Erfolgreicher Abschluss der ersten Ausbildung von klinischen SupervisorInnen in der Ukraine

Neunzehn zivilgesellschaftlich engagierte PsychotherapeutInnen kamen zum letzten Mal aus den Regionen Kyiv, Charkiw, Mykolajiw, Tscherkassy, Donezk, Dnipro, Saporoschje und Lugansk in der Nähe von Kyiv zusammen um am letzten Modul der Ausbildung zu klinischen SupervisorInnen teilzunehmen. Es ist die erste Ausbildung von klinischen SupervisorInnen  in der Ukraine.

Mit dem sechsten und letzten Modul, das vom 9. bis zum 13. Juni 2018 stattfand, wurde  die sechsteilige Supervisionsausbildung nun abgeschlossen und bekamen 18 TeilnehmerInnen ihre Zertifikate zum/r „Klinischen Supervisor/in“ von Nora Balke, Ausbildungsleiterin des Berliner Zentrums „Überleben“, und Maria Slesazeck, Leiterin des Projekts „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ überreicht.

Jetzt bieten die von uns ausgebildeten klinischen SupervisorInnen professionelle Supervision für Fachkräfte an, die psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen leisten (individuelle Supervision, Fallsupervision in Teams und in Gruppen sowie Teamsupervision). Hierdurch soll zunehmenden Burn-Out-Erkrankungen und Sekundärtraumatisierungen von insbesondere zivilgesellschaftlich engagierten TraumatherapeutInnen und SozialarbeiterInnen vorgebeugt und langfristig das zivilgesellschaftliche Engagement im Bereich der zivilen Konfliktbearbeitung  gestärkt sowie die psychosoziale Konfliktnachsorge in der Ukraine dauerhaft gesichert werden.

Die 30-tägige Supervisionsausbildung erfolgte im Rahmen unserer Projektsäule „Bearbeitung von kriegsbedingten Traumata“ vom Januar 2017 bis Juni 2018 und verlief somit über 1 ½ Jahre. Geschult wurden unsere Teilnehmenden  von deutschen und holländischen SpezialistInnen, die selbst über jahrelange Arbeitserfahrung im Bereich Traumatherapie sowie Supervision mit Menschen in und aus Kriegs- und Konfliktgebieten verfügen. Neben Nora Balke, inhaltliche Leiterin der Supervisionsausbildung vom Zentrum „Überleben“ in Berlin (ehemals BZFO) – einem Kooperationspartner des Projektes – waren dies Ton Haans vom holländischen nationalen Behandlungszentrum für politisch traumatisierte Personen „Centrum 45“, Katharina Larondelle vom Wildwasser e.V. Berlin, und Romy Brock, Organisationsberaterin und Trainerin für Organisationsberatung vom Projekt „unternehmensWert:Mensch“.

Das letzte Modul der sechsteiligen Supervisionsausbildung widmete sich in zahlreichen Supervisionssimulationen der Wiederholung und Reflektion des bereits Gelernten, gab Raum zum Erfahrungsaustausch zwischen den Teilnehmenden und für die Klärung offener Fragen. Außerdem verteidigten die Teilnehmenden in kleineren Abschlusskolloquien ihre schriftlichen Abschlussarbeiten.

Eine Voraussetzung für den Erhalt des Zertifikates zur/m klinischen Supervisor/in  war das Durchführen von 20 kostenlosen Supervisionen für PsychologInnen, PsychotherapeutInnen und SozialarbeiterInnen, die mit traumatisierten Menschen arbeiten.

Diese von den TeilnehmerInnen bereits während der Ausbildung angebotenen kostenlosen Supervisionen erfolgten zum Einen zu Lernzwecken und zum Anderen wurden hierdurch  Fachkräfte der psychosozialen Konfliktnachsorge in der Ukraine in ihrer schweren Arbeit unterstützt. Zumal sich insbesondere ehrenamtlich engagierte PsychologInnen und SozialarbeiterInnen Supervision häufig finanziell nicht leisten können.

Insgesamt wurden 400 Supervisionen in den Regionen Kyiv, Charkiw, Mykolajiw, Tscherkassy, Donezk, Dnipro, Saporoschje und Lugansk geleistet.

Wie bereits während der Ausbildung können auch weiterhin Supervisionsitzungen über ein Kontaktformular auf unserer Projektwebseite bei den von uns ausgebildeten und zertifizierten klinischen SupervisorInnen beantragt werden. Diese Supervisionen werden jedoch nicht mehr zwangsläufig kostenlos angeboten, es liegt nun im Ermessen der SupervisorInnen, ein Honorar hierfür zu verlangen oder diese kostenlos anzubieten.

Eine weitere zentrale Voraussetzung für den erfolgreichen Abschluss der Ausbildung waren die Lehrsupervisionen für alle TeilnehmerInnen unserer Schulungsreihe, die jeweils am letzten Tag jedes Moduls stattfanden. Hierbei wurden die Teilnehmenden in Kleingruppen in ihrer Rolle als SupervisorInnen  durch die TrainerInnen supervidiert.

Diese wichtige Untersttützung der von uns ausgebildeten SupervisorInnen setzen wir auch nach der Ausbildung fort: So werden unsere TrainerInnen die von uns ausgebildeten SupervisorInnen bis zum Ende des Projektes weiterhin in ihrer Rolle als SupervisorInnen supervidieren.

Wir gratulieren allen Teilnehmenden zum erfolgreichen Ausbildungsabschluss und wünschen gutes Gelingen bei den zukünftigen Supervisionen.

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