Trilaterales Programm „INKuLtur – für Inklusion und kulturelle Teilhabe“ gestartet

Zum Auftakt des DRA-Programms „INKuLtur – für Inklusion und kulturelle Teilhabe“ fand im März das Auftakttreffen zwischen den DRA-Koordinatorinnen und den Hauptpartner/innen des Projektes in Russland statt, bei dem die Zusammenarbeit aller beteiligten Partnerorganisationen und Schritte zur Vorbereitung der Aktivitäten besprochen wurden. Aufgrund der Corona-Krise wurde die Zusammenkunft online und nicht wie ursprünglich vorgesehen in St. Petersburg durchgeführt.

Das Programm „INKuLtur – für Inklusion und kulturelle Teilhabe“ besteht aus zwei Projekten, die sich inhaltlich und methodisch ergänzen. Im Fokus sowohl des im Januar gestarteten EU-Projektes „INKuLtur – Stärkung der Beteiligung von Menschen mit Behinderungen am Kulturleben“ („Promoting the participation of people with disabilities in cultural life“, Laufzeit bis Juni 2022) als auch des am 1. März begonnenen Projektes „INKuLtur – Inklusion und kulturelle Teilhabe stärken“ (Förderung: Auswärtiges Amt, Laufzeit bis Dezember 2021) steht die Pilot-Arbeit mit ausgewählten russischen Kultur-Einrichtungen in Jekaterinburg, Pskov, Omsk, Kaliningrad und weiteren Städten. Sie werden einen Analyse- und Evaluationsprozess durchlaufen, um vorhandene Barrieren für Menschen mit Behinderungen zu identifizieren, Wege für deren Abbau zu entwickeln sowie Fachpersonal vor Ort zu sensibilisieren. Des Weiteren sind in beiden Projekten Rundtischgespräche zu sektorübergreifender Vernetzung und Kooperation in den Projektregionen in Russland und in der Ukraine geplant, um gemeinsam mit Akteuren aus Staat und Zivilgesellschaft die regionalen Bedarfe von Menschen mit Behinderung zu erkennen und ihre Anliegen zu unterstützen.

In dem von der EU geförderten Projekt werden darüber hinaus inklusive Kunstprojekte wie etwa Theateraufführungen oder Ausstellungen entwickelt und umgesetzt, um die Zusammenarbeit zwischen Künstler/innen mit und ohne Behinderung, den Kultur-Piloteinrichtungen und zivilgesellschaftlichen Organisationen zu fördern. Des Weiteren werden kleinere Projekte zur Verwirklichung von Barrierefreiheit in Kultureinrichtungen gefördert und mehrere Vor-Ort-Studien unter Einbeziehung von Kultureinrichtungen und NGOs aus der Behindertenhilfe durchgeführt, um die überregionale und fachliche Vernetzung und damit den Wissenstransfer zu stärken.

Im Rahmen des vom Auswärtigen Amt geförderten Projektes wird ferner eine multimediale Wanderausstellung entwickelt, die den Umgang mit Menschen mit Behinderungen von den Jahren des Nationalsozialismus und des Stalinismus bis heute und zugleich beispielhaft die inklusive Gestaltung von Ausstellungen zeigen soll. Dazu kommen verschiedene Weiterbildungsmodule zu Inklusion und Diversität in Russland und erstmals auch in der Ukraine. Dazu ist u. a. im Herbst 2020 eine trilaterale Bildungsreise für Teilnehmer/innen aus Russland und der Ukraine nach Deutschland geplant.

Die in diesem Artikel zum Ausdruck gebrachten Ansichten spiegeln nicht unbedingt die der Europäischen Union oder des Auswärtigen Amtes wider.

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