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NEWSLETTER AUGUST 2010

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1) Erfolg für russische Zivilgesellschaft bei Streit um Chimki-Wald
2) Der DRA zum Rücktritt von Ella Pamfilova
3) 31. August, 17.30 Uhr: Mahnwache in Berlin für Versammlungsfreiheit in Russland
4) Dozentenfortbildung und Schüler-Videoprojekt in Nordossetien
5) Umweltseminare für Journalist/inn/en in Kaliningrad und am Elbrus
6) Leipzig: DRA-Projekt »Professija.DE« informiert zu Berufsorientierung
7) DRA-Schüleraustausch erweitert Städteangebot
8) DRA-Workcamp in Kooperation mit Volksbund Kriegsgräberfürsorge
9) 11. September: Gäste zur DRA-Mitgliederversammlung willkommen!
10) 8. Internationales MitOst-Festival in Perm im Oktober 2010
11) Deutsche Alumni russischer Hochschulen: Treffen am 4. September
1) Erfolg für russische Zivilgesellschaft bei Streit um Chimki-Wald
Der DRA gratuliert der russischen Zivilgesellschaft zu dem wichtigen Erfolg, den sie am gestrigen 26. August errungen hat. Präsident Medvedev hat die Abholzung des Chimki-Waldes am Nordwestrand Moskaus gestoppt und neuerliche Anhörungen befohlen. Er gab so in einem der schärfsten Konflikte der letzten Jahre dem Druck der Bürgerinitiative unter Führung der Anwohnerin und Bürgerrechtlerin Evgenija Tschirikova und ihrer UnterstützerInnen nach. Das Waldstück sollte einer Maut-Schnellstraße Moskau-St. Petersburg und weiteren kommerziellen Bauvorhaben weichen. Die russische Führung sah sich offenbar genötigt, auf die wachsende Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit und die klare Meinungsmehrheit in der Internet-Community zugunsten der Umweltaktivisten zu reagieren, die sich nach den teilweise verheerenden Fehlern und Strukturschwächen bei der Bekämpfung der Waldbrände in diesem Sommer zusätzlich verstärkt hatte. Politische Beobachter sehen das als weiteres Zeichen für die wachsende Demokratiereife der russischen Gesellschaft jenseits der staatlichen Institutionen. Mehr zum Thema und zu Experteneinschätzungen siehe hier .
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2) Der DRA zum Rücktritt von Ella Pamfilova
Die Vorsitzende des Zivilgesellschaftsrates beim russischen Präsidenten, Ella Pamfilova, ist am 30. Juli zurückgetreten. Der DRA bedauert dies sehr. Er hat Ella Pamfilova als äußerst engagierte, integre und mutige Kollegin schätzen gelernt. Der Rat ist unter ihrer Führung zu einem wirksamen Instrument der offenen Aussprache über schwierige Fragen der Menschenrechte und Zivilgesellschaft in Russland auf höchster Ebene geworden, der zugleich die schädlichsten Gesetzesregelungen zu Nichtregierungsorganisationen (NGOs) gemeinsam mit der Präsidialadministration entschärft und den Weg zu einer förderlichen Rechtslage für NGOs in Russland aufgezeigt hat. Zudem hat Ella Pamfilova sich sehr persönlich für die deutsch-russische Zusammenarbeit im Dritten Sektor eingesetzt. Der DRA hält es jetzt für sehr wichtig, dass bei der Entscheidung über eine Nachfolge nicht die Zielrichtung, Tätigkeit, Vollmachten und Integrität des Zivilgesellschaftsrates beschädigt werden und dass der Rücktritt nicht als Vorwand dient, um den Kurs hin zu erleichterten Arbeitsbedingungen und einer realer Beteiligung an der Meinungsbildung für NGOs wieder auszuhebeln. Die internationale Öffentlichkeit sollte die weitere Entwicklung unter dieser Prämisse verfolgen. Ihren Rücktritt begründete Pamfilova u.a. damit, dass sie vom jahrelangen Kampf um die Anerkennung einer pluralistischen Öffentlichkeit erschöpft sei. Sie verwies auch auf das demokratischen Grundsätzen widersprechende FSB-Gesetz vom Juli sowie auf jüngste Kampagnen gegen den föderalen Menschenrechtsbeauftragten, Vladimir Lukin, gegen sie selbst und weitere VertreterInnen der Zivilgesellschaft. Der DRA hat eines der prägnantesten Interviews von Ella Pamfilova zum Rücktritt ins Deutsche übersetzt und hier zusammen mit weiteren Materialien auf Russisch zugänglich gemacht.
