19. Juni 2009
Podiumsdiskussion am 29.6., 19 Uhr, zu Umweltfragen bei Ostsee-Pipeline Nord Stream
Ort: Zeughaus-Kino, Berlin, Unter den Linden 2, mit deutscher Erstaufführung des Dok-Films von Grigorij Pasko: „Buried by the sea – a pipeline and ist problems“
Der DRA lädt Sie sehr herzlich zu einer Filmpräsentation und Podiumsdiskussion über ökologische Fragen im Zusammenhang mit der geplanten Erdgasleitung durch die Ostsee "Nord Stream"
am 29.6., 19 Uhr,
ins Zeughauskino Berlin(Deutsches Historisches Museum, Unter den Linden 2, Zugang Wasserseite) ein.
Dabei wird erstmals in Deutschland der Dokumentarfilm „Buried at Sea – a pipeline and its problems“ („Durch die Ostsee verlegt – eine Pipeline und ihre Probleme”) des Umweltjournalisten und Bürgerrechtlers Grigorij Pasko (Moskau) über die geplante Gasleitung gezeigt.Wir würden uns freuen, Sie an dem Abend begrüßen zu können!
„Gasleitung auf Tauchgang?“
Sind die ökologischen Risiken der Erdgasleitung „Nord Stream“ durch die Ostsee lösbar?
PODIUMSDISKUSSION
Podiumsgäste:
- Grigorij Pasko, Umweltjournalist, Moskau
- Rainder Steenblock, Mitglied des Bundestags, Fraktion B90/Grüne
- Jens D. Müller, Stellv. Direktor für Kommunikation Nord Stream AG
- Neel Stroebaek, Projektdirektorin des dänischen Beratungsunternehmens Ramboll, zuständig für Umweltuntersuchungen im Auftrag von Nord Stream
- Tobias Münchmeyer, Greenpeace, stell. Leiter der Politischen Vertretung Berlin, Russlandexperte
Moderation: Frank Herold, Berliner Zeitung
Dauer des Films: 45 min (russisch/englisch mit deutschen Untertiteln)
Dauer der Podiumsdiskussion: ca. 90 min
Eintritt kostenlos
(Spende erbeten)
Zum Film:
Der bekannte russische Umweltjournalist und Bürgerrechtler Grigorij Pasko hat in den Jahren 2007/2008 die geplante Trasse der Erdgasleitung Nord Stream auf ihrer gesamten Länge befahren. Neben den Bedingungen vor Ort hat er die Ansichten vieler nationaler und regionaler Verantwortlicher dokumentiert. Gespräche und Recherchefahrten führten Grigorij Pasko zu zahlreichen Stationen vom Ursprungsort der Leitung in den russischen Gasfeldern und bei Vyborg am Finnischen Meeresbusen, nach Schweden, Finnland, Estland und an die deutsche Ostseeküste, wo die Gasleitung nahe dem ehemaligen Atomkraftwerksstandort Lubmin in Mecklenburg-Vorpommern das Festland erreichen soll. Entstanden ist eine umfassende soziale und ökologische Dokumentation, die nach Erwartungen und Befürchtungen der Anrainer fragt und Argumente für und gegen die Erdgasleitung versammelt.
Hintergrund:
Das Erdgasleitungsprojekt „Nord Stream“ durch die Ostsee, das 2005 in Anwesenheit des damaligen russischen Präsidenten Wladimir Putin und des damaligen Bundeskanzlers Gerhard Schröder unterzeichnet wurde, stand zunächst wegen der Umgehung der bisherigen Transitländer Polen, Ukraine und der baltischen Staaten politisch in der Kritik.
Bald traten jedoch ökologische Argumente gegen die Verlegung der Gasleitung auf dem Meeresboden in den Vordergrund: Regierungen und Umweltorganisationen verschiedener Ostseestaaten wie Finnland, Estland und Schweden beschuldigen das vom russischen Gasprom-Konzern geführte Nord Stream-Konsortium, zahlreiche Gefahren zu unterschätzen. Dabei weisen sie unter anderem auf Risiken durch Altmunition auf dem Ostseegrund und chemische Belastungen beim Bau der Rohrleitung hin.
Angesichts des Widerstands intensivierte Nord Stream die Suche nach einer geeigneten Rohrleitungsroute und führte umfangreiche ökologische Tests und verstärkte Sicherheitsstandards ein. Seit Jahresbeginn fanden rund um die Ostsee abschließende öffentliche Anhörungen statt. Gleichzeitig hat der Konzern eine Informationstour gestartet, um für seine aktualisierten Pläne zu werben. Anfang Mai hielt der PR-Zug in den deutschen Ostseestädten Stralsund, Greifswald, Lubmin sowie auf der Insel Rügen.
Die Podiumsdiskussion will der Frage nachgehen, welche Ergebnisse die Umweltuntersuchungen von Nord Stream erbracht haben, ob für die von Kritikern des Projekts vorgebrachten ökologischen Probleme Lösungen gefunden worden sind und wenn ja, welche, bzw. ob die Gasleitung dadurch politisch durchsetzbar geworden ist. Erörtert werden Aspekte der Energie-Sicherheit, die sich aus dem Erfolg oder Scheitern bzw. einer Verzögerung des Nord Stream-Projekts ergeben könnten, sowie Möglichkeiten zur Einbindung der anderen Ostseeanrainer. Nord Stream wird im Rahmen der Veranstaltung eine Präsentation seiner Umweltschutzkonzepte vorstellen.
Externe Links
Weitere Termine und Veranstaltungen zu den europäisch-politischen Themen auf der Website des Europakalenders www.berlin.de/europakalender