Seminar 2: Organisationsentwicklung
23. Mai 2008
Referent: Florian Mindermann, Dipl. Sozialpädagoge

In Vorbereitung auf das Seminar hatten sich die TeilnehmerInnen mit der Frage beschäftigt, was sie unter Organisationsentwicklung verstehen und welche Erfahrungen sie persönlich damit bereits gemacht haben. Das Ergebnis war vielfältig: Es gab beispielsweise die Erfahrung, wie aus einer Selbsthilfegruppe ein eingetragener Verein entwickelt wurde und wie die Mitgliederbasis eines Vereins zielgerichtet gestärkt worden ist. Einige VereinsmitarbeiterInnen hatten an Zertifizierungsprozessen ihrer Organisationen zum Qualitätsmanagement teilgenommen. Als persönliche Erfahrung hob eine Teilnehmerin hervor, dass Organisationsentwicklung ein langfristiger Prozess ist, der vor allem auch unter der emotionalen Beteiligung aller MitarbeiterInnen verläuft.
Die TeilnehmerInnen erstellten Organigramme, anhand derer sie sich gegenseitig Aufbau und Struktur ihrer Organisationen vorstellten. Die Leitfragen zu der Vorstellung waren bspw.: Von wem oder wodurch werde ich in meiner Organisation gestärkt bzw. unterstützt? Von wem oder wodurch werde ich in meiner Arbeit behindert? Wo sehe ich mich in der Organisation? - Als problematisch im Zusammenhang mit dem Thema Organisationsentwicklung wurde häufig die Passivität von MigrantInnen benannt, die unterschiedliche Motivation und Erwartungshaltung von Vereinsmitgliedern aber auch die unsichere Finanzierung und damit die fehlende längerfristige Stabilität der Organisationen. Kontrovers diskutierten die SeminarteilnehmerInnen die Frage, ob und wie Migrantenorganisationen auf die Änderung der Situation und der Bedürfnisse ihrer potentiellen KlientInnen, NutzerInnen und Mitglieder reagieren können und sollen.