Welche Herausforderungen ergeben sich daraus für die EU? Wie können die EU und einzelne Mitgliedstaaten die russische Bürgergesellschaft in diesem Prozess unterstützen? Darüber diskutieren Gunnar Wiegand (Direktor Osteuropa, Südkaukasus, Zentralasien der Generaldirektion Außenbeziehungen, EU-Kommission, Brüssel), Andreas Schockenhoff (Koordinator der Bundesregierung für die deutsch-russische zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit, Berlin), Juri Dzhibladze (Zentrum für die Entwicklung der Demokratie und Menschenrechte, Moskau) und Eugeniusz Smolar (Center for International Relations, Warsaw und SWP Berlin, angefragt). Es moderiert Stefan Melle, DRA. Nach der Diskussion laden wir zu weiteren Gesprächen bei einem Glas Wein. Das vollständige Programm finden Sie hier. Die Veranstaltung wird von der Robert Bosch Stiftung unterstützt.
Die gemeinsame Arbeit des DRA und der Menschenrechtsorganisation Memorial in der russischen Kaukasusrepublik Nordossetien kann bis Ende 2011 fortgesetzt und ausgebaut werden – dank kürzlich bewilligter Förderungen des Diakonischen Werks der Evangelischen Kirche, des Hilfswerks Renovabis der Katholischen Kirche und der Europäischen Kommission. Mit dem Ziel, die verfeindeten und getrennt lebenden Bevölkerungsgruppen der Inguschen und Osseten im Prigorodnyj-Bezirk einander wieder anzunähern, gründeten DRA und Memorial dort im Jahre 2007 ein Bildungszentrum. Es veranstaltet gemeinsame Berufsbildungs- und Gründerkurse für Vertreter_innen beider Völker, aus denen bisher schon fast 20 kleine Firmen entstanden, und organisiert Versöhnungsmaßnahmen an Schulen sowie diesbezügliche Lobbyarbeit bei den Regionalbehörden. In der neuen Projektetappe soll einerseits die Arbeit mit den Schulen verstärkt werden – geplant sind u.a. gemeinsame Freizeitprojekte, Videoaktionen und Sommerlager für Schüler_innen aus ossetischen und inguschischen Schulen sowie Konfliktlösungsseminare für Lehrer_innen beider Gruppen. Andererseits wird das Kursangebot für Erwachsene thematisch ausgeweitet, um die TeilnehmerInnen für aktuelle Berufserfordernisse zu schulen. Die Arbeitslosigkeit in dem ländlichen Gebiet liegt seit Jahren bei weit über 50 Prozent. Die Feindseligkeiten beider Völker begannen 1934 mit veränderten Grenzziehungen unter Stalin und führten 1992 zu einem Bürgerkrieg, in dessen Folge die Inguschen für fast 15 Jahre vertrieben wurden.
Vom 16. bis 23. Mai empfängt der DRA eine fünfköpfige Fachdelegation der Jugend- und Sozialhilfe aus Ischewsk, der Hauptstadt Udmurtiens. Zu den Gästen gehört auch Elena Salamatova, die stellvertretende Sozialministerin dieser am Ural gelegenen Teilrepublik der Russischen Föderation. Aus Anlass des Besuchs veranstaltet der DRA gemeinsam mit dem Paritätischen Wohlfahrtsverband/Landesverband Berlin eine Podiumsdiskussion zur Mitwirkung von Freiwilligen in der Alten- und Sozialarbeit in Russland und Deutschland. Ort und Zeit werden noch auf der Homepage des DRA bekannt gegeben. Zu der Veranstaltung sind VertreterInnen der Träger der Jugend- und Sozialarbeit in Berlin sowie der Dachverbände der Wohlfahrtspflege, aber auch alle anderen Interessierten herzlich eingeladen.
Besucher des Ökumenischen Kirchentages, der vom 12.-16. Mai in München stattfindet (www.oekt.de), erhalten dort einen Einblick in das laufende DRA-Projekt für russische Journalist_innen zum Klima- und Umweltschutz. Präsentiert wird es im Rahmen der Infostände des Diakonischen Werks der EKD, das neben der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) zu den Förderern des Projekts gehört. Durch Seminare, Konferenzen und Fachexkursionen, insbesondere zu den regionalen Auswirkungen der Klimaveränderungen und zu den Uno-Klimaschutzverhandlungen, sowie durch Vernetzung der Journalist_innen mit NGOs und Experten soll ihre Kompetenz zu Umweltschutzfragen erhöht werden. Bisher wurden Seminare u.a. in Irkutsk, im Kaukasus, in Smolensk, Rostov und Moskau durchgeführt. Im Rahmen einer Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung reisten außerdem im Dezember sechs russische Journalist_innen zum Uno-Klimagipfel nach Kopenhagen. Russland ist noch immer der weltweit drittgrößte Treibhausgas-Emittent. So liegt dort die Energieeffizienz in fast allen Sektoren, darunter Industrie, Verkehr, Kommunal- und Wohnungswirtschaft, noch weit unter internationalen Standards.
