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Bildungszentrum in Nordossetien
Indem Osseten und Inguschen gemeinsam Kurse zur Gründung und Organisation von Kleinunternehmen besuchen, wird außerdem ein Beitrag zum Abbau der erheblichen Spannungen geleistet, die hier seit dem Bürgerkrieg von 1992 zwischen den beiden Volksgruppen herrschen. Auf diese Weise wird die interethnische Verständigung in dem verarmten Konfliktgebiet sowie die Chance auf Selbstständigkeit gefördert. Zudem organisiert es Versöhnungsmaßnahmen an Schulen sowie diesbezügliche Lobbyarbeit bei den Regionalbehörden und auf föderaler Ebene in Moskau. Bis zum Frühjahr 2010 wurden durch TeilnehmerInnen des Projekts bereits 29 Kleinbetriebe mit über 50 Arbeitsplätzen geschaffen. Im Verwaltungsbezirk Prigorodny, in dem das Bildungszentrum liegt, ist mehr als die Hälfte der Menschen arbeitslos. Bei einem Treffen von Präsident Medvedev mit VertreterInnen russischer NGOs am 19.5.2010 zu den Problemen im Nordkaukasus wurde das Projekt als ein Modell für die notwendige Stabilisierungs- und Versöhnungsarbeit in der Region vorgestellt. Bei dem Expertengespräch im Kreml berichtete Svetlana Gannuschkina (Memorial) von den Aktivitäten zur Unterstützung des Kleingewerbes und der ethnischen Aussöhnung. Medvedev befürwortete den Ansatz, durch Fördermittel für Kleingewerbegründer eine ökonomische Stärkung der Region zu initiieren. Dank einer weiteren Förderung des Diakonischen Werks, des Hilfswerks Renovabis der Katholischen Kirche und erstmals der Europäischen Kommission kann das Projekt zunächst bis Ende 2011 fortgesetzt und ausgebaut werden. In der neuen Projektetappe wird die Arbeit mit den Schulen verstärkt - geplant sind u.a. gemeinsame Freizeitprojekte, Videoaktionen und Sommerlager für SchülerInnen aus ossetischen und inguschischen Schulen sowie Konfliktlösungsseminare für LehrerInnen beider Gruppen. Auch wird das Kursangebot für Erwachsene thematisch ausgeweitet. Die Feindseligkeiten beider Völker begannen 1934 mit veränderten Grenzziehungen unter Stalin und führten 1992 zu einem Bürgerkrieg, in dessen Folge die Inguschen für fast 15 Jahre vertrieben wurden.
Julia Chardina/Katya Kokorina, Memorial, Moskau Weitere Details siehe www.austausch.org/aktuelle-meldungen. |
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