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3) 31. August, 17.30 Uhr: Mahnwache in Berlin für Versammlungsfreiheit in Russland
Amnesty International, der DRA und Memorial e.V. laden ein, am 31. August (17.30-19.30 Uhr) in Berlin vor der Botschaft der Russischen Föderation, Unter den Linden 63-65, erneut an einer Mahnwache zur Unterstützung jener russischen BürgerInnen teilzunehmen, die seit 2009 jeweils am 31. eines Monats für die Einhaltung von Artikel 31 der russischen Verfassung demonstrieren. Die Veranstaltungen in Moskau an diesen Tagen waren schon mehrfach von Repressionen seitens russischer Sicherheitsbehörden begleitet. Der Verfassungsartikel 31 schreibt die Versammlungsfreiheit fest und folgt damit den internationalen Menschenrechtsvereinbarungen. Dennoch werden öffentliche Demonstrationen, Meetings und Proteste immer wieder verboten, an entlegene Orte abgedrängt, auseinandergejagt oder durch bürokratische Hürden zu Fall gebracht. Vielen Dank für Ihr Engagement! Den vollständigen Aufruf der Veranstalter finden Sie hier .
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4) Dozentenfortbildung und Schüler-Videoprojekt in Nordossetien
Die MitarbeiterInnen des Bildungszentrums von DRA und Memorial im Prigorodnyj-Bezirk in der russischen Teilrepublik Nordossetien haben Ende Juli ein einwöchiges Training in St. Petersburg absolviert. Um die weitere Entwicklung des Zentrums zu fördern, beschäftigten sie sich unter Leitung der DRA-Expertin Stephanie Tsomakaeva u.a. mit den Themen Effektivität und Qualitätsmanagement, der Motivierung von TeilnehmerInnen und der Teambildung. Zudem diskutierten sie die gemeinsame Betreuung der KursteilnehmerInnen im Bildungszentrum, die unterschiedlichen Volksgruppen angehören, die Ursachen der ethnischen Konflikte in ihrer Region und nicht zuletzt eigene Vorbehalte gegen andere Volksgruppen. Referentinnen waren u.a. Ekaterina Sokerjanskaja (Memorial Moskau) und zwei Psychologinnen. Bereits im Juni fand ein Videoprojekt mit mehreren Schulen aus dem Prigorodnyj-Bezirk seinen vorläufigen Abschluss. Die SchülerInnen aus inguschetischen und ossetischen Siedlungen hatten mehrere Monate lang aufgenommen, was ihnen in ihren Dörfern sehens- und hörenswert scheint, und dies dann den Jugendlichen der jeweils anderen Volksgruppe vorgeführt. Ziel des Projekts ist es, zur Verbesserung der Beziehungen zwischen beiden Volksgruppen in der Nordkaukasus-Republik beizutragen.
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5) Umweltseminare für Journalist/inn/en in Kaliningrad und am Elbrus
Vom 20.-25. September führen die Deutsche Welle-Akademie, der DRA und die Heinrich-Böll-Stiftung in Kaliningrad ein weiteres Seminar für russische Rundfunk-JournalistInnen durch, bei dem die Produktion von Radiosendungen zu Umweltthemen in der Praxis erprobt und von Recherchen und Vorträgen zu ökologischen Fragen begleitet wird. Zu den Themen gehören diesmal u.a. der Schutz der Ostseeküste (einschließlich einer Exkursion zum Naturschutzgebiet Kurische Nehrung), aber auch Fragen einer künftigen alternativen Energieversorgung in Deutschland und Russland und die Risiken durch Atommeiler im Kaliningrader Gebiet. Besucht wird außerdem eine Ausstellung über deutsch-russische Umweltprojekte im Kaliningrader Gebiet, die hier seit den 90er Jahren durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unterstützt wurden. Ein ähnliches Seminar führte vom 25.-30. Juli MitarbeiterInnen regionaler Radiostationen, Nachrichtenagenturen, Print- und Internetmedien aus ganz Russland in Asau am Elbrus (Teilrepublik Kabardyno-Balkarien, Nordkaukasus) zusammen. Sie befassten sich u.a. mit den Folgen des Klimawandels im Hochgebirge und der Rolle Russlands in der internationalen Klimapolitik.
