31. Januar 2012
Nordossetien: erfolgreiche Zwischenbilanz des Bildungs- und Versöhnungsprojekts von DRA und Memorial
Rund 70 neu geschaffene Kleingewerbe und 180 neue Arbeitsplätze, rund 500 TeilnehmerInnen in Gründer-, Computer-, Englisch-, Buchhaltungskursen, Hunderte Rechtsberatungen und gut ein Dutzend Veranstaltungen zur beruflichen, sozialen und interkulturellen Entwicklung in der russischen Teilrepublik Nordossetien - so lautet ein wichtiger Teil der Zwischenbilanz, die der DRA und die Menschenrechtsorganisation Memorial nach rund vierjähriger Tätigkeit des Bildungszentrums Kurtat im Prigorodnyj Bezirk von Nordossetien ziehen konnten, das beide Ende 2007 eröffneten.
Zu den Ergebnissen gehören auch regelmäßige Aktionen zur Berufsorientierung in den Schulen des Gebietes, in dem noch immer rund 50 Prozent arbeitslos sind, sowie viele Freundschaften und Verbindungen, die durch Bildungs- und Freizeitangebote des Zentrums zwischen ossetischen und inguschischen Schülern und Lehrern entstanden - in Überwindung der Hürden nach dem ethnisch begründeten Bürgerkrieg 1992 in der Region.
Die Republikregierung in Vladikavkas erhofft vom Zentrum weiter einen Beitrag zur ökonomischen Stabilisierung Nordossetiens, beharrt aber auch auf einem eigenen Monopol bei interethnischer Versöhnung und Jugendarbeit. Die Lage in der Republik bleibt schwierig: Ungelöst bleiben weiterhin die ethnische Trennung im Siedlungs- und Schulsektor sowie die Instabilität der Lage durch Terrorismus, wie er Nordossetien vor allem aus dem benachbarten Inguschetien immer wieder trifft.
Das Projekt wurde vom Diakonischen Werk, dem katholischen Hilfswerk Renovabis sowie der EU unterstützt.
Bei einem Projekttreffen in Moskau am 26./27. Januar wurde der 2012 geplante Aufbau eines ähnlichen Zentrums in Dagestan bzw. Kabardino-Balkarien unter Beteiligung der neuen Stiftung »Svoje Delo« besprochen. Sie wurde von den Projektkoordinatorinnen Julia Chardina und Stephanie Tsomakajeva im Herbst 2011 gegründet, Ziel ist der Transfer der in Kurtat gesammelten Erfahrungen in andere Teile Russland.
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