"MAN MUSS BRÜCKEN SCHLAGEN"

PRIVATKAPITAL SOLL MIT HILFE DER BEHÖRDE DIE WIRTSCHAFT ANKURBELN
VON JURIJ PESTOW (märkischer bote 1996)

   Ich verstehe die Wichtigkeit zur Festigung der Beziehungen zwischen dem neuen Rußland und dem vereinigten Deutschland und ich denke, daß die Belebung der Kontakte zwischen unseren Ländern nur durch Unterstützung des Privatkapitals möglich ist.
   Dafür, daß diese Unterstützung tatsächlich verwirklicht wird, muß man die Beziehungspunkte zwischen russischen und deutschen Unternehmen kennen, zur gegenseitigen und nützlichen Zusammenarbeit. Die Frage ist nur - wie soll das bewerkstelligt werden?

Probleme gezielt anpacken

   Ich habe versucht, diese Probleme zu untersuchen. Hier nur ein Beispiel: in Cottbus gibt es die Firma "Kunella", die Mayonnaise in Rußland verkauft. In unserem Land ist die Werbung dieser Firma in seriösen Zeitschriften zu finden. Ich habe über die Firma in der Zeitung "Märkischer Bote" gelesen, die mir der Botschafter gab.

   Ich habe mich mit Herrn Parnitzke, dem Geschäftsführer von Kunella, getroffen und er bestätigte den Wunsch, seine Produkte in Lipezk zu verkaufen.

Standpunkte verstehen

   Ich weiß, daß unsere Kaufhäuser den Wunsch haben, gute deutsche Ware zu kaufen. Aber Privatkapital ist vorsichtig, in Deutschland und in Rußland. Kunella sagt: Man muß Vorkasse machen. Und das ist richtig, aber die russischen Kunden können antworten: Es geht nicht, daß unbekannte deutsche Menschen vorkassieren. Das sind verschiedene Standpunkte. Und zwischen diesen beiden Standpunkten muß man Brücken bauen. Es gibt Menschen, die das woll-en und können. Und sie muß man überzeugen - das ist möglich, aber man braucht Hilfe. Die Behörde könnte einen offiziellen Brief schreiben.

Für bessere Information sorgen

   In diesem Brief werden der Wunsch nach Zusammenarbeit und Merkmale der Firma ausgedrückt, zum Beispiel: Alter und Tradition, Mitarbeiterzahl und Ausstellungsbesuche.

   Und diesen Brief muß man nach Lipezk mitnehmen - bei jedem Besuch. Diese Dokumente bedeuten dort viel Autorität. Wenn diese Papiere in unserer Stadt in Zeitungen veröffentlicht werden, kann unsere Stadtleitung den Kontakt aufnehmen.

   Das wäre eine echte Festigung zwischen unseren Staaten. Solche Ansätze muß man suchen, finden und realistisch machen - und dann viele andere Projekte auch.