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15. August 2011

Zum 20. Jahrestag des Putsches in Moskau: Ein Generationen- und Selbstporträt von Angelina Davydova (DRA/n-ost)

Von: Angelina Davydova

Die DRA-Mitarbeiterin und n-ost-Korrespondentin Angelina Davydova gehört zur „letzten sowjetischen Generation“, die zwar nach 1989 groß geworden ist, den Kommunismus aber noch bewusst miterlebt hat. Umbrüche und schwere Krisen, in der Familie und im ganzen Land, prägten ihre Jugend. Lange zogen sich die heute über 30-Jährigen ins Private und den Konsum zurück. Doch langsam zeigen sie wieder mehr Interesse daran, sich einzumischen – inspiriert von der jüngeren, ersten post-sowjetischen Generation.

DIE LETZTE GENERATION SOWJETUNION


Angelina Davydova gehört zur letzten Generation, die den Kommunismus noch bewusst erlebt hat, aber nach der Perestroika groß wurde.

Von n-ost-Korrespondentin Angelina Davydova, St. Petersburg



St. Petersburg (n-ost) – Ich gehöre zu einer Generation ohne ein bestimmtes Bild der Zukunft, ohne Ideale, ohne Rollenmodelle. Ich kam 1985 zur Schule, in dem Jahr, als Michail Gorbatschow Generalsekretär des ZK der Kommunisten Partei wurde. In der Vorschule habe ich noch die Biographie Lenins auswendig gelernt. Im Herbst 1985 wurde dann ein großes Banner in unsere Schule aufgehängt mit der Gleichung „Perestroika = Glasnost + Demokratie“.

Ich erinnere mich noch an die Feststunde auf dem Revolutionsschiff Aurora, als ich Pionierin wurde. Wenig später, mit dem Putsch und der Auflösung der Sowjetunion im August 1991, löste sich die kommunistische Jugendbewegung Komsomol dann in Nichts auf.

Viele meiner Freunde und Bekannten sind inzwischen in den Westen emigriert. Andere haben sich mit Alkohol oder Drogen das Leben genommen. Der größte Teil aber hat sich ins Privatleben zurückgezogen. Denn wir sind damit beschäftigt, Jobs zu finden, eine Karriere zu beginnen, Familien zu gründen. Darüber ist meine Generation immer unpolitischer geworden.(...)

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Kulturama ist eine gemeinsame Website von Journalisten und Publizisten mit dem Schwerpunkt mittleres und östliches Europa. Im Fokus sind zeitgenössische Kultur und Kunst, die zugleich ein Seismograph für gesellschaftliche Entwicklungen sind. Dazu gehören auch neue Kulturtechniken, z.B. Street-Art oder Webprojekte. Kulturama ist eine Website vom Verein „n-ost Netzwerk für Osteuropa-Berichterstattung e.V.“ www.n-ost.de

Angelina Davydova ist Journalistin und Umweltexpertin. Sie hat für den Deutsch-Russischen Austausch Berlin und St. Petersburg zahlreiche Projekte betreut, darunter die EU-Study Weeks (2008/9), das Ostsee-Projekt "Moving Baltic Sea" sowie den Aufbau des Russisch-Deutschen Umweltinformationsbüros (siehe RNEI.de / RNEI.ru).


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