7. Februar 2010
Seminare zu Behindertenpädagogik in Pavlovsk
Im Qualifizierungskurs für staatliche und nichtstaatliche MitarbeiterInnen des Heims für schwerstbehinderte Kinder Nr. 4 in Pavlovsk, den die Petersburger Organisation Perspektivy, der DRA und zwei Hamburger Behinderteneinrichtungen seit Mai 2009 organisieren, ist inzwischen fast die Hälfte des Lehrprogramms absolviert. Unter Leitung von Natalja Kniasjeva (Perspektivy) wurden die Themenblöcke „Hinwendung zum Menschen/Menschenbild“ und „Grundkenntnisse der Pflege“ abgeschlossen. ExpertInnen aus Hamburg und Zürich sowie aus russischen Einrichtungen sensibilisierten die rund 40 TeilnehmerInnen u.a. dafür, wie lernfähig auch schwerbehinderte Kinder sind, welche Kommunikationsbedürfnisse sie haben und wie mit der Pflege auch die Selbstständigkeit der Kinder und emotionale Bindungen entwickelt werden können. Für die meisten der beteiligten staatlichen HilfspflegerInnen war es die erste Qualifikation in ihrem Beruf überhaupt. Als nächstes stehen Fragen der Pädagogik, wie z.B. der Kontaktaufbau zu schwerstbehinderten Kindern und spielmethodische Ansätze auf dem Programm. Das Projekt wird vom Diakonischen Werk Stuttgart und der Caritas Osnabrück gefördert. Zusätzlich soll ab Herbst ein Modell für die Teamarbeit staatlicher und nichtstaatlicher MitarbeiterInnen innerhalb des Heims entwickelt werden. Diese Frage gewinnt auch für die Heimleitung und die städtische Sozialverwaltung immer mehr Bedeutung, da sie juristisch abgesicherte Strukturen suchen und als Voraussetzung für eine langfristige Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Organisationen ansehen.
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