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23. Januar 2009
Mord an Stanislav Markelov ist Fanal für Rechtssystem in RusslandDie Morde an dem Rechtsanwalt Stanislav Markelov und der Journalistin Anastassija Baburova diese Woche in Moskau sind ein Verbrechen gegen die gesamte russische Gesellschaft. Vieles spricht dafür, dass sich Militärs an jenem rächten, der gegen die vorzeitige Haftentlassung ihres Korpsgenossen Oberst Jurij Budanov in Berufung gehen wollte, der wegen eines brutalen Missbrauchsmordes an einer jungen Tschetschenin im Gefängnis saß. Die kaltblütige Tat zeigt erneut, dass in Russland jeder mit seiner Ermordung rechnen muss, der an die Interessen und Tabus von Militärs, Geheimdienstlern, Politikern und Unternehmern rührt, um Transparenz und Rechtsstaatlichkeit herzustellen. Markelov hatte dennoch über Jahre hinweg den Mut, solche Prozesse zu führen, so auch für die im Oktober 2006 ermordete Publizistin Anna Politkovskaja. Der DRA ist überzeugt: Eine Gesellschaft, die ihre MenschenrechtlerInnen nicht achtet und schützt, verachtet und bedroht sich selbst. Der DRA hat sich am 21. Januar am der Mahnwache für die beiden Getöteten vor der Russischen Botschaft beteiligt, die die Organisationen Amnesty International und Reporter ohne Grenzen initiiert hatten. Denn es ist die verfassungsmäßige Aufgabe des Staates, die Unantastbarkeit des menschlichen Lebens zu garantieren.
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