Im DRA-Projekt „Transition Dialogue 2019-2021 – Wandel demokratisch bewältigen“ (TD) fanden im vergangenen Jahr neun Veranstaltungen und zwei Arbeitstreffen in den Partnerländern statt. Ziel war es dabei jeweils, die vielfältigen Perspektiven auf die Umbruchzeit nach 1989 in Ost- und Mitteleuropa zu zeigen, die Chancen für einen ausgewogenen Dialog über diese Sichtweisen zu stärken sowie zu diskutieren, wie dieses kontroverse Thema pädagogisch vermittelt werden kann – sei es in künstlerischen, performativen, partizipativen oder anderen neuen Formaten.
Zuletzt kamen am 16. bzw. 21. Dezember Lehrer/innen und Expert/innen in Vilnius und Zagreb zu TD-Gesprächsrunden zusammen, bei denen der Schulunterricht zur Transformationszeit vor dem Hintergrund der aktuellen gesellschaftlichen Debatten und Lehrplanreformen in Litauen und Kroatien diskutiert wurde. Die Lehrkräfte zeigten sich dabei vielfach darin einig, dass das Thema bisher zu wenig Beachtung finde, allerdings auch schwierig zu vermitteln sei. Wünschenswert sei es, neue Wege zu finden, um das Interesse der Schüler/innen an den Umbruchjahren zu wecken und trotz der so häufigen politischen Instrumentalisierung der Epoche dabei im Unterricht Multiperspektivität und Toleranz zu ermöglichen.
Den Rahmen für das TD-Treffen in Litauen bot die die sehr empfehlenswerte Ausstellung „The Origin of Species: 1990s DNA“, die noch bis 23. Februar im MO-Museum in Vilnius zu sehen ist. Die beeindruckende Schau beleuchtet mit vielen interessanten Exponaten die 1990er-Jahre in dem baltischen Land, das in dieser Zeit aus der Sowjetunion heraus seine Unabhängigkeit wiedererlangte, aus der Perspektive der Alltags- und Kulturgeschichte. Eine virtuelle Audiotour durch die Ausstellung finden Sie hier, weitere Infos hier und hier.
Am 20-21. März findet in Kiev das nächste TD-Partner- und Expertentreffen statt. Im Mittelpunkt wird dabei erneut die formale und non-formale Bildung zur (Nach-)Wendezeit stehen. Insbesondere werden dieses Mal Expert/innen die Ergebnisse ihrer Untersuchung von Curricula und Schulbüchern in sieben Partnerländern (Russland, Polen, Litauen, Bulgarien, Kroatien, Deutschland, Ukraine) zur Diskussion stellen. Wir freuen uns auf diesen spannenden Dialog und auf die nächste Projektphase, in der eine gemeinsame Handreichung für Lehrkräfte erarbeitet wird. Zu erleben sein wird der Transition Dialogue auch im Rahmen des Festivals „RedSquare 2020“ in Berlin, das in diesem Jahr am 15./16. Mai in der Kulturfabrik Moabit stattfinden wird.
Das Projekt Transition Dialogue wird mit freundlicher Unterstützung der Bundeszentrale für politische Bildung (bpb) und gemeinsam mit SofiaPlatform (Bulgarien) und weiteren Partner-NGOs in sieben Ländern durchgeführt. Aktuelle Informationen zum Projekt finden Sie fortlaufend hier auf Facebook sowie auf der neu gestalteten Projektwebsite.