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Der Wandel der Familien- und Sozialstruktur: Herausforderungen und Chancen
Unter dem Titel »Russland schrumpft« widmen sich die 15. Deutsch-Russischen Herbstgespräche am 29./30. Oktober den Herausforderungen durch die sinkende Einwohnerzahl sowie den Wandel in der Familien- und Sozialstruktur in Russland seit 1991. Zu der Tagung in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt laden der DRA, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Evangelische Akademie zu Berlin alle Interessierten herzlich ein.
Wissenschaftler erwarten für die Russische Föderation einen dramatischen Rückgang der Bevölkerung von aktuell 141,9 Mio auf weniger als 130 Mio im Jahr 2025. Die Politik hat die demographische Entwicklung mittlerweile als Schlüsselthema für die Entwicklung des Landes identifiziert. Wie der komplexe Wandel aber wirksam bewältigt werden kann, ist offen.
Maßgeblich für die schnelle Bevölkerungsabnahme sind sowohl niedrige Geburtenraten als auch die geringe Lebenserwartung in Russland. Hinter dieser statistischen Feststellung liegt eine Vielzahl komplexer gesellschaftlicher Ursachen, denen nur zum Teil politisch begegnet werden kann. Dazu gehören Zukunftsängste und eine schlechte ökonomische Basis junger Familien, mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf, aber auch eine hohe Unfruchtbarkeitsrate infolge einer allgemein ungesunden Lebensweise und erheblichen Mängeln im Gesundheitssystem sowie Kinderlosigkeit aufgrund von Abtreibung.
Gleichzeitig muss sich die russische Gesellschaft an unvermeidbare Auswirkungen des demografischen Wandels anpassen. Im Fokus der Aufmerksamkeit stehen hier der absehbare Mangel besonders an qualifizierten Arbeitskräften, eine wachsende Gefährdung von Sozialsystemen aufgrund der zu erwartenden allgemeinen Alterung und die zunehmende Entleerung ganzer Regionen, die das ohnehin erhebliche regionale Wohlstandsgefälle innerhalb Russlands verstärkt. Diskutiert werden z.B. aber auch Ängste wie die, dass der mangelnde Rekrutennachwuchs die Verteidigungsfähigkeit des Landes in Frage stellen oder der wachsende Anteil der nichtrussischen Bevölkerung den Bestand des russischen Staates gefährden könne.
Die ersten offensichtlichen Anzeichen einer Reaktion der russischen Regierung auf die demografischen Herausforderungen waren vor einigen Jahren die im öffentlichen Raum unübersehbaren Bilder von glücklichen Müttern und manchmal auch Vätern mit ihren Kindern, verbunden mit ermutigenden Slogans zur Familiengründung. Mittlerweile wurden aber auch zahlreiche weitere Maßnahmen bis hin zu erheblichen materiellen Leistungen für Familien ergriffen. Die Tagung beleuchtet Hintergründe und hinterfragt die Wirksamkeit der Familienpolitik in Russland im Kontext der Diskussion um den demografischen Wandel.
Ziele der Tagung: - differenzierte Bestandsaufnahme der demografischen und familienpolitischen Situation in Russland
- Analyse und Kritik der bisherigen politischen und ideologischen Reaktionen auf die demografische Krise (u.a. unter Gender-Aspekten)
- Erörterung möglicher Antworten auf die demografische Entwicklung: moderne Familienpolitik vs. Rückbesinnung auf traditionelle Familienbilder
Anmeldung
Mit einer E-Mail an folgende Adresse können Sie sich für die Tagung anmelden
herbstgespraeche(at)austausch.org
Das Programm der Tagung finden Sie hier
Informationen zu den Referenten und Moderatoren der Tagung werden wir Ihnen in Kürze zur Verfügung stellen
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