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6) Leipzig: DRA-Projekt »Professija.DE« informiert zu Berufsorientierung
In den Räumen des Leipziger »Deutsch-Russischen Hilfswerks zur Heiligen Alexandra e.V.« stellte Roman Elsner (DRA) am heutigen 27. August die Angebote und Aktivitäten des DRA-Programms »Professija.DE - Deutsch-Russische Unternehmen engagiert für Integration und Ausbildung« vor. Die Präsentation erfolgte im Rahmen einer Veranstaltung des bundesweiten Projekts »MIGELO - Migranten Eltern Lotsen«, zu der ca. 25 Interessierte kamen, die meisten von ihnen zugewanderte russischsprachige Eltern, deren Kinder sich kurz vor oder in der Berufsorientierung befinden. Wissen wollten sie vor allem, welche praktischen Schritte die Jugendlichen in dieser Phase unternehmen sollten und wie deren Bilingualität und interkulturelle Kompetenz bei der Suche nach einem Ausbildungsplatz und dem späteren beruflichen Weg zum Vorteil gereichen könne. Leipzig ist neben Potsdam und Rostock eine der Zielregionen von »professija.DE«. Weitere Informationen unter www.professija.de .
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7) DRA-Schüleraustausch erweitert Städteangebot
Für sechs deutsche TeilnehmerInnen des DRA-Schüleraustauschs beginnt Ende August/Anfang September ihr dreimonatiger Aufenthalt in St. Petersburg, nachdem ihre russischen AustauschpartnerInnen bereits von Mai bis Juli bei ihnen zu Gast waren. Weitere fünf SchülerInnen werden - nach erfolgreich absolviertem Auswahlseminar - im Oktober/November nach Russland fahren, um dort die Schule zu besuchen oder ein Sozialpraktikum zu absolvieren. Sie empfangen ihre russischen PartnerschülerInnen im Januar und Februar 2011. Für die deutschen TeilnehmerInnen besteht erstmalig die Gelegenheit, entweder nach St. Petersburg oder in die in der russischen Region Karelien gelegene Stadt Petrosavodsk zu fahren. Außerdem kommen im November zunächst zwei Schülerinnen aus Krasnojarsk für einen Monat nach Deutschland. Voraussichtlich ab 2011 wird diese sibirische Metropole ebenfalls zu den Partnerorten des regulären, Besuch und Gegenbesuch umfassenden DRA-Schüleraustauschs gehören. Unterdessen informiert der DRA regelmäßig an Schulen und bei Veranstaltungen über das Programm. So wird es am 30. August an der Johann-Gottfried-Herder-Schule in Berlin-Lichtenberg sowie am 10. September am Lessing-Gymnasium in Kamenz vorgestellt, das gemeinsam mit der Deutschen Assoziation der Absolventen und Freunde der Moskauer Lomonosow-Universität e.V. (DAMU) einen »Aktionstag Russland« durchführt. Neue Bewerbungsfristen und Termine für den Schüleraustausch 2011 unter www.austausch.org/schueleraustausch .
