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18. Juni 2012

Rechtsstaat und soziale Gerechtigkeit einen: Ein Abend über Stanislav Markelov

 

"Eine Frage des Überlebens. Stanislaw Markelow über Rechtsstaat und Rechtsbruch, Nationalismus und Neonazismus und soziale Bewegungen in Russland": So lautet der Titel eines kürzlich vom Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung und dem DRA veröffentlichten Buches, das beide am 18. Juni in den Räumen des European Center for Constitutional and Human Rights e.V. (ECCHR) in Berlin-Kreuzberg vorstellten.

Die Mitherausgeberin Ute Weinmann sowie Alexander Bikbov, Soziologe, die beide mit Stanislav Markelov persönlich bekannt waren, sprachen über ihn und seine Arbeit, seine sozialen Projekte, seine politische Einstellung und seine Ermordung durch russische Neonazis am 19. Januar 2009. Ute Weinmann betonte, die grundsätzliche Bedeutung des gewaltsam abgebrochenen Werkes von Markelov liege vor allem in seinem übergreifenden Engagement sowohl als anerkannter Menschenrechtsanwalt als auch in linken Projekten und für die Entwicklung einer Rechtskultur. Es sei in dieser Komplexität schwer fortzusetzen.

Für Alexander Bibkov ist eines der zentralen Anliegen Markelovs - die Durchsetzung von Rechtsstaatlichkeit bei gleichzeitiger Entwicklung von Gerechtigkeit und sozialem Ausgleich - eine entscheidende Forderung auch für die heutige Gesellschaft in Russland und vielen anderen Ländern. Leider, so habe das von ihm koordinierte unabhängige Interview-Projekt »NII Mitingov« unter TeilnehmerInnen der oppositionellen Proteste ergeben, würden diese ausschließlich politische Rechte einfordern, etwa die nach freien Wahlen. Zugleich hätten die Interviews aber gezeigt, dass die DemonstrantInnen auf friedliche Proteste setzten und keineswegs gewalttätige Revolutionäre seien, wie die Regierungspropaganda dies suggeriere.

Nach der Veranstaltung bestand die Möglichkeit zum Meinungsaustausch mit den Referenten und den Veranstaltern im engeren Kreise.

Die Publikation des Buches wurde realisiert aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie Berlin und der Marion-Dönhoff-Stiftung.

Es kann beim Bildungswerk unter der Mailadresse info@bildungswerk-boell.de kostenlos angefordert werden.


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