Abschlusskonferenz zu „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ – Supervisions-Angebote in elf Städten

„Uns verbindet nicht der Krieg, sondern der Wunsch nach Frieden“ – dies war der zentrale Gedanke vieler Beiträge bei der zweitägigen Abschlusskonferenz des Projekts „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“, die am 23./24. November in Irpen (Gebiet Kiew) stattfand. Vorgestellt wurden die Ergebnisse aller 6 Arbeitsrichtungen im Projekt, zudem organisierten Teilnehmer*innen und Mikro-Projektgewinner eigene interaktive Master classes. Die Konferenz wurde zum Erfahrungsaustausch und zur Präsentation zweier neuer Publikationen aus dem Projekt genutzt – der Info-Broschüre „Erfolgreiche Praktiken zur Intregration von IDP (zeitweiligen Binnenflüchtigen) und Flüchtlingen in der Ukraine, Georgien, Armenien, Russland und Nordkaukasus“ sowie das Me

thodenhandbuch „Antidiskriminierungsarbeit in konfliktbetroffenen Regionen“.

Um die im Projekt „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ ausgebildeten ersten klinischen Supervisoren in der Ukraine in ihrer Arbeit weiter zu unterstützen, fanden vom 3.-4. November in Kiew zusätzliche Lehrsupervisionen für sie statt. Die Teilnehmenden wurden dabei in Kleingruppen in ihrer Rolle als Supervisor*innen durch die Trainerinnen, Nora Balke vom Berliner Zentrum „Überleben“ und Kathatrina Larondelle von Wildwasser e.V., supervidiert. Die 30-tägige zertifizierte Grundausbildung hatte von Januar 2017 bis Juni 2018 innerhalb des Projektbereichs „Bearbeitung von kriegsbedingten Traumata“ stattgefunden und war in Kooperation mit dem Zentrum „Überleben“ realisiert worden.

Die nach der Ausbildung zertifizierten Supervisor*innen bieten ihre Arbeit seit Juni 2018 für Fachkräfte an, die psychosoziale Hilfe für traumatisierte Menschen leisten. Unterschieden werden dabei individuelle, Fall- und Teamsupervision. Die Supervisionen sollen Burn-Out-Erkrankungen und Sekundärtraumatisierungen von Sozialarbeiter*innen und Traumatherapeut*innen vorbeugen, insbesondere in NGO-Strukturen. Sie werden in Charkiv, Dnipro, in den Gebieten Luhanks und Donezk, in Mariupol, Severodonezk, Kiew, Slavjansk, Zaporizhja, Mykolajiv und Tscherkassy angeboten. Damit soll langfristig auch die Überwindung der Kriegsfolgen in der Ostukraine gestärkt werden. Details zum Programm siehe www.kriegsfolgen-ueberwinden.de/aktuelles. Über ein Kontaktformular kann dort – auch anonymisiert – Kontakt mit den Supervisor*innen aufgenommen werden.

Veröffentlicht sind unterdessen auch mehrere Videos, die im Rahmen von Info-Kampagnen zur Reduktion und Prävention kriegsbedingter häuslicher Gewalt in sechs Regionen der Ukraine entstanden sind (Details zum Arbeitsbereich hier). Die Kampagnen hatten im Frühjahr Teilnehmer der Schulungsreihe zur Aktivierung von Männern gegen häusliche Gewalt als Kriegsfolge (zur Ausbildung: hier) und ihren Mitstreitern realisiert. Mehr über die Materialien und Kurzvideos der Informationskampagnen siehe hier: Männer gegen Gewalt“ in Dnipro, „Die Welt ohne Krieg – ein Zuhause ohne Gewalt“ in Severodonezk, „Der Mann – ‚Gewinner‘ in seiner Familie? in Odessa, „Männer schlagen nicht“ in Charkiv, „Initiative ‚PUD‘ gegen häusliche Gewalt“ in Kiew sowie „Der Kriegsveteran als Verteidiger seiner Familie“ in Tscherkassy.

Das Projekt „Kriegsfolgen gemeinsam überwinden“ wird vom Auswärtigen Amt gefördert.

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