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19. Juli 2010

29./30.10., Berlin: Herbstgespräche zu Demografie und Sozialpolitik

 

Unter dem Titel »Russland schrumpft« widmen sich die 15. Deutsch-Russischen Herbstgespräche am 29./30. Oktober den Herausforderungen durch die sinkende Einwohnerzahl sowie den Wandel in der Familien- und Sozialstruktur in Russland seit 1991. Zu der Tagung in der Französischen Friedrichstadtkirche am Berliner Gendarmenmarkt laden der DRA, die Heinrich-Böll-Stiftung und die Evangelische Akademie zu Berlin alle Interessierten herzlich ein.

ANMELDUNG:

bitte unter herbstgespraeche(at)austausch.org

HINTERGRUND

Wissenschaftler prognostizieren eine Verringerung der Bevölkerung in Russland um bis zu zehn Millionen Menschen bis 2025. Ursache sind vor allem niedrige Geburtenraten und geringe Lebenserwartung, hinter denen komplexere Gründe liegen, wie Zukunftsängste, die schwierige ökonomische Lage vieler junger Familien, die mangelnde Vereinbarkeit von Familie und Beruf und Gesundheitsprobleme. Wie kann Russland auf die demografischen Veränderungen reagieren, sein Arbeitskräftepotential erhalten, die Sozialsysteme trotz Alterung wahren und die Entleerung ganzer Regionen verhindern? Wie haben sich die Geschlechterrollen verändert? Welche familienpolitischen Maßnahmen greifen, welche nicht? Wie werden diese Fragen in Politik und Zivilgesellschaft artikuliert?

Am 29. Oktober, 18 Uhr, findet im Rahmen der Herbstgespräche zudem der Empfang der Stiftung Deutsch-Russischer Austausch statt. Detaillierte Informationen zu den Panels, den ReferentInnen und zur Anmeldung finden Sie ab Ende August unter www.austausch.org/herbstgespraeche.

ORT

Französische Friedrichstadtkirche, Am Gendarmenmarkt, 10117 Berlin

 

VORLÄUFIGES PROGRAMM:

Freitag, 29. Oktober 2010

1)    Begrüßung
14.30 -15.00 Uhr

2)    Einführungsvortrag: Demografischer Wandel in Russland   
15.00 – 15.45 Uhr

Viktoria Sakievich, Institute of Demography, State University - Higher School of Economics, Moscow/Russian Federation

Kommentar: Dorothea Rieck,
Max Planck Institute for Demographic Research, Berlin/Rostock/Germany


Leitfragen:
-    Wie haben sich die statistischen Indikatoren in den letzten Jahren entwickelt, wie wird die demografische Entwicklung in den verschiedenen Regionen Russlands prognostiziert?
-    Welche Rolle spielen gesamtgesellschaftliche Faktoren wie Alkoholismus, Mängel des Gesundheitssystems, materielle Absicherung von Familien und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf  für die niedrigen Geburtenzahlen in Russland?
-    Kann Zuwanderung den Bevölkerungsschwund kompensieren? Wie ist Russland darauf eingestellt?


3)    Mama - Papa - Kinder?
Lebensbilder im modern-traditionellen Russland
16.15 – 18.00 Uhr


Anna Temkina, European University St. Petersburg

Natalia Karpovich, Mitglied der Staatsduma, stellvertretende Vorsitzende des Komitees für Familie, Frauen und Kinder

Tanja Mühling, Staatsinstitut für Familienforschung an der Universität Bamberg

Leitfragen:
-    Von welchem Familienbild und Genderrollen gehen Politik/ Kirche /Wirtschaft und andere relevante Kräfte aus und entspricht dies den gesellschaftlichen Realitäten?
-    Wie haben sich Geschlechterrollen und Familienbilder im Vergleich zur Sowjetunion verändert?
-    Ist die Individualisierung von Lebensstilen und Berufswegen mitverantwortlich für die geringe Geburtenrate?
-    Wie sind Ältere in das Familienleben einbezogen?

Ab 18.00 Uhr: Filmpräsentation: "Es gibt Frauen in Russlands Dörfern" (Russland, 2006, 27 min, Regie: Pavel Kostomarov, Anton Kattin)

und

Empfang der Stiftung Deutsch-Russischer Austausch e.V.

Abendessen in der Evangelischen Akademie

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Samstag, 30. Oktober 2010

4)    Macht Politik Familie?
Kindergeld und Wohnkredit - Ansprüche an und von Familien
9.30 Uhr – 11.00 Uhr

Svetlana Savochkina, Leiterin des Amtes für Familienpolitik des Gebietes Saratov (angefragt)

Basan Sacharov, Forum Junger Familien, Republik Kalmückien

Sabina Schutter, Deutsches Jugendinstitut e.V., München

Leitfragen:
-  Wie ist die erste Bilanz der in den letzten Jahren neu eingeführten Familienleistungen?
-  Wie sind Gesundheitssystem, Angebote der Kinderbetreuung und der Arbeitsmarkt auf die realen Bedürfnisse von Familien eingestellt? Wo liegen besondere Stärken und Schwächen?
-  Stellen Kinder ein „Armutsrisiko“ für die Familien dar?

 

5) Abschlussdiskussion: Sozialpolitische Antworten auf den demografischen Wandel
11.30 Uhr – 13.30 Uhr

Ekaterina Gerasimova, Mitglied der Kommission für Sozial- und Demografiepolitik des Gebiets Uljanovsk

Olga Isupova, Institut für Demografie Moskau

Irmgard Schewe-Gerigk, Terre de Femme, ehm. MdB (Grüne)

Leitfragen:
-    Welche Lobby haben Familien in Russland? Wie werden Interessen in Politik und Zivilgesellschaft artikuliert?
-    Welche Herausforderungen werden durch den demografischen Wandel in den nächsten Jahren und Jahrzehnten im Bereich Familien- und Sozialpolitik entstehen und wie kann die Gesellschaft darauf reagieren? Welche Akteure müssen einbezogen werden?
-    Welche Parallelen gibt es zu Entwicklungen in Deutschland? Gibt es übertragbare Lösungsansätze?


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