„Drukarnia“ (Slovjansk) bringt Aktivist/innen aus West- und Ostukraine zusammen –Programm „Lernen mit 45+“ aus Kiev zu Gast, Workshop zu „Werkzeugen des Dialogs“

Im DRA-Ressourcenzentrum Drukarnia – Civil Society Center Sloviansk (Ostukraine/Gebiet Donezk) fand zum Jahresauftakt am 13. Januar ein Treffen mit Aktivist/innen aus der Westukraine statt. Die Kiewer NGO Insha Osvita für demokratische Bildung, Geschichte und Urbanistik hatte dazu 15 Teilnehmer/innen ihres Programms "Auf ein Neues: Lernen mit 45+" nach Slovjansk gebracht. Hier berichteten sie davon, wie sie in ihrer Stadt Vertreter/innen dieser Altersgruppe (der sie auch selbst angehören) in interessante Projekte einbinden, darunter Kurse zu Webdesign, Programmieren und anderen digitalen Themen. Mit den Aktivist/innen aus Slovjansk, die zu dem Austausch gekommen waren, diskutierten sie Unterschiede, Gemeinsamkeiten und mögliche Synergien des bürgerschaftlichen Engagements in der Ost- und der Westukraine.

Viele der Teilnehmer/innen aus dem Westen des Landes waren zum ersten Mal in der Ostukraine – wobei sie unterstrichen, dass sie sich aus zivilgesellschaftlicher Perspektive für die Stadt Slovjansk, in der der Krieg in der Ostukraine 2014 seinen Anfang nahm, bereits seit langem stark interessieren. Schon aufgrund der territorialen Größe der Ukraine gibt es nach wie vor wenig direkte Begegnungsmöglichkeiten für Menschen aus den verschiedenen Regionen des Landes, die im Verlauf des 20. Jahrhunderts wechselnd verschiedenen Imperien angehörten und so historisch unterschiedlich geprägt wurden. Dieser fehlende Austausch führt auch zu regionalen stereotypischen Zuschreibungen innerhalb des Landes. In den kommenden Monaten will die Drukarnia durch verschiedene Aktivitäten weiter zu deren Abbau beitragen.

Vom 31. Januar bis 2. Februar veranstaltete die Drukarnia den Workshop „Werkzeuge des Dialogs“ mit dem Psychologen Bohdan Steschenko, an dem 15 Jugendliche und junge Erwachsene im Alter von 14-21 Jahren teilnahmen. Ziel der Veranstaltung war es, gemeinsam das aktive Zuhören und kritische Denken zu trainieren sowie das Bewusstsein für eigene Bedürfnisse und Empathie zu schärfen. Alle Teilnehmer/innen brachten je eine individuelle Fragestellung (etwa zu persönlichen Beziehungen oder zu ihrer beruflichen bzw. intellektuellen Entwicklung) mit, auf die sie während der drei Tage für sich eine Antwort gesucht haben.

Am letzten Januartag organisierte das Drukarnia-Team ein Konzert des Projekts „Ghost Cities“. Dies ist der Spitzname des ukrainischen Musikers Mykola Lebed, der genreübergreifend seinen eigenen Klangstil entwickelt hat und damit bereits in mehr als 16 Ländern aufgetreten ist. Es kamen etwa 40 Besucher/innen.
 

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