Den Dialog der Generationen durch gemeinsames künstlerisches Arbeiten zu fördern – das ist das Ziel des neuen Projekts des DRA St. Petersburg „Litschnaja karta pamjati“ („Meine Karte der Erinnerung“), das in zwei Abschnitten von April bis September 2010 sowie von Oktober 2010 bis April 2011 umgesetzt wird. Am Beispiel Deutschlands und Russlands setzen sich die Teilnehmer_innen mit den Themen „Krieg“ und „Leben in einem totalitären Regime“ auseinander. Wie wirkten sich Krieg und Unterdrückung auf die Schicksale der Menschen aus? Was wird in der Familie dazu erzählt? Wie stellt sich im Vergleich dazu das offizielle Erinnern dar? Diese und andere Fragen werden in deutsch-russischen Arbeitsgruppen von ca. acht Personen besprochen und unter Anleitung bildender Künstler und Regisseure interaktiv und kreativ bearbeitet. Die Ergebnisse werden im Rahmen verschiedener Festivals und Veranstaltungen der Öffentlichkeit präsentiert. Zweimal monatlich treffen sich die Teilnehmer_innen zu Diskussionsabenden, Ausflügen an Erinnerungsorte oder alternativen Stadtführungen. Außerdem wird es eine eigene Website und Blogs geben. Bisher fanden ein Informationstreffen und ein erster Workshop statt, der nächste ist für den 30. April vorgesehen. Weitere Teilnehmer_innen sind willkommen! Das Projekt wird von der russischen Stiftung „Verständigung und Aussöhnung“ mit Geldern der deutschen Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ gefördert.
Auf der „3. Integrationsmesse“ im Leipziger Neuen Rathaus am 7. Mai präsentiert der DRA sein Projekt „Professija.DE – Deutsch-Russische Unternehmen engagiert für Integration und Ausbildung“ erstmals einer breiten Öffentlichkeit in der Stadt. Die vom Netzwerk „Integration – Migranten in Leipzig“ organisierte Messe bietet von 12 bis 17 Uhr Informationen und Workshops rund um das Thema „Zukunft statt Herkunft – Arbeitsmarktstärkung durch Migranten“. Das Projekt „Professija.DE“ bietet russischsprachigen Unternehmer_innen in den Zielregionen Leipzig, Potsdam und Rostock Informationen, Beratung und Unterstützung zu Fragen der lokalen Vernetzung, Ausbildung, Unternehmensentwicklung und Übernahme sozialer Verantwortung. Der DRA hat das Projekt mittlerweile rund 100 russischsprachigen Zuwanderern vorgestellt, die in den genannten Städten Unternehmen gegründet haben bzw. beruflich selbstständig sind, mit fast 40 von ihnen wurden bereits intensive Einzelgespräche geführt. Weitere Zielgruppen von Professija.DE sind Schüler_innen vor oder in der Ausbildungsplatzsuche sowie ihre Eltern und Lehrer_innen. Das bundesweite Internetportal www.professija.DE befindet sich derzeit im Aufbau.
Einblicke in aktuelle Diskurse zum freiwilligen Engagement von Migrant_innen sowie praxisnahe Anregungen gibt der Workshop „Migrant_innen als Freiwillige gewinnen“, der am 29. April, 9.00–16.30 Uhr, in Berlin in der Akademie für Ehrenamtlichkeit Deutschland stattfindet. Erörtert werden unter Leitung von Bettina Bofinger (DRA) und Henriette von Wulffen (Christliche Freiwilligenagentur) Voraussetzungen und notwendige Schritte einer interkulturellen Öffnung von Organisationen, die Migrant_innen für eine Mitarbeit gewinnen möchten. Zugleich werden Grundlagen der interkulturellen Kommunikation vermittelt, die für eine erfolgreiche Einbeziehung von Freiwilligen unterschiedlicher kultureller Herkunft eine wichtige Rolle spielen, und dazu Modelle aus der Praxis vorgestellt. In Kleingruppen können die Teilnehmer_innen außerdem konkrete Schritte zur Öffnung ihrer Einrichtungen für ein Engagement von Migrant_innen entwickeln. Der Workshop richtet sich an Ehren- und Hauptamtliche, die den Aufbau bzw. die Weiterentwicklung des Ehrenamtlichenbereichs ihrer Organisation planen.
Für den DRA-Schüleraustausch im Winter 2010/2011 können sich interessierte Jugendliche aus Deutschland, die über Russischkenntnisse verfügen und das Leben in Russland in einem ein- bis zweimonatigen Aufenthalt (in einer Gastfamilie und mit Schulbesuch oder Sozialpraktikum) kennen lernen möchten, noch bis zum 31. Juli bewerben. Das Auswahlseminar wird voraussichtlich im August stattfinden. Die Programmteilnehmer_innen fahren von Oktober bis November nach Russland, der Gegenbesuch der russischen Schüler_innen ist für Januar bis Februar 2011 vorgesehen. Weitere Informationen unter www.austausch.org/schueleraustausch.
Der DRA sucht derzeit noch deutsche Gastfamilien, die im August oder September 2010 einen Schüler/eine Schülerin aus dem sibirischen Krasnojarsk aufnehmen möchten. Die Jugendlichen sind ca. 15 Jahre alt und werden hier in Deutschland einen Monat lang zur Schule gehen.