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8) DRA-Workcamp in Kooperation mit Volksbund Kriegsgräberfürsorge
In Puschkin bei Petersburg führte der DRA St. Petersburg in Zusammenarbeit mit dem Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. Hamburg vom 17. Juli - 7. August ein Sommer-Workcamp für 28 jugendliche Freiwillige durch. Neben der Friedhofspflege und praktischen Arbeiten auf einem Schulhof befassten sich die TeilnehmerInnen aus Deutschland und Russland auch in Form von Debatten, Workshops und künstlerischen Präsentationen mit verschiedenen Themen aus Geschichte und Politik. Ein weiterer wichtiger Programmpunkt war ein Treffen mit Kriegsveteranen im »Detskoselskij«-Sanatorium in Puschkin. Nach intensiven und bewegenden Gesprächen, in denen die Zeitzeugen ihre Erinnerungen an den Zweiten Weltkrieg schilderten, wurde gemeinsam gefeiert und getanzt.
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9) 11. September: Gäste zur DRA-Mitgliederversammlung willkommen!
Der DRA lädt alle Mitglieder sowie interessierte Gäste zu seiner Mitgliederversammlung am 11. September in Berlin ein. Vorgestellt werden auf dem Treffen die aktuellen Projekte der Organisation, insbesondere das Projekt zur beruflichen Integration russischsprachiger Zuwanderer in Deutschland »Professija.DE«. Im zweiten Teil der Veranstaltung werden in Form einer kleinen Werkstatt Entwicklungsmöglichkeiten für die Tätigkeit des Vereins diskutiert. Die Mitgliederversammlung findet von 10-17 Uhr in den Räumen der Organisation Gangway e.V., Schumannstr. 5 (S- und U-Bahn Friedrichstr., U-Bahn Oranienburger Tor) statt. Wir bitten um eine kurze, formlose Anmeldung per Email an assistenz@austausch.org .
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10) 8. Internationales MitOst-Festival in Perm im Oktober 2010
In der russischen Stadt Perm veranstaltet MitOst, der Verein für Sprach- und Kulturaustausch in Mittel-, Ost- und Südosteuropa mit Sitz in Berlin, vom 13. bis 17. Oktober 2010 das 8. Internationale MitOst-Festival. Alle, die sich für den kulturellen und zivilgesellschaftlichen Austausch mit Mittel- und Osteuropa interessieren, sind dazu herzlich eingeladen. An der Organisation und Vorbereitung des Festivals ist die Stipendiatin der Dönhoff-Stiftung Olga Dryndowa aus Minsk/Belarus beteiligt, die der DRA im Rahmen seiner Freiwilligenprogramme an MitOst vermittelt hat. Anmeldeschluss für das Festival ist der 1. September. Nähere Informationen unter www.mitost.org/festival ; Ansprechpartnerin ist Julia Ucsnay (geschaeftsstelle@mitost.org ).
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11) Deutsche Alumni russischer Hochschulen: Treffen am 4. September
In Berlin hat sich vor kurzem der Verein "Go East Generationen e.V." gegründet. Er lädt alle Alumni russischer oder sowjetischer Hochschulen, die in Deutschland leben, dazu ein, sich am 4. September 2010 im Berliner Russischen Haus (Friedrichstr. 176-179) zu treffen. Der neue Verein wurde von Aktiven mehrerer bestehender Absolventen-Vereine wie Damu, Daimo, Leti-Alumni.de und Dawu initiiert. Nähere Informationen siehe www.ru-alumni.de .
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Die Projekte des DRA e.V. Berlin / DRA St. Petersburg im Überblick
DRA Berlin
Berufsbildungszentrum in Nordossetien
Europäische Freiwilligenagentur Berlin (fortlaufend)
Professija.DE - Deutsch-Russische Unternehmen engagiert für Integration und Ausbildung
Deutsch-Russische Ehrenamtsbörse Berlin (fortlaufend)
Freiwilligenagentur Gomel (Belarus)
Beratung für Regionalregierung Udmurtien
Deutsch-Russischer Schüleraustausch (fortlaufend)
Deutsch-Russische Herbstgespräche
DRA St. Petersburg
Europäische Freiwilligenagentur St. Petersburg (fortlaufend)
Deutsch-Russischer Schüleraustausch mit St. Petersburg (fortlaufend)
Diskussionsklub zu politisch-gesellschaftlichen Fragen, St. Petersburg (fortlaufend)
Kulturprojekte des DRA St. Petersburg
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