Memorial für Schaffung eines Internationalen Geschichtsforums

Die russische Menschenrechtsgesellschaft Memorial hat der europäischen Öffentlichkeit die Schaffung eines Internationalen Geschichtsforums vorgeschlagen. Solch ein freiwilliger Zusammenschluss von gesellschaftlichen Organisationen, Forschungs-, Kultur- und Bildungseinrichtungen sowie weiteren Institutionen und Einzelpersönlichkeiten könne den Rahmen für einen ständigen Meinungsaustausch zu konfliktträchtigen Ereignissen des 20. Jahrhunderts bieten. Das Forum solle helfen, strittige Deutungen der Geschichte insbesondere in Mittel- und Osteuropa, die sich seit der Auflösung der Sowjetunion und der europäischen Nachkriegsblöcke verschärft hätten, gegenseitig zu vermitteln und zu verstehen. So sähen etwa viele Bewohner des Baltikums und der Ukraine – auch vor dem Hintergrund ihrer nationalen Selbstfindung seit 1992 – den Sieg der Sowjetunion im 2. Weltkrieg weit kritischer als die meisten Russen. Die Territorialgewinne der Sowjetunion betrachteten sie als Annexionen und als Verletzungen ihrer nationalen Integrität.

„Mit den Staaten halten die Probleme, Traumata und Komplexe unserer Geschichte Einzug in die europäische Kultur, die europäische Erinnerung“, resümiert Memorial. Die konkreten Formen des Dialogs sollten gemeinsam ausgearbeitet werden. Denkbar seien nicht nur Konferenzen und eine gemeinsame Internetseite, sondern auch etwa die Publikation gemeinsamer Schulbücher, Periodika und vieles andere. Dies könne zum Vorbild für Verständigungsprozesse weltweit werden.

Den gesamten Text des Aufrufs finden Sie hier.

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