Zivilgesellschaft engagiert für eine Beilegung des Donbasskonflikts: Monitoringbericht zu russischen Medien und neuer Newsletter von CivilM+ erschienen

Seit 2014 findet der Krieg in der Ostukraine viel Aufmerksamkeit in den russischen Medien. Was und wie berichten russische Zeitungen über das Geschehen im Konfliktgebiet und die damit eng verbundenen gesellschaftspolitischen Prozesse?

Im Rahmen des DRA-Projekts „Dialog für Verständigung und Recht: Europäische NGOs gemeinsam für die Konfliktbewältigung in der Ostukraine“ wurde dazu im Januar 2018 die Publikation “Der bewaffnete Konflikt im Donbass in russischen Zeitungen“ vorgelegt. Sie basiert auf insg. 190 Berichten, Reportagen und Meldungen zur Ukraine, die vom 1. April bis zum 30. Juni 2017 in den Druckausgaben von vier einflussreichen russischen Zeitungen erschienen sind. In den Blick genommen wurden die staatliche „Rossijskaja Gaseta“, die Boulevardzeitung „Argumenty i Fakty“, die oppositionelle „Novaja Gaseta“ und die wirtschaftsnahe Zeitung „Kommersant“. Der Monitoringbericht untersucht Aspekte wie: Welche Fragestellungen werden gewählt? Entsprechen die Meldungen internationalen Standards des Qualitätsjournalismus? Werden Mittel der Meinungsmanipulation eingesetzt?

Das Fazit lautet: Generell haben russische Leser/innen eine Wahl zwischen verschiedenen Informationsquellen, darunter auch solchen, die bezüglich des Donbass-Konflikts nicht der offiziellen russischen Regierungspropaganda folgen. In regierungsnahen Zeitungen, die viele Leser/innen erreichen, wird jedoch tendenziell voreingenommen und negativ über die Ukraine berichtet. Die Festigung negativer Stereotype über das Nachbarland im russischen Leserbewusstsein verschlechtert nicht zuletzt immer wieder die Bedingungen für einen russisch-ukrainischen (zivil)gesellschaftlichen Dialog zum Konflikt in der Ostukraine und seiner Überwindung.

Die internationale zivilgesellschaftliche Plattform CivilM+, zu deren Gründung im Dezember 2017 das DRA-Projekt maßgeblich beigetragen hat, gibt seit Jahresbeginn den Newsletter „Puls of Peace in Donbass“ heraus. Zwei Ausgaben sind bereits online zugänglich (englisch HIER, russisch HIER). Der Newsletter wird regelmäßig über zentrale Ereignisse informieren, die den Konflikt in der Ostukraine betreffen, und zivilgesellschaftliche Aktivitäten dokumentieren, die auf eine Bewältigung des Konflikts und die Unterstützung der Bevölkerung gerichtet sind.

Der Konflikt dauert an und fordert immer neue Opfer. Eine Überwindung des Konflikts mit friedlichen Mitteln kann durch mehr zivilgesellschaftliches Engagement gefördert werden, durch Arbeit vor Ort, Regelungsvorschläge, aber auch öffentlichen Druck auf Entscheidungsträger. Unter den zivilgesellschaftlichen Akteuren, die sich in diesem Sinne engagieren, sind neben ukrainischen NGOs auch zahlreiche Initiativen in Russland und in anderen europäischen Ländern.

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