18. August 2011
Der DRA trauert um seinen Mitinitiator und Weggefährten Franz von Hammerstein
Am 15. August starb im hohen Alter von 90 Jahren Franz von Hammerstein. Er gehörte zu jenen seltenen, beglückenden Menschen, die es vermögen, stets aus einem umfassenden Verantwortungsgefühl heraus zu leben und die dabei voll Offenheit, Aufmerksamkeit, Aufrichtigkeit, Großzügigkeit, Aktivität und Schöpfertum sind.
Franz von Hammerstein bei den Deutsch-Russischen Herbstgesprächen 2007
Foto: Knut Hildebrandt
Für den DRA stand Freiherr Dr. Franz von Hammerstein nicht nur an den Ursprüngen der Organisation, indem er dem neu gegründeten Verein 1992 als Gründungsbeirat und erster Förderer mit ins Leben verhalf und zu seinem Selbstverständnis beitrug. Er eröffnete dem DRA auch den Zugang zu weiteren wegweisenden Partnern, so zur russischen Menschenrechtsorganisation Memorial und zum langjährigen Vereinsbeirat Hans-Jochen Vogel. 2002 ermöglichte Franz von Hammerstein zudem durch seine Initiativstiftung die Gründung der „Stiftung Deutsch-Russischer Austausch“ und war dem Verein bis zuletzt ein interessierter, anregender und herzlicher Begleiter, Berater und Freund.
In all seinem umfassenden zivilgesellschaftlichen Engagement – darunter für die Stiftung West-Östliche Begegnungen, die Gedenkstätte Topographie des Terrors und die Gesellschaft für Christlich-jüdische Zusammenarbeit – hat Franz von Hammerstein stets auch das mutige Vermächtnis seiner Familie gegen Diktatur und Krieg weitergetragen. Sein Vater, Generaloberst Kurt Freiherr von Hammerstein, trat 1934 als Chef der Heeresleitung aus Protest gegen den Faschismus Adolf Hitlers zurück. Wegen der Beteiligung seiner Brüder Kunrat und Ludwig am Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 kam auch Franz von Hammerstein in Gestapo-Haft und später in die KZs Buchenwald, Regensburg und Dachau.
Nach Kriegsende studierte er Theologie und wurde einer der Gründungsväter der evangelischen „Aktion Sühnezeichen-Friedenszeichen“, die er von 1968 bis 1975 als Generalsekretär in der Bundesrepublik führte und die zu einer der Leitideen seines Lebens wurden. Von 1978 bis 1986 arbeitete Franz von Hammerstein als Direktor der Evangelischen Akademie zu Berlin. Die von ihm initiierte enge Partnerschaft des DRA mit der Akademie wirkt bis heute in der gemeinsamen Jahrestagung „Deutsch-Russische Herbstgespräche“ fort, die am 4./5. November bereits zum 16. Mal stattfinden wird.
Der DRA nimmt von Franz von Hammerstein mit Hochachtung und großer Dankbarkeit Abschied und wird sein Andenken in Ehren halten. Verein und Mitglieder sprechen seiner Familie ihr tiefempfundenes Beileid aus.
Die Trauerfeier findet am 27. August, 11 Uhr, in der Jesus-Christus-Kirche Berlin-Dahlem, Hittorfstr. 21, statt.