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25. November 2008
13. Deutsch-Russische Herbstgespräche„Annäherung oder Entfremdung? Einfluss der Geschichtspolitik auf das Verhältnis EU-Russland“ – so lautete der Titel der diesjährigen Deutsch-Russischen Herbstgespräche, die am 21.-22. November stattgefunden haben. Auf Einladung des DRA, der Heinrich-Böll-Stiftung und der Evangelischen Akademie Berlin versammelten sich etwa 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Organisationen in der Französischen Friedrichsstadtkirche am Gendarmenmarkt, um Erinnerungskonflikten in Mittel- und Osteuropa auf die Spur zu gehen und Wege für Aufklärung und Dialog aufzeigen. So plädierte Boris Dubin vom Lewada-Institut Moskau für ein differenziertes Russland-Bild. Zwar nutze die Moskauer Führung derzeit Geschichte als „Mittel zur Tröstung“ und Einigung sowie zur Verankerung von Großmachtambitionen. Dennoch repräsentiere sie nur einen Teil der Gesellschaft. Ähnlich sah dies der Historiker Nikita Sokolow: „Es gibt ein Russland von Stalin und Dzerzhinsky, aber auch eins von Solschenizyn und Schalamow“. Der Geschäftsführer des DRA Stefan Melle sagte, dass ein kritischer Umgang mit der Geschichte und die Enttabuisierung eigener Fehler Voraussetzung für jede Annäherung in historischen Konflikten seien. Er verwies auf die wichtige Rolle der NGOs in dem Prozesss. Rainder Steenblock von der Bundestagsfraktion der Grünen erklärte, gerade die aktuelle Wirtschaftskrise, die Russland schwer treffe, könne dort Bereitschaft für einen neuen Dialog schaffen. Der frühere estnische Ministerpräsident, Mart Laar betonte, sein Land stehe nicht im Konflikt mit dem Nachbarland, sondern mit einer Ideologie: „Wir sind keine Opfer der Russen, sondern des Kommunismus“, resümierte er. |
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